Newsletter-Ausgabe September 2026

Länder und Märkte

Hier erwarten Sie Branchen- und Wirtschaftsinformationen zu verschiedenen Ländern und Märkten sowie Hinweise auf internationale Geschäftsmöglichkeiten und EU-News.

Verteidigung in Europa: Neue Rollen für zivile Zulieferer

Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit der europäischen NATO-Staaten könnten nach Berechnungen der Strategieberatung EY-Parthenon jährlich rund 150 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung erzeugen.
Besonders der Maschinenbau, die Metallverarbeitung sowie die Technologie- und IT-Wirtschaft dürften davon profitieren.
Für deutsche Zulieferer, Technologieanbieter und spezialisierte Mittelständler ergeben sich so neue Absatz- und Kooperationsmöglichkeiten. Der Einstieg in die Lieferketten der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist jedoch nicht leicht: Beschaffungswege, technische Anforderungen und industrielle Strukturen unterscheiden sich von Exportmarkt zu Exportmarkt.
Ein Webartikel der Germany Trade and Invest GmbH ordnet wichtige europäische Herstellerländer anhand ihrer Produktionsprofile ein, zeigt, welche Rolle einzelne Märkte im europäischen Produktionsökosystem spielen und unterstützt Unternehmen dabei, Marktstrukturen, industrielle Schwerpunkte und mögliche Kooperationsansätze zu identifizieren.

Rechtsatlas KI – Entwicklungen

Mit dem rasanten Fortschritt der Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) auf der ganzen Welt hat das Thema an rechtlicher Relevanz gewonnen.
Derzeit haben einige Länder spezifische Gesetze zu KI mit unterschiedlichen Schwerpunkten verabschiedet. Gleichzeitig arbeiten Parlamente weltweit eilig an Gesetzesentwürfen. Andere Länder haben bereits bestehende allgemeine Gesetze angepasst, um auch das Thema KI abzudecken. Die derzeitige Umgestaltung der diversen Rechtssysteme ist eine Folge der gegenwärtigen und künftigen Auswirkungen der KI auf Fragen, die vom Datenschutz über die Menschenrechte bis hin zur Rechtsstaatlichkeit reichen.
Ein Rechtsatlas der Germany Trade and Invest GmbH gibt einen Überblick über die KI-Gesetze in aller Welt.

China: Neue Bestimmungen für kleine Datenverarbeiter

Zum 1. September 2026 treten in China Vorschriften zu vereinfachten Datenschutzmaßnahmen für sogenannte kleine Verarbeiter personenbezogener Daten in Kraft.
Unter "kleinen Verarbeitern persönlicher Daten" in China versteht Art. 2 Abs. 2 der Bestimmungen solche Verarbeiter, die personenbezogene Daten von weniger als 100.000 Personen verarbeiten. Die neuen Bestimmungen führen insbesondere das chinesische Gesetz zum Schutz persönlicher Informationen (Personal Information Protection Law - PIPL; vgl. Art. 62 Nr. 2 PIPL) und die Regelungen zur Verwaltung der Netzwerkdatensicherheit näher aus und sollen nach ihrem Art. 1 die innovative Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen fördern.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

China: Geschäftsmöglichkeiten bei Halbleitern und KI

Chinas Elektronikindustrie bleibt global an der Spitze. KI, Halbleiter und hochwertige Komponenten treiben das Wachstum, während klassische Endgeräte an Bedeutung verlieren.
Zugleich gewinnt China als Standort für die Integration von Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) in industrielle Prozesse an Bedeutung. Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen von Rechenzentren, intelligenten Endgeräten, der Automobilelektronik und der fortschreitenden Digitalisierung der Industrie.
Für deutsche Anbieter liegen die größten Marktchancen bei spezialisierten Fertigungstechnologien, etwa Anlagen zum Bohren, Fräsen und Messen, Lösungen für Prozesskontrolle und Qualitätssicherung sowie Reinraum-, Vakuum-, Gas- und Wassertechnik. Auch Spezialchemikalien und Software für die intelligente Fertigung bieten Marktpotenzial.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

