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WJ Fulda

"Die junge Wirtschaft braucht mutige Gestalter"

Auf ihrer Jahreshauptversammlung im Dezember haben die Wirtschaftsjunioren (WJ) Fulda Friederike Lips zur neuen Kreissprecherin gewählt. Die Inhaberin des gleichnamigen Ateliers: Friederike Lips Maßschneiderei sprach mit WRF über Führung, gemeinsames Engagement und die Bedeutung des Jahrsmottos für 2026.
Friederike, wie möchtest Du das Netzwerk der WJ weiterentwickeln?
Gerade zu Beginn der Selbständigkeit zeigt sich, wie wertvoll der Austausch unter Gleichgesinnten ist. Von Beginn an habe ich bei den WJ echtes Interesse und ehrlichen Austausch erfahren - das motiviert mich. Mein Ziel ist es, das Netzwerk als Ort gegenseitiger Inspiration und Unterstützung weiterzuentwickeln und zu stärken. Wir setzen in diesem Jahr gezielte Schwerpunkte auf Themen wie: Gründung und Nachfolge und vieles mehr. Dabei ist mir wichtig, dass die Verantwortung nicht auf wenigen Schultern lastet, sondern gemeinsam getragen wird – mit klaren Zuständigkeiten, aber auch mit Vertrauen und Eigeninitiative. Für mich bedeutet moderne Führung, klare Strukturen zu schaffen und gleichzeitig Menschen zu stärken.
„Ein Gewebe, das trägt. Gestaltung ist unser Maß.“ Welche Bedeutung steht hinter Eurem Jahresmotto?
Es zeigt bildhaft, was die WJ Fulda ausmacht: Wir sind kein loser Kabelsalat, sondern ein starkes Gewebe – geknüpft aus Ideen, Persönlichkeiten und Branchen. Gerade in herausfordernden Zeiten ist dieser Zusammenhalt entscheidend. Denn nur wenn die einzelnen Fäden bewusst miteinander verbunden sind, entsteht etwas, das trägt: für uns selbst, für unsere Unternehmen – und für die Region. „Gestaltung ist unser Maß“ bringt dabei auf den Punkt, dass wir nicht nur reagieren, sondern aktiv vorausdenken. Wir setzen Themen, bringen Menschen zusammen und gestalten den Raum, den die junge Wirtschaft heute braucht – verlässlich, mutig und mit Blick nach vorn.
Warum lohnt sich ein Engagement für junge Unternehmerinnen und Unternehmer, insbesondere auch für Frauen?
Unabhängig vom Geschlecht bietet das Netzwerk für jede und jeden eine Rolle – und zudem jede Menge Inspiration. Der Spirit steckt an: Man lernt voneinander, entdeckt neue Perspektiven und wächst dabei fachlich, persönlich und unternehmerisch. Gleichzeitig hat jeder die Chance, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen – auch in der Öffentlichkeit. Die junge Wirtschaft braucht nicht nur Ideen, sondern auch Stimmen, die sich einbringen und mutig gestalten wollen.
Du bist ausgebildete Damen- und Herrenmaßschneiderin – ein Beruf mit Geschichte. Wie passt das Handwerk in die moderne Zeit?
Für mich ist Maßschneiderei alles andere als veraltet. Es ist ein Handwerk, das Präzision, Persönlichkeit und Gestaltung vereint – und genau deshalb aktueller ist denn je. Wenn ein Kleidungsstück entsteht, das nicht nur perfekt passt, sondern auch die Körperhaltung und Ausstrahlung seines Trägers widerspiegelt, dann geht es um mehr als Mode – es geht um Identität. Durch die Verbindung von traditionellen Fertigungsverfahren mit innovativen Techniken entsteht dabei nicht nur individuelle Qualität, sondern auch Effizienz – in Produktionsdauer und im Materialeinsatz.
Worauf freust Du Dich als Kreissprecherin in diesem Jahr am meisten?
Auf Gespräche, Ideen und die Energie, die entsteht, wenn Menschen gemeinsam in eine Richtung denken. Ich freue mich darauf, Impulse zu geben – aber genauso darauf, zuzuhören. Denn das, was wir wirklich brauchen, entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern im offenen Austausch. Ich bin stolz auf mein Vorstandsteam, und ich freue mich darauf, gemeinsam zu gestalten – mit Maß, Freude und Wirkung – in einem Gewebe, das trägt.

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