IHK-Umfrage „Going International"

Die bundesweite Umfrage “Going International” 2026 der DIHK ist mit Unterstützung der 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland erstellt worden. An der Befragung vom 2. Februar bis zum 13. Februar 2026 haben sich 2400 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt, darunter auch 99 aus Thüringen.

IHK-Umfrage „Going International" 2026 - Auswertung für Thüringen

Die wichtigsten Erkenntnisse:
Die Umfrage zeigt ein gemischtes, insgesamt jedoch angespanntes Bild für die exportorientierte Thüringer Wirtschaft: Zwar hat sich die Stimmung im Vergleich zu den Vorjahren leicht aufgehellt, die Geschäftserwartungen bleiben aber weiterhin im negativen Bereich. Hauptgrund dafür sind weltweit stark zunehmende Handelshemmnisse, die mit 82 Prozent einen neuen Höchststand erreicht haben und die internationalen Aktivitäten vieler Unternehmen deutlich erschweren. Besonders belastend sind höhere Zölle (63 Prozent), verschärfte Exportkontrollregime (50 Prozent) sowie lokale Zertifizierungsanforderungen (39 Prozent).
Vor allem die USA entwickeln sich zunehmend zum Risikofaktor und gelten für viele Thüringer Unternehmen inzwischen als echter „Bremsklotz“ – geprägt von hohen Zöllen, politischer Unsicherheit und schwachen Geschäftsaussichten. Mehr als 42 Prozent der Befragten schätzen Ihre Chancen auf dem US-Markt als eher schlecht ein. Gleichzeitig sorgen auch innerhalb Europas umfangreiche Regulierungen für zusätzliche Hürden und bremsen die Wettbewerbsfähigkeit.
Trotz dieser Herausforderungen richten viele Unternehmen ihren Blick verstärkt auf neue Märkte: Indien und der Asiatisch-/Pazifische Raum sowie die Mercosur-Region bieten Chancen und gewinnen an Bedeutung. Insgesamt wird deutlich, dass eine breitere internationale Aufstellung für viele Unternehmen inzwischen keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit ist.
Die Auswertung für Gesamt-Deutschland im Detail finden Sie auf der Webseite der DIHK.

Sonderauswertung USA für Thüringen

Einer der wichtigste Exportmärkte Thüringer Unternehmen entwickelt sich vom Stabilitätsanker zum Risikofaktor für die Konjunktur. Hintergrund sind wachsende handelspolitische Spannungen und pauschale US-Zölle auf Importe aus vielen Ländern. Das zeigt eine Sonderauswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft.

Zentrale Ergebnisse

  • Hohe Unsicherheit: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit US-Geschäft sehen die US-Handelspolitik als großes Hindernis.
  • Mehr Bürokratie und Kosten: 51 Prozent berichten von steigenden Kosten und komplexeren Zollverfahren.
  • Stahl- und Aluminiumzölle: 30 Prozent der Thüringer Unternehmen sind davon betroffen.
  • Weitergabe der Kosten: 36 Prozent der Firmen geben zusätzliche Zollkosten ganz oder teilweise an US-Kunden weiter.
  • Exportverluste: Bei 42 Prozent der Unternehmen gehen die Exporte in die USA bereits deutlich zurück oder fallen ganz weg.
  • Investitionen unter Druck: Etwa 14 Prozent planen, Investitionen in den USA zu reduzieren oder Projekte zu verschieben.

Folgen für die Wirtschaft

Die höheren Preise schwächen die Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Exporte im US-Markt. Gleichzeitig sorgen häufige Zollankündigungen, wechselnde Regeln und ungeklärte Rückerstattungsfragen für Unsicherheit. Dadurch werden Investitionen und Handel gebremst – obwohl die USA weiterhin ein zentraler Markt für Thüringer Unternehmen bleiben.
Die ausführliche Sonderauswertung der Bundeszahlen ist auf der Webseite der DIHK zu finden.
Die DIHK-Sonderauswertung zu den Belastungen der Unternehmen in Folge der handelspolitischen Spannungen mit den USA basiert auf der bundesweiten Umfrage „Going International 2026“, die die DIHK mit Unterstützung der 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland durchgeführt hat. An der Befragung vom 2. Februar bis zum 13. Februar 2026 haben sich 2.400 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt.