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CO₂-GRENZAUSGLEICH

CBAM: Neue Regeln für Importeure

In Europa beginnt 2026 die Regelphase für den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM): Importeure aus zahlreichen Branchen sind von den neuen Vorgaben betroffen. Es gibt zwar Entlastungen, doch Praxistauglichkeit fehlt.
Ab 2026 startet die Regelphase des europäischen CO₂-Grenzausgleichs (CBAM). Unternehmen, die mehr als 50 Tonnen bestimmter Importgüter wie Aluminium, Eisen, Stahl, Düngemittel, Strom, Wasserstoff und Zement pro Jahr einführen, müssen sich als „zugelassene CBAM-Anmelder“ registrieren und künftig CO₂-Zertifikate erwerben. Neu ist: Für Mengen unter 50 Tonnen gilt eine Bagatellgrenze – das entlastet vor allem kleine und mittlere Betriebe.
„Das ist eine spürbare Erleichterung, gerade für kleine und mittelständische Unternehmen“, betont Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Dennoch bleibe CBAM ein Kosten- und Unsicherheitsfaktor. Die Übergangsphase, in der bisher nur Emissionsberichte fällig waren, endete zum Jahreswechsel. Seit 2026 müssen Unternehmen nicht nur die Emissionen melden, sondern auch für die Importe CO₂-Zertifikate kaufen – allerdings erst ab Februar 2027 rückwirkend für das Jahr 2026.
„Die EU hat CBAM übereilt eingeführt, ohne sich der Komplexität bewusst zu sein“, kritisiert Bolay. Viele Fragen sind offen, etwa zu Exportrabatten oder zur Ausweitung auf nachgelagerte Produkte. Auch die rückwirkende Festlegung des CO₂-Preises erschwert die Finanzplanung, weil Unternehmen wichtige Kalkulationsgrundlagen fehlen.
Die EU-Kommission hat erste Anpassungen beschlossen, die DIHK fordert jedoch mehr Praxistauglichkeit. „Die EU sollte künftig Folgenabschätzungen im engen Austausch mit der Wirtschaft vornehmen, bevor sie solch komplexe Instrumente einführt“, so Bolay.
Carbon Border Adjustment Mechanism

Der CBAM soll das EU-Emissionshandelssystem ergänzen und sicherstellen, dass für Importe die gleichen Emissionspreise anfallen wie für Produkte, die innerhalb der Europäischen Union hergestellt wurden. Alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier:

ihk.de/gera/aussenhandel
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