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„Teamkultur ist unser Fundament“
Reinholz Kaffeerösterei, Fulda. In unserer Serie Tischgespräche stellen wir Gastro-Unternehmen vor, die mit Leidenschaft und frischen Ideen die Branche in der Region Fulda aufmischen. In dieser Ausgabe haben wir mit Olga und Heiko Reinholz gesprochen, die Mitte November ihre dritte Café Location eröffnet haben.
Heiko, was macht das Konzept von Reinholz einzigartig?
Bei uns in der Reinholz Kaffeerösterei geht es um weit mehr als Kaffee. Es geht um Menschen, um Haltung und um echte Beziehungen. Wir arbeiten direkt mit den Farmerinnen und Farmern in den Ursprungsländern zusammen – persönlich, transparent und auf Augenhöhe. Direkter Handel ist für uns keine Marketingidee, sondern eine Grundüberzeugung. So bleibt mehr Wertschöpfung dort, wo der Kaffee wächst, und wir haben direkten Einfluss auf Qualität, Anbau und faire Bezahlung. Genauso wichtig ist unser Team hier vor Ort. Wir investieren bewusst in Schulungen, Sensorik und Handwerk, weil wir überzeugt sind, dass Qualität Wissen, Zeit und Leidenschaft braucht. Für uns endet guter Kaffee nicht bei der Bohne oder der Röstung, sondern in der Tasse. Und weil wir Transparenz leben, zeigen wir jederzeit, woher unser Kaffee kommt, wie wir arbeiten und warum wir Dinge so tun, wie wir sie tun.
Olga, welche Zielgruppe sprecht Ihr mit Eurem Angebot an?
In unseren Augen hat guter Kaffee keine Zielgruppe – er verbindet. Bei Reinholz treffen sich Jung und Alt, Neugierige und Genießer, Menschen, die tief ins Thema eintauchen wollen, genauso wie Gäste, die einfach eine richtig gute Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen schätzen. Unsere Türen stehen allen offen, die Qualität, Handwerk und eine entspannte Atmosphäre lieben. Das gilt nicht nur für unseren Kaffee, sondern auch für Kuchen und Snacks, bei denen wir bewusst auf Regionalität und ehrliche Produkte setzen.
Heiko, welche Herausforderungen gab es bisher zu meistern?
Kaffee ist ein sensibles Naturprodukt. Klimatische Veränderungen, Ernteausfälle, schwankende Verfügbarkeiten und stark gestiegene Rohkaffeepreise fordern die Branche zunehmend heraus. Gleichzeitig führt Preisdumping dazu, dass der wahre Wert des Produkts oft verloren geht. Unsere Haltung ist klar: Qualität und Fairness lassen sich nicht mit extrem niedrigen Preisen vereinbaren. Wenn eine Tasse Kaffee zu wenig kostet, zahlt am Ende immer jemand anderes den Preis – meist die Menschen in den Ursprungsländern. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, mit Transparenz, Aufklärung und ehrlichem Handwerk echte Wertschätzung für das Produkt zu schaffen.
Olga, was sind Eure Tipps für Gründerinnen und Gründer?
Verliert bei aller Planung nie die Menschen aus den Augen. Vision, Zahlen und Struktur sind wichtig, doch ohne Empathie kann Gastronomie nicht nachhaltig sein. Für uns ist Teamkultur das Fundament. Wir arbeiten mit klaren Strukturen, einem Buddy-System für neue Mitarbeitende und einer offenen Fehlerkultur. Nicht alles läuft immer perfekt, aber wir gehen respektvoll miteinander um und fangen uns gegenseitig auf. Wenn Menschen gerne zur Arbeit kommen und ihre Stärken einbringen dürfen, entsteht etwas Echtes – für das Team, die Gäste und das Unternehmen.
