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Tourismuspreise gehen nach Rudolstadt
Auf dem Landkulturhof Glücksbringer entdecken Familien das Landleben ohne WLAN. Im Museum auf Schloss Heidecksburg wird Geschichte digital erlebbar. Beide Konzepte könnten unterschiedlicher kaum sein und sind jetzt dennoch preisgekrönt.
Am 28.9.2026 wurde in der Sportschule in Bad Blankenburg der 14. Thüringer Tourismuspreis verliehen. Gekürt wurden der beste Gastgeber, das überzeugendste Tourismusprojekt, die stärkste digitale Innovation und das sogenannte „Grüne-Herz-Erlebnis des Jahres“. Für die vier Kategorien gingen insgesamt 92 Bewerbungen von Firmen, Kommunen, Vereinen und Verbänden ein. Gleich zwei Preisträger kommen aus Ostthüringen.
Landkulturhof Glücksbringer: „Gastgeber des Jahres“
In Rudolstadt-Kirchmeda liegt der Landkulturhof Glücksbringer. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte Inhaberin Steffi Hartwig den Gästen „Natur pur“ bieten, wie es auf der Website des Hofes heißt. Die Besitzerin setzt auf persönliche Begegnung und gemeinsames Erleben. Insgesamt 35 Betten bieten die Hartwigs für Übernachtungen an. Das wahre Highlight ist aber der angeschlossene Bauernhof mit Hühnern, Pferden, Gänsen, Kaninchen und Katzen. Familien können im Kulturhof Landwirtschaft, Tiere und Natur unmittelbar kennenlernen und das ganz ohne WLAN.
Steffi Hartwig kümmert sich vor allem um die Veranstaltungsplanung und Vermarktung des Hofes.
Für die Jury verbindet der Landkulturhof Glücksbringer Übernachtungen, Veranstaltungen und Erlebnisse mit regionaler Wertschöpfung und trägt dazu bei, das Dorfleben in Kirchremda zu stärken. Genau deshalb sei der Landkulturhof in Rudolstadt Thüringer „Gastgeber des Jahres“ 2026 geworden. Für Steffi Hartwig ein überwältigendes Gefühl: „Es ist total verrückt, wenn man seinem Lebenstraum folgt, ohne Ausbildung in diesem Bereich, ohne Geld, ohne Vorerfahrung und ohne Anleitung einfach anfängt – und einem wenige Jahre später Verbände und Ministerien erklären, dass es genau das ist, was es braucht“, schreibt sie auf dem Facebookprofil des Hofes.
HEIdigital: „Digitale Innovation des Jahres“
Die stellvertretende Museumsdirektorin Sandy Reinhard (links) und Direktorin Sabrina Lüderitz (Mitte) bekommen das Preisgeld von der Thüringer Wirtschaftsministerin Colette Boos-John überreicht.
Rundgänge mit VR-Brille, Schnitzeljagden per App und interaktive Postkartenstationen – das Naturhistorische Museum auf Schloss Heidecksburg verbindet historische Sammlungsstücke mit moderner digitaler Vermittlung. Laut eigenen Angaben hatte das Museum das Ziel, bis Ende des letzten Jahres mehr als 25.000 Tierpräparate, Pflanzen, Gesteine, Fossilien und Mineralien digital zu erfassen. Die Ausstellung richtet sich vor allem an Familien und junge Menschen. Sie verbindet Naturwissenschaft, Kulturgeschichte und Erlebnisangebote – alles digital. Genau deshalb wurde das sogenannte „HEIdigital“-Projekt des Naturhistorischen Museums zur besten digitalen Innovation 2026 gewählt.
Neben den beiden Ostthüringer Gewinnern wurden auch das Naturcamp Lenkgrund und der GutsMuths-Rennsteiglauf ausgezeichnet. Die Preisträger erhalten jeweils 5.000 Euro, eine Urkunde und eine Plakette. Hinzu kommt ein Marketingkooperationspaket der Thüringer Tourismus GmbH und des ADAC Hessen-Thüringen. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine neunköpfige Jury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien.
Thüringer Tourismusstrategie
Den Tourismus in den kommenden Jahren stärker aus der Perspektive der Gäste zu entwickeln, ist das Ziel der Thüringer Tourismusstrategie 2035. Im Mittelpunkt steht nicht mehr allein die Vermarktung einzelner Sehenswürdigkeiten oder Angebote, sondern das gesamte Reiseerlebnis – von der Inspiration und Buchung über Anreise und Mobilität bis hin zu Unterkunft, Gastronomie sowie Erlebnissen. Angebote sollen dafür besser miteinander verknüpft, leichter auffindbar und möglichst unkompliziert buchbar werden. Qualität bildet dabei den übergreifenden Maßstab. Die Gewinner des Tourismuspreises würden greifbar machen, worauf die Strategie abzielt, erklärt Almut Weinert, Geschäftsbereichsleiterin Wirtschaft und Technologie der IHK Ostthüringen, auf LinkedIn: „Qualität aus Sicht der Gäste, unverwechselbare Erlebnisse, Digitalisierung mit konkretem Mehrwert und mehr Wertschöpfung in der Region.“
Durch die Strategie sollen touristische Unternehmen unter anderem bei Investitionen, Fachkräftesicherung, Qualifizierung und Unternehmensnachfolge gestärkt werden. Zugleich sollen digitale Daten sowie Anwendungen dafür sorgen, dass Gäste passende Angebote schneller finden und buchen können. Auch die Erreichbarkeit touristischer Ziele erhält mehr Gewicht. Bis 2035 soll dadurch die Zahl der Übernachtungen deutlich steigen.
Weitere Infos finden Sie hier:
wirtschaft.thueringen.de
wirtschaft.thueringen.de
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