Indien und EU setzen auf Freihandel - Geschäftschancen für deutsche Unternehmen

Mit dem Freihandelsabkommen vertiefen beide Partner die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Geschäftschancen bietet das Abkommen voraussichtlich vor allem für folgende Bereiche:
  • Lebensmittelindustrie
    Trotz weiterhin teils hoher Schutzzölle verbessert das Freihandelsabkommen den Marktzugang für zahlreiche Lebensmittel und Getränke aus der EU.”
  • Chemieindustrie
    Das EU-Indien-Abkommen eröffnet der Chemieindustrie neue Chancen. Fehlende Kapazitäten bei Spezialchemikalien erhöhen die Nachfrage nach Importen aus Deutschland.”
  • Automobilindustrie
    Deutliche Zollsenkungen verhelfen der Automobilbranche zu einem besseren Marktzugang. Das stärkt die Position von Herstellern und Zulieferern in einem dynamischen Wachstumsmarkt.”
  • Medizintechnik
    Das EU-Indien-Abkommen senkt Zölle auf Medizintechnik. Davon profitieren insbesondere deutsche Anbieter hochwertiger und technologisch anspruchsvoller Produkte.”
  • Pharmazeutik
    Das EU‑Indien‑Freihandelsabkommen verbessert die Marktchancen von Pharmaunternehmen. Geringere Zölle erleichtern deutschen Unternehmen den Zugang zum Gesundheitsmarkt.”
  • Maschinenbau
    Laut EU-Angaben wird das Freihandelsabkommen die indischen Zölle für Maschinen und Anlagen deutlich senken. Deutsche Hersteller könnten von besseren Marktchancen profitieren.”
Zudem stehen der Dienstleistungshandel und der digitale Handel im Fokus des Abkommens.
Unternehmen sollten sich bereits jetzt vorbereiten, um die Vorteile des EU-Indien-Abkommens nach Inkrafttreten nutzen zu können. Zudem erleichtern Förderangebote den Schritt nach Indien.
Das Abkommen wird voraussichtlich im Jahr 2027 in Kraft treten.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Israels Abfallreformen eröffnen neue Marktchancen

Investitionen, neue Verwertungsanlagen und regulatorische Reformen erhöhen die Nachfrage nach Recyclingtechnik aus dem Ausland.
Der Bedarf konzentriert sich bislang auf Sortier-, Aufbereitungs- und Komprimierungstechnik. Auch das geplante Abfallgesetz dürfte die Importnachfrage erhöhen. Benötigt werden hierfür unter anderem intelligente Füllstands- und Meldesensoren sowie digitale Identifikationssysteme, GPS- und Telematiklösungen und automatisierte Rücknahmesysteme. Bei Unternehmen entsteht zusätzlicher Bedarf an Daten- und Wiegetechnik, um die behördlichen Dokumentationspflichten zu erfüllen.
Mehr Informationen stehen in einem Webartikel der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

Japans Investmentregionen kennenlernen

Die Japanische Außenhandelsorganisation JETRO stellt in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und relevanten Organisationen Informationen zur Verfügung, um die Auswahl geeigneter Investitionsstandorte nach Präfekturen und Regionen zu erleichtern. Dabei kann man gezielt Informationen zu einzelnen Branchen und Förderinstrumenten abrufen.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der JETRO bereit.

Kanada: Bedarf an technischen Lösungen für den Betrieb von Häfen und Containerterminals bietet Absatzchancen

Das Land versteht Verkehrsinfrastruktur zunehmend als Instrument der Außenwirtschaftspolitik und sucht nach neuen Absatzmärkten und alternativen Routen außerhalb der USA. Vor allem in Montréal, Halifax, Vancouver und Prince Rupert entstehen Kapazitäten für Container-, Rohstoff- und Agrartransporte, die Kanadas Zugang zu internationalen Märkten verbessern sollen.
Für deutsche Anbieter ergeben sich die interessantesten Chancen häufig nicht im Bau der Häfen oder Containerterminals selbst.
Gefragt sind vielmehr technische Lösungen für den späteren Betrieb: Elektrifizierung, Automatisierung, Energieversorgung, digitale Steuerungssysteme oder moderne Umschlagtechnik.
Einblicke, wie sich Unternehmen auf dem kanadischen Markt etablieren und Geschäftschancen nutzen können, gibt ein Webartikel der Germany Trade and Invest GmbH.

