Wirtschaft Region Fulda
Nr. 7177326
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Interview

Innovation braucht offene Beschaffung

Von Einbruch und Sabotage bis zu Cyberangriffen: Die Anforderungen an die Sicherheit von Unternehmen wachsen. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien und automatisierte Systeme neue Möglichkeiten, Risiken frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielt zu unterstützen.
Unternehmen stehen zunehmend vor komplexen Szenarien. Im Gespräch mit WRF erklärt Guido Nehren, Geschäftsführer der Nexonik GmbH, wie sie sich darauf vorbereiten können.
Herr Nehren, warum wird das Thema Sicherheit für Unternehmen immer wichtiger?
Sicherheit ist eine unternehmerische und staatliche Aufgabe. Doch zwischen der beschriebenen Bedrohungslage und der Beschaffung von Sicherheitstechnik besteht aus meiner Sicht eine deutliche Lücke. Der Markt gliedert sich in private Anwendungen, gewerbliche Nutzer sowie kritische Infrastrukturen bis hin zu militärischen Einsatzfeldern. Während Privathaushalte auf ausgereifte Produkte zugreifen können, sind die Risiken für Unternehmen komplexer: Einbruch, Sabotage, Manipulation und Datendiebstahl, digital wie physisch. Wirksame Sicherheit beginnt mit einer Risikoanalyse. Wer darf wann Gebäude, Produktionsbereiche oder Außenflächen betreten? Und wie wird geprüft, ob Zäune, Tore, Kameras und Sensoren funktionieren? Solche Kontrollen erfolgen noch immer zu selten oder unregelmäßig.
Welche Lösungen entwickelt Nexonik, um Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und Liegenschaften besser zu schützen?
Mobile Sicherheitstechnik eröffnet neue Möglichkeiten. Der Sicherheitsroboter Protector ist Teil einer modular erweiterbaren Plattform von Nexonik. Er übernimmt Kontrollaufgaben und erkennt kritische oder ungewöhnliche Situationen – automatisiert oder auf konkrete Anfrage des Anwenders. Dazu gehören beispielsweise die Erkennung einer blockierten Notausgangsroute, die Kontrolle von Feuerlöschern oder die mobile Brandfrüherkennung. Nexonik integriert die Plattform in ganzheitliche Sicherheitskonzepte und entwickelt daraus passgenaue Lösungen für die jeweiligen Anwender.
Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf, wenn es um die Sicherheit von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen geht?
Kritisch sehe ich, dass bei Beschaffungen von Bundeswehr und Kommunen teilweise jahrzehntealte Konzepte, bekannte Marken oder frühere Erfahrungswerte den Rahmen bestimmen. Dadurch werden innovative Lösungen aus Deutschland zu wenig gesehen oder durch Vorgaben ausgeschlossen. Bedarf und Beschaffungsprozess wirken dabei häufig wie zwei getrennte Welten. Ich fordere die Politik auf, Beschaffung zu verändern: technologieoffen, bedarfsorientiert und mit Raum für Erprobung. Auch Kommunen brauchen Gesamtkonzepte statt einzelner Maßnahmen, die am Ende nur einen Flickenteppich ergeben. Der deutsche Mittelstand besitzt das Know-how, Sicherheit neu zu denken. Dafür braucht er faire Voraussetzungen, um aus Innovation marktreife Lösungen zu machen.
Über Nexonik GmbH
Nexonik ist Hersteller und Systemanbieter für vernetzte Sicherheitstechnologie. Er vereinet Robotik, Videoüberwachung, Energieversorgung und Kommunikation in modularen Plattformen – entwickelt, gefertigt und betreut aus einer Hand. Die Lösungen sind darauf ausgelegt, Gefahren zu erkennen, bevor sie entstehen, und komplexe Sicherheitsprozesse digital abzubilden. Mit Innovation „Made in Germany“ treiben sie den Wandel von klassischer Überwachung hin zu autonomer, intelligenter Sicherheit voran.
www.nexonik.com