Newsletter-Ausgabe Oktober 2026

Länder und Märkte

Hier erwarten Sie Branchen- und Wirtschaftsinformationen zu verschiedenen Ländern und Märkten sowie Hinweise auf internationale Geschäftsmöglichkeiten und EU-News.

EU plant einheitliches Entsendeportal

Die EU plant die Einführung eines freiwilligen, einheitlichen digitalen Meldeportals für Entsendungen („e-Declaration“).
Deutschland hat sich gemeinsam mit Griechenland, Irland, Litauen, Polen, Portugal, Slowenien, Tschechien und Ungarn bereit erklärt, das Portal künftig zu nutzen.
Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen bei grenzüberschreitenden Mitarbeitereinsätzen zu verringern. Die formale Verabschiedung auf EU-Ebene steht noch aus. Weitere Mitgliedstaaten können sich dem System anschließen.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite des Europäischen Rates bereit:

Neu: Der Schiedsgerichtshof bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH)

Internationale Geschäfte bieten große Chancen, können im Konfliktfall jedoch auch rechtliche Herausforderungen mit sich bringen.
Mit dem neuen Schiedsgerichtshof bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH) steht Unternehmen nun eine moderne, digitale und effiziente Alternative zu staatlichen Gerichtsverfahren zur Verfügung.
Das gemeinsame Angebot der IHKs und des weltweiten AHK-Netzwerks ermöglicht eine vertrauliche, schnelle und international vollstreckbare Streitbeilegung – besonders bei grenzüberschreitenden Wirtschaftsbeziehungen.
Erfahren Sie mehr über die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten des neuen Schiedsgerichtshofs für international tätige Unternehmen unter:

Messevisa: Bis zu elf Monate Wartezeit

Wartezeiten für Aussteller und Besucher aus dem visumpflichtigen Ausland, die an Messen in Deutschland teilnehmen wollen, bleiben eine Herausforderung.
Gerade in der Türkei sind die Wartezeiten lang und schwer planbar. Das zeigt die aktuelle Messevisa-Umfrage des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA unter den Auslandsvertretungen deutscher Messeveranstalter.
Zu den größten Problemen zählen fehlende oder schwer planbare Termine zur Visumbeantragung. Dies führt beispielsweise dazu, dass Delegationsreisen nach Deutschland, Länderpavillons oder Messeteilnahmen hierzulande nur eingeschränkt oder sogar gar nicht stattfinden können.
Einzelheiten stehen auf der Webseite des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. bereit:

Bangladesch: Neue Investitionsförderbehörde in Dhaka gegründet

Im Sommer 2026 wurde durch den Zusammenschluss verschiedener einzelner Behörden die neue einheitliche Anlaufstelle "Invest Bangladesh" in Dhaka errichtet.
Die neue Behörde informiert auf ihrer Webseite nun gebündelt unter anderem über Investitionsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen und bietet diverse Dienstleistungen zur Unterstützung beim Geschäftsaufbau an. Dabei werden auch für bestimmte Länder oder Regionen, etwa für Europa, zuständige Ansprechpersonen nebst Kontaktdaten aufgeführt.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Frankreichs Photonik bleibt auf Wachstumskurs und bietet Geschäftsmöglichkeiten

Frankreichs Verteidigungsindustrie und die Halbleiterbranche schieben den Photoniksektor an.
Gerade bei Produktionstechnologien und Maschinen für integrierte Photonik- und Halbleiterbauelemente sowie für optische Elemente, effiziente Fertigungstechniken, optische Messtechnik und Prüfverfahren bietet das Land auch für deutsche Unternehmen attraktive Absatzchancen.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Indien: BIS-Zertifizierungen für LED-Leuchten verschoben

Die Einführung der neuen BIS-Anforderungen für LED-Leuchten und LED-Lampen in Indien wurde auf den 2. Februar 2027 verschoben. Exportierende Unternehmen gewinnen damit mehr Zeit, sollten die erforderlichen Anpassungen jedoch frühzeitig prüfen.
Mehr Informationen stehen bereit unter:

