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Nr. 7203862
Ergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2026
Die Wirtschaft in Nord-, Mittel- und Westthüringen kommt auch im Herbst 2026 nicht in Schwung. Zwar senden erste politische Reformsignale und einzelne Branchen vorsichtig positive Impulse. Eine konjunkturelle Trendwende ist daraus jedoch nicht abzuleiten. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und unverändert belastende strukturelle Rahmenbedingungen bremsen die Unternehmen weiterhin aus. Hinzu kommen die Folgen des Nahost-Konflikts, die für zusätzliche Unsicherheit sorgen. Eine grundlegende Besserung zeichnet sich daher auch für die kommenden Monate nicht ab.
Der Konjunkturklimaindikator, der die Bewertungen der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen miteinander verknüpft, steigt gegenüber dem Frühjahr 2026 lediglich um zwei Zähler. Mit aktuell 82 Punkten bleibt er deutlich vom langjährigen Durchschnitt von 101 Punkten entfernt.
Die aktuelle Geschäftslage hat sich branchenübergreifend leicht verbessert, bewegt sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau. 28 Prozent der Betriebe bewerten ihre Situation als gut, nach 25 Prozent im Frühjahr 2026. Gleichzeitig ist der Anteil der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage von 38 auf 33 Prozent gesunken. Von einer breiten wirtschaftlichen Erholung kann dennoch keine Rede sein.
Der Blick auf die kommenden Monate bleibt von Unsicherheit und Pessimismus geprägt. Lediglich 11 Prozent der Befragten rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, im Frühjahr 2026 waren es noch 13 Prozent. Demgegenüber erwarten 41 Prozent geschäftliche Einbußen, nach 40 Prozent in der Vorumfrage. Die Unternehmen sehen damit weiterhin keine tragfähigen Anzeichen für einen konjunkturellen Wendepunkt. Die Ursachen für die anhaltende Skepsis liegen vor allem im hohen Kosten- und Unsicherheitsdruck. 79 Prozent der Unternehmen nennen die Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko für ihre künftige Geschäftsentwicklung. Es folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 72 Prozent und die Arbeitskosten mit 63 Prozent. Damit dominieren weiterhin Belastungsfaktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe unmittelbar beeinträchtigen.
Die unsicheren Rahmenbedingungen und die schwache Nachfrage schlagen sich deutlich in den Investitionsplänen nieder. Branchenübergreifend bleibt die Investitionsbereitschaft per Saldo im negativen Bereich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, konkret 52 Prozent, will die Investitionsausgaben reduzieren oder gar nicht investieren. Lediglich 13 Prozent planen höhere Ausgaben. Wenn Mittel fließen, dienen sie vor allem der Sicherung des Bestehenden: Für 89 Prozent der investierenden Betriebe ist der Ersatzbedarf das wichtigste Motiv. 23 Prozent investieren in Rationalisierungsmaßnahmen, während Kapazitätserweiterungen mit 12 Prozent nur selten im Fokus stehen. Die Investitionen zielen damit überwiegend auf Bestandssicherung und Effizienz, nicht auf Expansion.
Auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt hinterlässt die anhaltende Flaute ebenfalls Spuren, wenngleich die demografische Entwicklung die Auswirkungen etwas dämpft. 29 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einem Beschäftigungsabbau. Nur 7 Prozent wollen ihren Personalbestand ausweiten. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel trotz der aktuellen Konjunkturschwäche eine Herausforderung. 39 Prozent der Unternehmen sehen darin ein wesentliches Geschäftsrisiko, dass bei wirtschaftlicher Belebung rasch wieder stärker in den Vordergrund rücken dürfte.
Fazit: Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen: Die regionale Wirtschaft verharrt in einer ausgeprägten Schwächephase. Die leichte Aufhellung der Geschäftslage reicht nicht aus, um Investitionen, Beschäftigung und Erwartungen nachhaltig zu stabilisieren. Solange hohe Energie- und Arbeitskosten, unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und eine schwache Nachfrage die Unternehmen belasten, bleibt eine selbsttragende Erholung unwahrscheinlich. Um den Standort wieder auf einen verlässlichen Wachstumspfad zu führen, braucht es deshalb rasch spürbare Entlastungen und bessere Bedingungen für unternehmerische Investitionen.