Pressemeldung Nr. 43 vom 15.06.2022

Wirtschaft im Krisenmodus

Wir brauchen Internationalisierung und Globalisierung, um unseren Wohlstand zu sichern.

Die Bedingungen für Geschäfte im In- und Ausland haben sich im Laufe der Pandemie und durch den russischen Krieg in der Ukraine rasant verändert. Die Wirtschaft ist im dauerhaften Krisenmodus und die Globalisierung befindet sich vor einer Neuausrichtung. Vermehrt wird die Abkehr von internationaler Arbeitsteilung gefordert. Hinzu kommen gesetzgeberische Vorhaben, die Unternehmen vor enorme Herausforderungen stellen bzw. stellen werden.
„Unser internationaler Wirtschaftsstandort lebt vom globalen Austausch von Waren und Dienstleistungen sowie insgesamt von offenen Märkten. Dazu zählen die Exportwirtschaft und die Zentralen ausländischer Unternehmen und Konzerne. Dazu zählen aber auch die für viele Branchen wie Handel, Gastronomie, Hotellerie sowie Freizeit- und Kulturwirtschaft wichtigen, strukturprägenden Betriebe Messe und Flughafen Düsseldorf“, betont IHK-Präsident Andreas Schmitz die Bedeutung einer funktionierenden internationalen Arbeitsteilung.
„Natürlich sind viele Unternehmen sensibilisiert und schauen sich nach neuen Zulieferern und Kunden um. Viele überlegen, die eigene Produktion wieder ein Stück näher an den Heimatmarkt zu holen, aber es muss unser Ziel bleiben, den internationalen Handel zu fördern und zu erleichtern. Denn ohne diese internationale Vernetzung und Arbeitsteilung droht der Region ein Wohlstandsverlust“, so Schmitz.
„Auf die politischen Entscheidungsträger auf EU- und Bundesebene warten dicke Bretter: Es gilt Handelsliberalisierungen voranzutreiben – wohlwissend, dass die nationalen Debatten zunehmend vom Schutz des eigenen Marktes bestimmt werden. Die WTO sollte als Schiedsrichter des Welthandels wieder gestärkt werden. Und auch auf EU-Ebene gilt es nochmals zu hinterfragen, wie die politischen Vorhaben im Bereich Nachhaltigkeit mit mehr Augenmaß unternehmensfreundlicher ausgestaltet werden können. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil es in anderen Weltregionen deutlich weniger strenge Vorgaben gibt und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leidet“, nennt Gerhard Witte, Geschäftsführer Witte Consulting GmbH und Vorsitzender des Außenwirtschaftsausschusses der IHK Düsseldorf drei Kernforderungen der regionalen Wirtschaft an die politischen Entscheidungsträger.
Hintergrund
Rund jeden zweiten Euro verdient das verarbeitende Gewerbe in Düsseldorf und dem Kreis Mettmann im Ausland. Der IHK-Bezirk ist von einer großen Zahl ausländischer Unternehmen geprägt, die hier häufig auch ihre Deutschland- oder Europazentralen haben. Viele ausländische Fachkräfte sind in Unternehmen in der Region beschäftigt. Die Messe und der Flughafen Düsseldorf sind Knotenpunkte der internationalen Vernetzung für die Region und darüber hinaus. Dieses internationale Ökosystem ist ein zentraler Faktor für die Wirtschaftsstärke im IHK-Bezirk Düsseldorf. Mit dem in seiner letzten Sitzung Anfang Mai im Außenwirtschaftsausschuss beschlossenen Positionspapier setzt sich die IHK Düsseldorf für einen freien und regelbasierten Handel ein.
Das vollständige Positionspapier ist zu finden unter: https://www.ihk.de/duesseldorf/freihandel (PDF-Datei · 390 KB)