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Was fehlt, fehlt. Was da ist, zählt.
Eine aktuelle Erhebung der Deutschen Industrie- und Handelskammer zeigt: Mehr als jedes dritte Unternehmen kann seine freien Stellen nicht besetzen. Während zuletzt vor allem große Firmen betroffen waren, spürt nun auch der Mittelstand die Engpässe. Die Folgen: höhere Belastung für die Belegschaft, eingeschränktes Angebot und drohender Wissensverlust.
Ein unbequemer Schuh und gleichzeitig einer, den wir tragen müssen. Doch wie können wir die vorhandenen Ressourcen besser nutzen? Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, bringt in ihrem Beitrag zum Schwerpunkt dieser WRF wunderbar auf den Punkt, dass sowohl Unternehmen als auch Menschen jetzt ins Handeln kommen müssen (Seite 17).
Ein weiterer zentraler Ansatz ist die frühe Berufsorientierung. Seit 25 Jahren zeigt das Netzwerk Schulen, wie das gelingen kann: Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen sammeln durch Praktika und authentische Begegnungen mit Unternehmen wertvolle Erfahrungen. Auf Seite 22 berichten drei junge Menschen, wie sie über diesen Weg erfolgreich in eine Ausbildung gefunden haben.
Letztlich zählt das, was vorhanden ist. Im Februar wurden 85 Absolventinnen und Absolventen der IHK-Weiterbildungsprüfungen ausgezeichnet (Seiten 28-29). Und der Nachwuchs steht in den Startlöchern – vier Bildungsverantwortliche aus Fulda bescheinigen ihren Absolvierenden allesamt sehr gute bis gute Ergebnisse, digitale Affinität, hohe Motivation, Eigeninitiative und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen (Seiten 18-19). Gleichzeitig gewinnen Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, kritisches Denken und Resilienz weiter an Bedeutung.
Nicht zu unterschätzen ist die qualifizierte Zuwanderung, deren Erfolg entscheidend von gelungener Integration abhängig ist. Das Mentoring-Projekt „PeerPower“ des Vereins Welcome In! Fulda zeigt, wie es geht (Seite 23): Zugewanderte werden von Menschen mit eigener Migrationserfahrung begleitet und beim Einstieg in Alltag, Ausbildung und Beruf unterstützt. Unternehmen gewinnen motivierte Talente und stärken gleichzeitig ihre interkulturelle Kompetenz.
Am Ende zeigt sich: Wer die vorhandenen Kräfte erkennt, fördert und verbindet, schafft Lösungen – und sichert so die Zukunft unserer Region.
Denise Otto
Bereichsleiterin Bildung der IHK Fulda
Bereichsleiterin Bildung der IHK Fulda
