Konjunktur im IHK-Bezirk hellt sich leicht auf

Die Wirtschaft im Bezirk der IHK für Ostfriesland und Papenburg (IHK) zeigt sich im zweiten Quartal 2026 etwas zuversichtlicher als zu Jahresbeginn. Die Unternehmen blicken weniger pessimistisch auf die kommenden Monate, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch angespannt.
Der Konjunkturklimaindex steigt von 74 auf 82 Punkte, liegt damit aber weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert von 94 Punkten. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK hervor.

Geschäftserwartungen verbessern sich

Die gegenwärtige Geschäftslage bleibt nahezu unverändert. 25 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht (Vorquartal: 29 Prozent), während der Anteil guter Bewertungen von 18 auf 13 Prozent zurückgeht. Der Lagesaldo verschlechtert sich damit geringfügig von -11 auf -12 Punkte.
Die Geschäftserwartungen haben sich gegenüber dem Vorquartal zwar deutlich verbessert, insgesamt bleibt der Blick in die Zukunft jedoch verhalten. Zwar rechnen weiterhin lediglich fünf Prozent der Unternehmen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, gleichzeitig geht der Anteil der Betriebe mit pessimistischen Erwartungen jedoch deutlich von 42 auf 28 Prozent zurück. Der Erwartungssaldo steigt damit von -38 auf -23 Punkte.

Die Ergebnisse zeigen eine vorsichtige Stabilisierung nach sehr schwierigen Monaten”, sagt IHK-Präsident Theo Eilers. ”Die zeitweise Beruhigung im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie der befristete Tankrabatt haben kurzfristig zur Entlastung beigetragen und die größten Sorgen vor weiteren Kostensteigerungen etwas gedämpft. Hinzu kamen Hoffnungen auf wirtschaftspolitische Impulse und günstigere Finanzierungsbedingungen. Die wirtschaftliche Lage bleibt jedoch angespannt. Von einer echten Trendwende sind wir noch weit entfernt“, sagt IHK-Präsident Theo Eilers.

Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen wieder größtes Geschäftsrisiko

Als größtes Geschäftsrisiko nennen die Unternehmen erneut die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Nachdem sie in der vergangenen Konjunkturumfrage erstmals seit fast drei Jahren von den Energie- und Rohstoffpreisen abgelöst wurden, rücken sie nun mit 75 Prozent wieder an die Spitze. Mit 67 Prozent liegen die Energie- und Rohstoffpreise nun auf dem zweiten Platz (Vorquartal: 87 Prozent). Unverändert hoch bleiben die Risiken durch die Inlandsnachfrage (64 Prozent), die Arbeitskosten (59 Prozent) und den Fachkräftemangel (44 Prozent).
"Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind für die Unternehmen wieder das größte Geschäftsrisiko. Das zeigt, wie dringend bessere Standortbedingungen gebraucht werden – mit weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und besseren Bedingungen für Investitionen“, sagt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hartmut Neumann.
Die IHK begrüßt, dass die Bundesregierung diesen Handlungsbedarf mit ihrem Programm "Aufschwung und Beschäftigung“ in wichtigen Punkten aufgreift. Positiv bewertet sie insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Bürokratieabbau sowie zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. "Das Reformpaket enthält wichtige und überfällige Ansätze. Jetzt kommt es darauf an, sie zügig umzusetzen und dort nachzuschärfen, wo sie noch nicht ausreichen. Unsere Unternehmen brauchen dauerhaft bessere Rahmenbedingungen, damit sie wieder stärker investieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit aus eigener Kraft ausbauen können“, so Neumann.
Die IHK hatte im Rahmen ihrer aktuellen Konjunkturumfrage zum Ende des zweiten Quartals 2026 wieder mehr als 200 Unternehmen aus der Industrie, dem Einzel- und dem Großhandel, der Dienstleistungsbranche, dem Gastgewerbe sowie aus dem Verkehrssektor der Region zu ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation und zu ihren Erwartungen an die kommenden Monate befragt.
Den ausführlichen IHK-Konjunkturbericht können Sie via E-Mail an Katrin Winkelmann beziehen.