Newsletter-Ausgabe Mai 2026

Länder und Märkte

Hier erwarten Sie Branchen- und Wirtschaftsinformationen zu verschiedenen Ländern und Märkten sowie Hinweise auf internationale Geschäftsmöglichkeiten und EU-News.

Welche allgemeinen und EU-News gibt es?

Meerengen und alternative Handelsrouten
Kritische Situationen und Konflikte unterbrechen regelmäßig Lieferketten zwischen Asien und Europa. Daher ist zwischen den beiden Kontinenten derzeit nur der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung eine Alternative auf dem Seeweg. Transkontinentale Routen von China über Russland oder über Zentralasien wie der Mittlere Korridor, auch bekannt als Eurasische Korridore, werden weiter ausgebaut. Ebenso der ASEAN-China-Korridor, eine neue Land-See-Verbindung zwischen China und Südostasien. Die Germany Trade and Invest GmbH wirft einen ausführlichen Blick auf weltweite Alternativrouten.
Neue Hermesdeckung flex & cover
Der Warenursprung ist ein zentrales Kriterium für die Förderungswürdigkeit. Nun hat die Bundesregierung die Förderungswürdigkeit um einen neuen Ansatz (flex&cover) ergänzt. Flex&cover stellt den “German Footprint“, den ein Exportunternehmen für den Standort Deutschland erbringt, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dieser volkswirtschaftliche Beitrag wird unternehmensindividuell in einer Gesamtschau unter anderem anhand der Aspekte: Forschung und Entwicklung, Steuerpflicht, Investitionstätigkeit, Sitz der Zentrale, Beschäftigung, Ausbildung, und Produktion ermittelt. Mit flex&cover trägt der Bund den zunehmend internationalen Geschäfts- und Wertschöpfungsmodellen deutscher Unternehmen in der Außenwirtschaft Rechnung.
Quelle/Link: exportkreditgarantien.de
EU-Stahlmaßnahmen: Vorläufige Einigung von EU-Rat und EU-Parlament
Am 13.04.2026 haben der Ratsvorsitz und das Europäische Parlament eine vorläufige Einigung über eine Verordnung erzielt, mit der die negativen handelsbezogenen Auswirkungen globaler Überkapazitäten auf den EU-Stahlmarkt bekämpft werden sollen. Die Maßnahme sollen mit den internationalen Handelsverpflichtungen der EU vereinbar und für die Wirtschaftsakteure, einschließlich der nachgelagerten Industrien, ausreichend flexibel bleiben. Sie wird die derzeitigen Schutzmaßnahmen der EU für Stahl ersetzen, die am 30. Juni 2026 auslaufen sollen. Sobald die Verordnung von beiden Institutionen förmlich angenommen wurde, tritt sie am 1. Juli 2026 in Kraft.
Quelle: EU-Rat

Welche länderspezifischen, (rechtlichen) Neuerungen sind zu beachten?

Indien: Quellensteuer – Form 41 ersetzt Formular 10F
Zum 1. April 2026 wurde das Formular 10F durch das Formular 41 ersetzt. Der Zweck des Formulars und der Prozess der Antragsstellung ändern sich hierdurch nicht. Die weitere Verwendung des Formulars 10F kann allerdings zu formellen Beanstandungen führen. Die Meldung über steuerpflichtige Einkünfte in Indien und zur steuerlichen Ansässigkeit ist seit 2023 online (E-Filing) einzureichen.
Korea, Rep.: Änderungen im Datenschutzgesetz
Zum 11. September 2026 treten verschiedene Änderungen im südkoreanischen Datenschutzgesetz in Kraft. Unter anderem muss nach Art. 34 Abs. 2 des Personal Information Protection Act (PIPA) eine unverzügliche Benachrichtigung der betroffenen Person bereits ab Kenntnis der Möglichkeit eines Datenschutzvorfalls erfolgen und nicht erst, wenn der Datenverantwortliche Kenntnis vom tatsächlichen Datenleck hat.
Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Für welche Branchen/in welchen Märkten bestehen Geschäftschancen?

