Nachfolgelücke setzt Mittelstand unter Druck

Viele mittelständische Unternehmer stehen in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, ihr Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben. Gleichzeitig verändert sich die demografische Struktur in Deutschland deutlich. Den geburtenstarken Jahrgängen vieler Unternehmensinhaber stehen zahlenmäßig kleinere Generationen potenzieller Nachfolger gegenüber.
Der aktuelle Nachfolgemonitor 2026, den der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Creditreform und das KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand an der FOM Hochschule vorgestellt haben, macht deutlich, dass sich diese Entwicklung zunehmend auf den Mittelstand auswirkt. Besonders kleine Unternehmen haben häufig Schwierigkeiten, geeignete Nachfolger zu finden. Für Unternehmen gewinnt die frühzeitige Nachfolgeplanung deshalb weiter an Bedeutung.

Unternehmensnachfolge wird zunehmend schwieriger

Die Studie zeigt, dass vor allem Kleinstunternehmen vor besonderen Herausforderungen stehen. Wenn Unternehmen stark von der persönlichen Arbeitsleistung des Inhabers geprägt sind und gleichzeitig nur geringe Ertragsmargen erwirtschaften, wird die Suche nach einem geeigneten Käufer oft schwieriger. In diesen Fällen sinken häufig auch die Möglichkeiten, einen aus Sicht der Eigentümer angemessenen Verkaufspreis zu erzielen. Besonders kleine Betriebe stehen damit vor der Herausforderung, einen Nachfolger zu finden und gleichzeitig den Unternehmenswert zu sichern. Scheitert die Nachfolgesuche, drohen Betriebsschließungen und damit der Verlust von Arbeitsplätzen, Fachwissen und unternehmerischer Erfahrung.

Demografischer Wandel verschärft die Situation

Ein zentrales Ergebnis des Nachfolgemonitors ist die Entwicklung auf der Nachfrageseite. Während zahlreiche Unternehmer in den kommenden Jahren ihren Betrieb übergeben möchten, stehen deutlich weniger potenzielle Übernehmer zur Verfügung. Dadurch entsteht ein wachsender Wettbewerb um geeignete Nachfolger. Für viele Unternehmer erhöht sich der Druck zusätzlich dadurch, dass die Erlöse aus dem Unternehmensverkauf häufig ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge sind. Der demografische Wandel wirkt damit nicht nur auf den Arbeitsmarkt, sondern zunehmend auch auf die Unternehmensnachfolge.

Investitionen sichern die Attraktivität eines Unternehmens

Der Nachfolgemonitor weist darauf hin, dass sich fehlende Investitionen negativ auf die Übergabefähigkeit eines Unternehmens auswirken können. Wer notwendige Modernisierungen aufschiebt, verschlechtert häufig die Ausgangsposition für eine Nachfolge. Potenzielle Übernehmer müssen dann nicht nur den Kaufpreis finanzieren, sondern zusätzlich Investitionen nachholen. Dies kann die Finanzierung der Übernahme erschweren und die Attraktivität eines Unternehmens für Interessenten reduzieren. Deshalb ist es wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auch in den Jahren vor der geplanten Übergabe konsequent weiterzuentwickeln.

Rechtzeitig mit der Nachfolgeplanung beginnen

Das Medianalter der Unternehmensübergeber lag laut Nachfolgemonitor 2025 bei 64 Jahren und bewegt sich seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass nur wenig Zeit für die Vorbereitung der Übergabe bleibt.
Eine frühzeitige Planung bietet zahlreiche Vorteile:
  • ausreichend Zeit für die Nachfolgersuche
  • bessere Vorbereitung des Unternehmens
  • höhere Planungssicherheit
  • größere Auswahl potenzieller Übernehmer
  • bessere Finanzierungsmöglichkeiten
Je früher der Nachfolgeprozess beginnt, desto größer sind in der Regel die Handlungsspielräume.

Unternehmensübergaben bieten auch Chancen

Die Studie zeigt gleichzeitig, dass Unternehmensübernahmen nicht ausschließlich mit Risiken verbunden sind. Bei den untersuchten Unternehmen des Übergabejahrgangs 2024 lag der Umsatz im Median nominal über dem Niveau von drei Jahren zuvor. Dies verdeutlicht, dass erfolgreich vorbereitete Nachfolgen die Grundlage für weiteres Wachstum bilden können. Investitionen, Modernisierung und neue unternehmerische Impulse können dazu beitragen, Unternehmen nach der Übergabe erfolgreich weiterzuentwickeln.
Der gesamte Nachfolgemonitor ist auf der Internetseite der Creditreform downloadbar.

Service der IHK Dresden

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