Indiens Halbleiterindustrie erhält weiteren Förderschub

Bislang war Indien vor allem im Halbleiterdesign aktiv. Nun engagiert sich das Land auch in der Fertigung. Dem Datenportal Statista zufolge werden indische Unternehmen im Bereich Halbleiter 2026 einen Umsatz von 16 Milliarden US$ erzielen. Bis 2030 könnten es über 34 Milliarden US$ werden. Ausländische Unternehmen, die im Auf- und Ausbau der Halbleiterbranche engagiert sind, können von dem Trend profitieren.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

Island: Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen

Kürzlich hat Island neue Beitrittsverhandlungen mit der EU abgelehnt. Eine Vollmitgliedschaft in der EU ist dieses Jahrzehnt also unwahrscheinlich. Dennoch:
Island bietet deutschen Unternehmen interessante Chancen vor allem dort, wo deutsche Technologiekompetenz auf isländische Standortvorteile trifft – etwa bei erneuerbaren Energien und Geothermie, grünen Technologien, Infrastruktur sowie in der Fischerei- und Lebensmittelwirtschaft, so Andreas Wenzel (Geschäftsführer der AHK Dänemark).
Mehr Informationen zu den Absatzchancen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

Israel: Modernisierungsoffensive für Logistiksektor bietet Absatzchancen

In Israel entstehen neue Logistikzentren. Mehrere Großprojekte benötigen modernste Logistiktechnik für Lagerung, Umschlag und Distribution von Waren.
Deutsche Logistik ist in Israel gefragt. Geschäftsmöglichkeiten bieten sich vor allem bei automatischen Regal- und Hochregalsystemen, Förderbänder und Rollenbahnen, Regalbediengeräte, Krane und Hebezeuge, Gabelstapler sowie fahrerlosen Transportsystemen und autonomen mobilen Roboter. Darüber hinaus werden Antriebs- und Steuerungstechnik, Sensorik, Identifikations- und Trackingsysteme sowie Software für Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung benötigt. Weitere Einsatzfelder für deutsche Produkte sind Kühl- und Klimatechnik, Brandschutz, energieeffiziente Gebäudetechnik sowie Mess- und Prüftechnik für hochautomatisierte Lager.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Kasachstan: Neue Datenschutzpflichten

Seit 12. September 2026 müssen große Datenverarbeiter das Ministerium vor Beginn und nach Abschluss der Verarbeitung personenbezogener Daten informieren. Kleine und mittlere Datenverarbeiter sind von dieser Meldepflicht ausgenommen, sofern sie keine sensiblen Daten verarbeiten. Zudem gelten neue Anforderungen bei Datenpannen. Es wird erstmals genauer definiert, was als Verletzung der Sicherheit personenbezogener Daten gilt. Die jüngsten Änderungen der kasachischen Datenschutzpflichten sind umfangreich und werden fortlaufend konkretisiert.
Deutsche Unternehmen sollten sich daher vor einer Geschäftsaufnahme eingehend mit den jeweiligen lokalen Vorschriften vor Ort beschäftigen.
Einzelheiten stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Südafrika: 50 Millionen Euro für Global-Gateway-Projekte

Im September 2026 gab die Europäische Kommission bekannt, dass „Team Europe“ im Rahmen des Africa Green Hydrogen Summit in Kapstadt zwei neue Global-Gateway-Projekte in Südafrika gestartet hat.
Ziel ist es, Investitionen zu mobilisieren und die Zusammenarbeit in den Bereichen grüner Wasserstoff, kritische Rohstoffe sowie nachhaltige industrielle Wertschöpfungsketten zu stärken. Das erste Projekt soll den Aufbau von Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe und Batterien, erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff sowie verarbeitete Metalle und Mineralien in Südafrika unterstützen. Das zweite Projekt konzentriert sich auf die Mobilisierung von Investitionen im Bereich grüner Wasserstoff.
Mehr Informationen stehen bereit unter:

