Pressemeldung Nr. 18 vom 14.04.2026

Geplanter Haushalt in Hilden: IHK Düsseldorf warnt vor höherem Gewerbesteuerhebesatz als in Düsseldorf

Am Mittwoch, den 15.04.2026 tagt der Rat der Stadt Hilden und berät über den Vorschlag der Stadtverwaltung, den Gewerbesteuerhebesatz zu erhöhen. Die IHK Düsseldorf spricht sich entschieden gegen die vorgeschlagene Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes auf 450 Punkte aus.
Der Regionalausschuss Haan-Hilden betont, dass eine Anhebung um 12,5 Prozent zum jetzigen Zeitpunkt die zusätzliche Belastung der Unternehmen in ohnehin schwierigen Zeiten enorm erhöhen würde:
„Nach zwei Rezessionsjahren und einer anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation ist die Belastungsgrenze vieler Unternehmen erreicht“, erklärt Marc-Oliver Köhler, Vorsitzender des Regionalausschusses Haan-Hilden und Geschäftsführer der Brüninghaus & Drissner GmbH in Hilden. „Gerade jetzt brauchen die Betriebe Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen – keine zusätzlichen steuerlichen Belastungen.“
Die wirtschaftliche Lage wird zusätzlich durch geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise sowie anhaltende Störungen globaler Lieferketten verschärft. Auch die jüngsten Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten tragen zu einer weiteren Eintrübung der Konjunkturaussichten bei. Vor diesem Hintergrund bewertet der Regionalausschuss die geplante Steuererhöhung als falsches Signal.
Zugleich erkennen die Unternehmen die angespannte Haushaltslage der Stadt Hilden ausdrücklich an. Diese ist auch Folge wachsender Aufgabenübertragungen durch Bund und Land.
„Solide öffentliche Finanzen sind eine zentrale Grundlage für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Dieses Ziel teilen Wirtschaft, Politik und Verwaltung gleichermaßen“, betont Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.
Allerdings sieht die IHK vorrangig die Notwendigkeit, Einsparpotenziale konsequent zu nutzen. Bei geplanten ordentlichen Aufwendungen von rund 242 Millionen Euro sollte es möglich sein, die für 2026 erwarteten Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 5,25 Millionen Euro durch Kürzungen gegenzufinanzieren. Zusätzliche Spielräume ergeben sich zudem durch die jüngst beschlossene Senkung der Kreisumlage, die die Kommunen im Kreis Mettmann spürbar entlastet.
„Eine Steuererhöhung würde die Wettbewerbsfähigkeit Hildens im interkommunalen Vergleich schwächen“, so Köhler weiter. Mit einem Hebesatz von 450 Punkten läge die Stadt künftig über dem Niveau der benachbarten Landeshauptstadt Düsseldorf. Dies würde die Attraktivität für ansiedlungs- und expansionswillige Unternehmen deutlich mindern – gerade in einer Phase, in der Gewerbeflächen ohnehin knapp sind und Investitionsentscheidungen sensibel getroffen werden.
Hinzu kommt, dass steigende Steuerlasten auch unerwünschte Nebenwirkungen entfalten können. Bereits in der Vergangenheit hat die Verwaltung selbst darauf hingewiesen, dass höhere Hebesätze zu sinkenden Steuereinnahmen führen können – etwa durch Gewinnverlagerungen oder Standortentscheidungen zulasten Hildens. Die IHK Düsseldorf unterstreicht daher die Bedeutung stabiler und wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen.
Hilden verfügt über zahlreiche Standortvorteile – darunter eine leistungsfähige Infrastruktur, eine lebendige Innenstadt sowie einen starken gewerblichen Mittelstand. Diese Stärken gilt es gezielt zu sichern und weiter auszubauen.
„Die Steuerzahlungen der Unternehmen bilden das Fundament der kommunalen Finanzen“, so Berghausen abschließend. „Umso wichtiger ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vor Ort auch mit Blick auf die benachbarten Kommunen nicht zu gefährden.“
Der Regionalausschuss appelliert daher an den Rat der Stadt Hilden, auf die geplante Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes zu verzichten und stattdessen konsequent auf Ausgabendisziplin zu setzen.