Kasachstan: Neue Einreiseregelungen in Vorbereitung

Zum 25. August 2026 traten in Kasachstan gesetzliche Änderungen zur digitalen Erfassung von Reisenden aus visumfreien Staaten in Kraft.
Für die Einreise selbst ergeben sich zunächst jedoch keine Änderungen: Das elektronische System QazETA (Electronic Travel Authorization, ETA) befindet sich derzeit noch in der Testphase.
Nach den derzeit vorliegenden Informationen soll die elektronische Einreisegenehmigung über eine Online-Plattform oder eine mobile QazETA-App beantragt werden können. Der Antrag muss spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt eingereicht werden. Die Genehmigung soll anschließend bis zu 180 Tage gültig sein.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der AHK Zentralasien bereit.

Mexiko verschärft Vorgaben zur Geldwäscheprävention

Das mexikanische Finanzministerium (SHCP) hat am 7. August 2026 im Bundesgesetzblatt (Diario Oficial de la Federación) mit dem Acuerdo 115/2026 neue Ausführungsbestimmungen zur Geldwäscheprävention (LFPIORPI) veröffentlicht.
Die neuen Regeln verschärfen die Compliance-Anforderungen deutlich. Im Mittelpunkt steht künftig ein risikobasierter Ansatz: Betroffene Unternehmen müssen ihre spezifischen Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken systematisch analysieren und dokumentieren. Kunden sind mindestens in niedrige, mittlere und hohe Risikokategorien einzustufen. Für Kunden mit erhöhtem Risiko gelten verstärkte Sorgfaltspflichten.
Die Reform tritt am 30. November 2026 in Kraft.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der AHK Mexiko bereit.

USA: Sales and Use Tax – Kalifornien schließt Umsatzsteuerlücke für Software

Die Sales and Use Tax in Kalifornien wird ab 2027 auf Standardsoftware ausgeweitet. Die neuen Vorschriften betreffen viele internationale Softwareanbieter.
Kalifornien gehörte bislang zu den wenigen US-Bundesstaaten, die keine Sales and Use Tax auf vorgefertigte Software beziehungsweise Standardsoftware (Prewritten Software) erhoben haben, die elektronisch bereitgestellt oder per Fernzugriff genutzt wird.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2027 ändert sich dies jedoch grundlegend: Die California Senate Bill 122 erweitert den Begriff "bewegliche körperliche Wirtschaftsgüter" (tangible personal property) auf digitale Produkte. Damit unterliegt künftig auch der Verkauf von Standardsoftware der kalifornischen Sales and Use Tax.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

USA: Starke Nachfrage nach deutscher Klima- und Baumaschinentechnik und Know-how

Die Einfuhren der USA von Bau- und Bergbaumaschinen stiegen im 1. Halbjahr 2026 um 12 Prozent zum Vorjahr.
Die Importe "made in Germany" legten sogar um 50 Prozent zu. Für den Anstieg maßgeblich war die lebhafte Nachfrage nach Abbau-, Tunnelbohr- und Straßenbaumaschinen. Die Importe von Klimatechnik legten in den ersten sechs Monaten 2026 um knapp 6 Prozent zu und erreichten damit einen Rekordwert.
Deutsche Technik und Know-how sind begehrt.
Herausfordernd bleiben für den deutschen Maschinenbau in den USA die Zölle auf Aluminium und Stahl sowie zahlreiche Derivate dieser Metalle.
Weitere Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.