Großbritannien: Deutsch-britische Wirtschaftskooperation – Marktchancen bei Energie, Klima und Verteidigung
Der britische Energiesektor wächst durch das Ziel einer emissionsfreien Stromproduktion bis 2030 und den Ausbau des Stromnetzes. Bis 2028 entstehen erste Elektrolyseanlagen mit 125 Megawatt. Die Regierung investiert zudem in CO₂-Abscheidung und -Speicherung. Auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bietet Potenzial. Geplant sind Investitionen von rund 17 Milliarden Euro in nukleare Abschreckung sowie der Bau von zwölf Atom-U-Booten im AUKUS-SSN-Programm.
Quelle: Germany Trade and Invest GmbH
Indiens Bedarf an Medizintechnik wächst in allen Segmenten
Der indische Gesundheitssektor steht deutschen Unternehmen grundsätzlich offen. Für die Einfuhr und die lokale Produktion werden jedoch Lizenzen benötigt. Zölle und besondere Regeln bei Ausschreibungen müssen ebenfalls beachtet werden. Für ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) gibt es keine Beteiligungsgrenzen. FDI in Gesundheitseinrichtungen und Medizintechnik laufen über die Automatic Route, die keine Zustimmung der indischen Zentralbank verlangt.
Quelle: Germany Trade and Invest GmbH
Japan: Geschäftschancen - CEO Business Meeting Event 2026 im Bereich Medizintechnik
Im November 2026 haben Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Healthcare und Pflege die Möglichkeit, an einem CEO-Business-Meeting mit japanischen Unternehmen teilzunehmen. Ziel der Veranstaltung ist es, gezielt internationale Kooperationen aufzubauen – von Vertriebspartnerschaften über gemeinsame Produktentwicklungen bis hin zu Joint Ventures. Die Teilnahme ist kostenfrei und umfasst individuell organisierte B2B-Gespräche auf Entscheiderebene sowie Unterstützung durch Dolmetschende. Besonders interessant ist das Angebot für Unternehmen, die an technologischer Zusammenarbeit oder dem Zugang zum japanischen Markt interessiert sind. Interessierte Unternehmen können sich bis zum 12. Juni 2026 bewerben. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt im Anschluss durch den Veranstalter. Veranstaltet wird das CEO Business Meeting von der Organization for Small & Medium Enterprises and Regional Innovation, Japan (SMRJ) https://www.smrj.go.jp/english/ . Interessierte Unternehmen können weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen anfordern bei: Katrin Lange, Japan Desk / IHK Düsseldorf unter katrin.lange@duesseldorf.ihk.de
Kanadas Rohstoffsektor im Umbruch – Geschäftschancen für deutsche Unternehmen steigen
Der Engpass liegt weniger unter als Tage. Zwar verfügt Kanada über reiche Rohstoffvorkommen, doch die eigentliche Herausforderung beginnt bei Erschließung, Verarbeitung und industrieller Skalierung. Für deutsche Unternehmen ist dabei entscheidend: Der Marktzugang erfolgt in vielen Fällen nicht erst über laufende Bauprojekte, sondern deutlich früher – über Engineering‑Partner, Generalplaner und Projektkonsortien, die technische Standards festlegen und Beschaffungsentscheidungen vorbereiten. Unternehmen, die sich frühzeitig in Projektstrukturen, Netzwerke und Partnerschaften einbringen, können technische Lösungen platzieren, die später nur noch schwer zu ersetzen sind.
Quelle: Germany Trade and Invest GmbH
Slowenien: EU-Förderung bietet Geschäftschancen für deutsche Unternehmen
Auch in der kommenden EU‑Haushaltsperiode ab 2028 kann Slowenien mit umfangreichen Mittelzuweisungen rechnen. Nach ersten Vorschlägen der EU‑Kommission ist für das Land ein Förderrahmen von 5,4 Milliarden Euro vorgesehen. Für deutsche Ausrüster ergeben sich daraus weiterhin potenzielle Geschäftsmöglichkeiten, zumeist in indirekter Form über Lieferverträge. Deutsche Unternehmen können sich zudem direkt an Förderausschreibungen beteiligen.
Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Welche aktuellen Umfrageergebnisse stehen bereit?

IHK Düsseldorf stellt Studie zur EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) vor
Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag der IHK Düsseldorf eine Studie zur Betroffenheit und zum Umsetzungsstand der EUDR in Unternehmen erstellt. Größte Hürden stellen die mangelnde Verfügbarkeit der erforderlichen Daten, die Bewältigung der erforderlichen Datenmenge sowie die Integration der erforderlichen Daten in die unternehmenseigenen IT-Systeme dar. Die komplette Auswertung steht auf der Webseite der IHK Düsseldorf bereit.
Konflikt im Nahen Osten: Ergebnisse einer Blitzumfrage
Die Auswertung der NRW-weiten Umfrage vom 23. bis 29. März 2026 zu den Auswirkungen des Nah-Ost-Konflikts zeigt, dass nordrhein-westfälische Unternehmen vor allem vor folgenden Herausforderungen stehen:
  • steigende Transport- und Logistikkosten (82 Prozent),
  • steigende Energiepreise (71 Prozent),
  • Verzögerungen und Störungen in den Lieferketten (40 Prozent),
  • sinkende Nachfrage (31 Prozent),
  • gestiegene Risikoaufschläge und Versicherungen (20 Prozent).