In Südkoreas Halbleiterindustrie zählt Geschwindigkeit

Südkorea festigt seine zentrale Stellung in der globalen Halbleiterproduktion. Die Regierung unterstützt die Branche durch gezielte Anreize, zum Beispiel steuerliche Fördermaßnahmen für Erweiterungsinvestitionen, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Ausrüstung.
Deutschland lieferte 2025 Halbleiter im Wert von 722 Millionen US$ nach Südkorea, die bisher größten Bezüge gab es 2022 für rund 1 Milliarde US$. Die Nachfrage nach deutschen Ausrüstungen stieg im 1. Quartal 2026 rasant.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

Taiwans Robotiksektor gewinnt durch Physical AI an Dynamik

Taiwan baut ein Physical-AI-Ökosystem mit Schwerpunkt Robotik auf. Der Begriff bezeichnet KI-Systeme (künstliche Intelligenz), die nicht nur Daten verarbeiten, sondern in physischen Umgebungen handeln. Dazu zählen Roboter, autonome Fahrzeuge, Drohnen und Anwendungen der industriellen Automatisierung.
Für deutsche Unternehmen bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte: So punktet die Hightechinsel nicht nur mit technischer Kompetenz in Elektronik, Komponenten und Maschinenbau - auch taiwanische Produktionsunternehmen, insbesondere große Auftragsfertiger, sind interessante Kunden für deutsche Ausrüstung. Zudem besteht bei Industrierobotern eine wachsende Nachfrage. Gefragt sind unter anderem Sensoren, Antriebs- und Vakuumtechnik, industrielle Steuerungen, Spezialmaterialien sowie Anlagen und Verfahren für deren Herstellung.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

USA: Humanoide Robotik bietet Absatz- und Liefermöglichkeiten

Mittlerweile tauchen die ersten Humanoiden in Autofabriken auf. Rund die Hälfte der Produktionskosten entfällt mittlerweile auf die Aktuatoren – also die künstlichen Muskeln, die für die Bewegungen der Roboter sorgen.
Hieraus ergeben sich auch für deutsche Unternehmen zahlreiche Geschäftschancen, denn Humanoide könnten zu einem der größten Industriemärkte der kommenden Jahrzehnte werden. Davon würden nicht nur die Roboterhersteller profitieren. Auch für Zulieferer eröffnet sich ein Markt von erheblicher Größenordnung. Daneben gelten auch Handel, Gastronomie und Gesundheitswesen als vielversprechende Einsatzfelder. Mit weiter fallenden Kosten werden Humanoide zukünftig auch für private Haushalte erschwinglich.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit:

USA: Modernisierung und Ausbau von Flughäfen bieten Zulieferchancen

Sowohl der US-Hauptstadtflughafen als auch die Flughäfen in New York (JFK), Dalles, Denver und Las Vegas sollen modernisiert, erweitert oder ausgebaut werden.
Hierdurch ergeben sich auch für deutsche Unternehmen Zulieferchancen bei der Ausstattung der Flughafengebäude mit Klima-, Sicherheits-, Aufzugs-, Licht- und Schaltechnik. Auch bei der Beförderung der Gepäckstücke und des Frachtguts wird auf ausländische Technik gesetzt. Beim Transport innerhalb des Flughafens wird moderne Bahntechnik benötigt. Ebenso besteht Importabhängigkeit bei Baustoffen, etwa aus Aluminium, Spezialstahl oder Glas.
Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

AusbildungWeltweit - Anträge zur Teilnahme an Austauschprogramm bis 08.10.2026 möglich

AusbildungWeltweit unterstützt Ausbildungsunternehmen dabei, ihren Auszubildenden Auslandsaufenthalte im Rahmen der Ausbildung zu ermöglichen.
Ziel der Bundesregierung ist es, möglichst vielen Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung zu ermöglichen. Es gibt Zuschüsse zu Fahrt und Aufenthalt als Grundlage für die Durchführung von Projekten, die Auszubildenden und betrieblichen Ausbildungspersonal internationale Lernerfahrung bieten. Auszubildende können zwischen 3 Wochen und 3 Monaten wertvolle praktische Erfahrungen im Ausland sammeln und sich in internationalen Teams bewähren.
Zur nächsten Antragsfrist am 8. Oktober 2026 können Unternehmen wieder Anträge auf eine Förderung ihrer geplanten Lernaufenthalte im Ausland stellen. Die Aufenthalte selbst können dann im Zeitraum vom 1. Februar 2027 bis 31. Januar 2028 durchgeführt werden.

Aktuelle ePublikationen und Umfrageergebnisse

Japan: Zivile Sicherheitstechnologien und -dienstleistungen (Marktstudie)

Der japanische Markt für zivile Sicherheit und Dual-Use-Technologien wird von einem komplexen Zusammenspiel geopolitischer Spannungen, Naturgefahren, technologischer Entwicklungen und regulatorischer Rahmenbedingungen geprägt. Sicherheit wird dabei nicht primär militärisch verstanden, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Staat, Wirtschaft und Betreiber kritischer Infrastrukturen eng kooperieren. Trotz anspruchsvollem Marktumfeld mit hohen regulatorischen Anforderungen, ergeben sich für ausländische Unternehmen auch in diesem Segment attraktive Geschäftschancen. Dies gilt insbesondere für Anbieter spezialisierter Technologien, die sich in bestehende Systeme integrieren und langfristige Partnerschaften mit japanischen Akteuren aufbauen können. Einzelheiten stehen in einer Zielmarktstudie der AHK Japan bereit.

Vietnam: AHK-Standortanalyse 2026 (ePublikation)

Für deutsche Unternehmen eignet sich Vietnam vor allem als Standort für die Bereiche Sourcing, Industrieproduktion, Dienstleistungen sowie für zahlreiche innovative Branchen. Die „AHK Vietnam Broschüre 2026“ enthält aktuelle Wirtschaftsdaten, stellt Branchentrends und regionale Gegebenheiten sowie Investitionsmuster vor und informiert über Handelsnetzwerke und den vietnamesischen Arbeitsmarkt. Die 24-seitige Online-Publikation steht auf der Webseite der AHK Vietnam bereit.

Wasserstoffimporte für NRW: Status quo und Perspektive (ePublikation)

Die aktuelle Broschüre von NRW.Energy4Climate enthält unter anderem:
  • einen Überblick über den zukünftigen Wasserstoffbedarf in Nordrhein-Westfalen
    bis 2045,
  • eine Analyse der wichtigsten Nachfragesektoren, insbesondere Industrie und Energiewirtschaft,
  • die Darstellung der Bedeutung von Importen zur Deckung des Wasserstoffbedarfs,
  • einen Vergleich von pipelinegebundenen Importen aus Europa und schiffsgebundenen Importoptionen sowie
  • Informationen zur Bedeutung von Häfen und dem Wasserstoffkernnetz für Transport und Verteilung.

Kritische Rohstoffe - Beschaffungsmärkte unter der Lupe (GTAI-Spezial)

Eine zuverlässige Versorgung mit Rohstoffen ist eine zentrale Grundlage für den Industriestandort Deutschland. Expertenteams der Germany Trade and Invest GmbH (GTAI) nehmen wichtige Rohstoffländer genauer unter die Lupe – von der Förderung kritischer Rohstoffe über deren Verarbeitung bis hin zu länderspezifischen Risiken.
Die Artikel mit den Marktdetails stehen auf der Webseite der GTAI bereit:

Auszubildende aus Drittstaaten als Chance für die Fachkräftesicherung (Umfrageauswertung)

Aus einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung geht hervor, dass mehr als jeder zweite Betrieb offen ist für Auszubildende aus Drittstaaten – trotz der schwierigen Wirtschaftslage und eines reduzierten Angebots an Ausbildungsplätzen. Über ein Drittel der Betriebe hat schon versucht, Auszubildende aus Drittstaaten einzustellen (35 Prozent). Neun von zehn dieser Betriebe waren dabei erfolgreich. Die komplette Auswertung der Umfrage steht auf der Webseite der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereit.