Konjunkturbericht für den Kammerbezirk Dresden, Frühjahr 2026
Der Konjunkturbericht der IHK Dresden für das Frühjahr 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die wirtschaftliche Lage im Kammerbezirk Dresden. Er zeigt, wie Unternehmen ihre Geschäftssituation, Erwartungen, Investitionspläne und Beschäftigungsentwicklung einschätzen. Ergänzt durch Branchen- und Regionalauswertungen macht der Bericht sichtbar, welche Herausforderungen die regionale Wirtschaft derzeit prägen, von steigenden Arbeits-, Energie- und Kraftstoffkosten bis hin zu unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und geopolitischen Einflüssen.
Lage und Prognosen
Nach einem verhalten optimistischen Jahresstart verzeichnet die konjunkturelle Entwicklung der Gesamtwirtschaft im Kammerbezirk aktuell erneut einen spürbaren Dämpfer. Zu Jahresbeginn war der Geschäftslagesaldo noch fünf Punkte gestiegen. Nun gibt die Geschäftslage im Vergleich zur Vorumfrage wieder leicht nach. Sowohl der Anteil der Unternehmen mit guter Lage als auch der mit befriedigender wirtschaftlicher Situation verringern sich um einen bzw. zwei Prozentpunkte. Drei Punkte steigt hingegen der Prozentsatz der Unternehmen, die von schlechten Geschäften berichten. Der Lagesaldo liegt mit nunmehr 12 Punkten vier Punkte unter dem Stand vom Jahresbeginn und drei Punkte niedriger als vor einem Jahr. In nahezu allen Wirtschaftsbereichen trübt sich damit die Wirtschaftslage mehr oder weniger ein. Lediglich in der Industrie ist eine minimale Verbesserung zu verzeichnen.
Noch mehr Bewegung ist in die Geschäftserwartungen gekommen. Diese entwickeln sich erneut in negativer Richtung. Auch wenn sich der Anteil der Unternehmen, die Verbesserungen erwarten (11 Prozent), seit Herbst nicht mehr verändert hat, erwartet inzwischen fast ein Drittel der Unternehmen eine schlechtere Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten. Zu Jahresbeginn war es lediglich ein Viertel. Ursachen sind vor allem die Situation in Nahost und dadurch ausgelöste Lieferengpässe und Kostensteigerungen. Die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung kehrt verstärkt zurück und führt in vielen Fällen zu großer Skepsis. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Verkehr und Tourismus verschlechtern sich die Perspektiven. In der Industrie, im Baugewerbe und bei den Dienstleistungsunternehmen sind die Änderungen zur Vorumfrage weniger stark ausgeprägt. Die schwache Erholung der regionalen Wirtschaft, die sich zu Jahresbeginn abzeichnete, hat sich damit nicht fortgesetzt. Nicht nur der leichte Rücksetzer bei den Lagebeurteilungen, sondern vor allem die schwachen Prognosezahlen lassen für den weiteren Jahresverlauf kaum Impulse erwarten. Nötig wäre eine schnelle Beruhigung des Nahostkonflikts und im Land eine wirksame Umsetzung von wirtschaftlichen Reformen.
Der IHK-Geschäftsklimaindex, der die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen in den Unternehmen gleichrangig berücksichtigt, fällt aufgrund der leicht schlechteren Lage und vor allem im Gefolge der spürbar eingetrübten Erwartungen auf 94 Punkte. Das sind sieben Punkte weniger als in der letzten Umfrage zu Jahresbeginn. Vor einem Jahr hatte der Index sechs Punkte höher bei 100 Punkten gelegen. Ähnlich niedrig war der Index zuletzt mit 95 Punkten zu Jahresbeginn 2024 und schlechter – wenn auch deutlich – zuletzt im Herbst 2022 nach dem Beginn des Ukraine-Krieges mit 85 Punkten.
Investition und Beschäftigung, Geschäftsrisiken
Die Investitionen der Unternehmen schwächen sich weiter ab. Steigende Preise von Rohstoffen, Energie und Arbeitskosten in Verbindung mit einer zunehmenden Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung und damit auch der eigenen Unternehmensperspektive lassen die Planungen erneut schrumpfen. Deutlich erhöht ist aktuell der Anteil an Unternehmen, die in den letzten Monaten keine Investitionen getätigt haben und dies auch für die nächsten Monate nicht planen (27 Prozent). 17 Prozent an Unternehmen mit zunehmenden Investitionen stehen 30 Prozent der Firmen gegenüber, die ihre Investitionen im kommenden Jahr verringern werden. Es überwiegt ganz deutlich als Motiv die Beschaffung von Ersatz und Modernisierung bei drei Viertel der investierenden Unternehmen. Zweitwichtigstes Motiv bleibt bei 32 Prozent der Firmen die Rationalisierung im Geschäftsbetrieb, beispielsweise um Energie einzusparen und teurer werdende Rohstoffe und Zulieferprodukte effizienter einzusetzen. 27 Prozent der investierenden Betriebe wollen für Produkt- und Verfahrensinnovationen in den nächsten Monaten Geld ausgeben. Gering bleibt der Anteil der geplanten Investitionen in Kapazitätserweiterungen. Jedes fünfte investierende Unternehmen nennt dies als Ziel. Nur noch jede zehnte Firma plant Investitionen in den Umweltschutz.
Die Beschäftigtenplanungen sind unverändert negativ. Mit -13 Punkten verharrt der Personalplanungssaldo nahe seines Tiefwerts vom Jahresbeginn. Während 12 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Zahl ihrer Beschäftigten erhöhen wird, geht ein Viertel von einer rückläufigen Mitarbeiterzahl aus. Bei den Geschäftsrisiken bleiben die Arbeitskosten am bedrohlichsten. 69 Prozent der Betriebe sehen hier Risiken. Ebenso viele Unternehmen fühlen sich aktuell aber auch wieder von den steigenden Energiepreisen bedroht. Gleich darauf folgen hohe Kraftstoffpreise bei 66 Prozent der Befragten. Unverändert hoch bleibt mit 63 Prozent der Anteil der Unternehmen, die die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko betrachten.
Branchenweise Auswertung der Konjunkturumfrage
- Industrie – Unternehmen zeigen Resilienz
Die Industrie im Kammerbezirk trotzt den ungünstigen Rahmenbedingungen und kann in der aktuellen Umfrage eine Verschlechterung der Geschäftslage abwenden. Nach dem starken Rückgang der Stimmung im Verlauf des letzten Jahres erfolgt seit Jahresbeginn eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau. 28 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften, während ein Viertel der Betriebe mit einer angespannten Wirtschaftslage zu kämpfen hat. Damit verbessert sich der Geschäftslagesaldo aktuell leicht um zwei auf drei Punkte. Er steht aber auch sieben Punkte niedriger als vor einem Jahr. Die negativen Prognosen zu Jahresbeginn haben sich damit zunächst nicht im Sinne eines weiteren Abrutschens realisiert. Dennoch liegen die Geschäftslagebeurteilungen weiter nahe des historischen Tiefstands. Die Auftragseingänge aus dem Inland sowie aus dem Ausland sind weiterhin rückläufig, wobei sich die negative Tendenz bei den Inlandsaufträgen abschwächt. Stärker gehen dagegen die Auslandsaufträge zurück. Die Umsatzentwicklung in den letzten Monaten war ebenfalls von Rückgängen geprägt. Während ein knappes Viertel der Betriebe Umsatzsteigerungen verzeichnete, kam es bei nahezu der Hälfte der Unternehmen zu Rückgängen. Die amtliche Statistik für die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten zeigt einen Rückgang der Gesamtumsätze für den Kammerbezirk von -2,3 Prozent für die Monate Januar bis Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten an. Die Rückgänge betreffen eine Reihe von Branchen, wobei auch positive Entwicklungen zu verzeichnen sind. Beispielsweise erhöhten sich die Umsätze im Zeitraum bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen um 38,9 Prozent und bei der Reparatur und Installation von Maschinen um 40,8 Prozent. Auch der sonstige Fahrzeugbau konnte zulegen (+26,0 Prozent). Durch die Umsatzrückgänge insgesamt und durch Kostensteigerungen berichten über die Hälfte der Firmen (54 Prozent) von einer Verschlechterung der Ertragsentwicklung. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist weiterhin nicht optimal, fast ein Drittel der Firmen ist nur bis zu 70 Prozent ausgelastet. Der Personalabbau in der Industrie hat sich unterdessen unvermindert fortgesetzt. Für die kommenden Monate sind die Unternehmen weiterhin skeptisch.Zwar kommt es auch bei den Geschäftserwartungen im Gegensatz zu den anderen Wirtschaftsbereichen nur zu einer geringfügigen Änderung, aber der Saldo ist mit -14 Punkten deutlich negativ. Er liegt einen Punkt niedriger als zu Jahresbeginn und als vor einem Jahr. Die Umsatzerwartungen geben dabei die Richtung vor. Auch hier liegt der Saldo aus steigenden und sinkenden Prognosen bei -13 Punkten. Die Reduktion bei den Beschäftigtenzahlen dürfte sich indes etwas abschwächen. Der entsprechende Saldo ist mit -12 Punkten weiter negativ, liegt aber sechs Punkte über dem Wert vom Jahresbeginn, als dieser noch bei -18 Punkten notierte.
- Bauwirtschaft – Belastung nimmt zu
Die Belastungen aus der aktuellen wirtschaftspolitischen Gemengelage gehen auch an der Bauwirtschaft nicht spurlos vorbei. Im Vergleich zur Vorumfrage zu Jahresbeginn fällt der Saldo der Geschäftslage um sieben Punkte ab. Dabei bleibt zwar der Anteil an Unternehmen mit guter Lage nahezu gleich, aber fast jedes fünfte Unternehmen beklagt mittlerweile eine schlechte wirtschaftliche Situation. Im Vergleich zum Vorjahresfrühjahr steht der Saldo allerdings leicht besser da. Seit seinem damaligen Tiefstand hatte sich die Geschäftslage im Laufe des letzten Jahres allmählich verbessert. Die Aussicht auf Umsetzung von geplanten Infrastrukturmaßnahmen und kontinuierliche Zinssenkungen hatten eine leicht positive Wirkung. Die Umsätze in der Branche waren in den letzten Monaten jedoch wieder rückläufig. Dies bestätigt auch die amtliche Statistik für die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten, die für den Kammerbezirk für die Monaten Januar und Februar einen Rückgang der Gesamtumsätze in Höhe von acht Prozent ausweist. Betroffen sind vor allem der Hochbau und die Vorbereitenden Baustellenarbeiten und sonstigen spezialisierten Bautätigkeiten, während der Tiefbau ein Umsatzplus verzeichnete. Aktuell stockt es vor allem bei den Auftragseingängen. Nur drei Prozent der Befragten berichten von einem zunehmenden Umfang, 42 Prozent verzeichnen Rückgänge. Die Auslastung der Baukapazitäten ist schwach. Mit einem Prozentsatz von 39 ist der Anteil der Baufirmen, die zu über 85 Prozent ausgelastet sind, aktuell besonders niedrig. Die Eskalation im Nahen Osten bringt nun gleich mehrere Belastungen, welche gerade die Bauwirtschaft negativ beeinflussen.Die Geschäftserwartungen verharren deshalb auf einem niedrigen Niveau. Dem saisonalen Einfluss dürfte es geschuldet sein, dass sie nicht weiter abrutschen. Sowohl steigende Rohstoffpreise, Lieferengpässe bei Materialien als auch die explodierenden Kraftstoffpreise treffen die Branche. Zudem führt die Aussicht auf langfristig steigende Zinsen zu Zurückhaltung. Nur drei Prozent der Unternehmen erwarten in den nächsten Monaten eine Verbesserung ihrer Lage, fast drei Viertel gehen von Stagnation aus, während 23 Prozent der Betriebe mit einer Verschlechterung rechnen. Bei den erwarteten Umsätzen sind nur sechs Prozent der Firmen optimistisch, wohingegen 42 Prozent mit Rückgängen rechnen. Die Beschäftigtenzahl dürfte in der Branche weiter schrumpfen. Der entsprechende Saldo liegt mit -30 Punkten sieben Punkte unter dem Wert vom Jahresbeginn und acht Punkte unter dem Vorjahreswert. Die geplante Einführung eines Vergabemindestlohnes dürfte diese Entwicklung weiter verschärfen. Bei 36 Prozent der Bauunternehmen würde dieser zu einer spürbaren bis sehr starken wirtschaftlichen Belastung führen. Die Arbeitskosten stellen bereits für 71 Prozent der Betriebe ein Geschäftsrisiko dar.
- Dienstleistungen – Beschäftigungsabbau nun auch hier
Kaum Bewegung ist derzeit im Dienstleistungsgewerbe zu verzeichnen. Die Geschäftslagebewertung trübt sich nur leicht ein. Der Saldo fällt von 42 Punkten zu Jahresbeginn auf aktuell 40 Punkte und erreicht damit den gleichen Stand wie vor einem Jahr. Die Dienstleister positionieren sich damit zwar weiterhin mit großem Abstand vor allen anderen Wirtschaftsbereichen und zeigen sich in den letzten Jahren auch weniger schwankungsanfällig, dennoch bleiben auch hier die Zufriedenheitswerte weit hinter denen der Jahre vor 2020 zurück. Derzeit beurteilen mehr als die Hälfte der Dienstleister ihre Lage als gut und 14 Prozent als schlecht. Überdurchschnittliche Lagebeurteilungen geben derzeit die Dienstleister aus dem Bereich Information und Kommunikation, dem Bereich Immobilien, der Qualifizierung und persönlichen Dienstleistungen und der Finanzdienstleister ab. Unterdurchschnittlich bewerten dagegen die Unternehmensdienstleister sowie die Dienstleister aus dem Bereich Freizeit und Gesundheit ihre wirtschaftliche Situation. Dabei dürften sich die angespannte Situation und damit zurückhaltendere Nachfrage aus den anderen Wirtschaftsbereichen und die private Konsumzurückhaltung entsprechend ausgewirkt haben. Insgesamt verringern sich per Saldo Aufträge und Vertragsabschlüsse. Und auch die Umsätze sind in den letzten Monaten zurückgegangen. Damit trübte sich auch die Ertragsentwicklung ein. Der kontinuierliche Beschäftigungszuwachs im Wirtschaftsbereich scheint seit Jahresbeginn 2026 gestoppt zu sein. Auch in den letzten Monaten standen die Zeichen eher auf Erhalt der Mitarbeiterzahlen.Die Geschäftserwartungen deuten derzeit nicht auf eine baldige Verbesserung der Situation hin. Auch wenn fast zwei Drittel der Dienstleister mit gleichbleibenden Geschäften rechnen, verfestigt sich der Prognosesaldo zunehmend im negativen Bereich. Nur 12 Prozent der Unternehmen rechnen für die nächsten Monate mit besseren, ein Viertel mit schlechteren Geschäften. Der Prognosesaldo fällt damit um vier auf -13 Punkte. Das ist zwölf Punkte niedriger als vor einem Jahr. Besonders skeptisch für die nächste Zeit blicken Dienstleister des Bereichs Freizeit und Gesundheit sowie Finanzdienstleister in die Zukunft. Etwas optimistischer sind die Dienstleister der Bereiche Immobilien und Information und Kommunikation. Insgesamt sind die Umsatzerwartungen verhalten. Ein knappes Viertel der Unternehmen rechnet mit höheren und ein reichliches Viertel mit geringeren Umsätzen in der nächsten Zeit, so dass sich ein leicht negativer Saldo von -4 Punkten ergibt. Das ist wieder etwas besser als zu Jahresbeginn, liegt aber elf Punkte unter dem Vorjahreswert. Bei den Beschäftigtenzahlen ist auch in den nächsten Monaten mit keiner positiven Dynamik zu rechnen. Zum dritten Mal in Folge notiert der Personalplanungssaldo im Minus, aktuell mit -6 Punkten.
- Handel – Ängste schmälern Konsum
Auch im Handel trübt sich die Geschäftslage im Kammerbezirk aktuell wieder ein. Nach einer Konsolidierung zu Jahresbeginn sinkt der Lagesaldo ab da um sechs Punkte und dreht damit wieder in den negativen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahreswert steht er acht Punkte niedriger. Ursächlich dafür sind die deutlich schlechteren Bewertungen im Einzelhandel. Die beiden Handelssparten driften hier wieder verstärkt auseinander, denn der Großhandel bewertet die aktuelle Situation deutlich positiver. Während der Geschäftslagesaldo im Einzelhandel von zuletzt -6 auf -15 Punkte abrutscht, bewegt sich der Lagesaldo der Großhändler von 8 Punkten zu Jahresbeginn lediglich um zwei Punkte nach unten und notiert aktuell bei sechs Punkten. Umsatzrückgänge haben allerdings beide Sparten sehr ähnlich getroffen. Rund die Hälfte der Händler leidet derzeit unter sinkenden Umsätzen, nur 18 Prozent der Firmen verzeichneten in den letzten Monaten Steigerungen. Auch die Erträge verschlechterten sich deutlich. Fast zwei Drittel der Händler mussten durch Kostensteigerungen und Umsatzverluste auch mit geringeren Erträgen auskommen, nur bei 14 Prozent gab es Ertragsverbesserungen. Etwas mehr betroffen war auch hier der Einzelhandel. Der Aderlass bei den Beschäftigungsverhältnissen ging indes weiter, bei den Großhändlern etwas weniger stark als bei den Einzelhändlern.Deutlich brechen derzeit die Geschäftserwartungen im Handel ein. 43 Prozent der Händler blicken in eine ungewisse Zukunft, nur circa jede zehnte Firma erwartet derzeit Verbesserungen für die nächsten Monate. Hier sind die Einzelhändler aktuell etwas skeptischer als die Großhändler. Während letztere von der Schwäche in den weiteren Wirtschaftsbereichen mitbetroffen sind, leiden die Einzelhändler unter Hemmnissen des privaten Konsums. Inflationsängste und Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt sowie die Preissteigerungen an der Zapfsäule und Befürchtungen über weitere Energiepreiserhöhungen lassen die Konsumenten ihr Geld zusammenhalten. Auch die Diskussionen über die Kosten des Gesundheitssystems und die Zukunft der Rente schmälern die Konsumausgaben. Drei Viertel der Händler rechnen aktuell wieder mit steigenden Preisen. Dieser Wert war zuletzt zu Jahresbeginn 2023 höher. Die vorherrschenden Befürchtungen lassen die Umsatzerwartungen der Händler einbrechen. Die Hälfte der Händler – bei den Einzelhändlern noch mehr – erwarten zurückgehende Umsätze, nur 18 Prozent das Gegenteil. Entsprechend defensiv sind die Personalplanungen. Zwar wollen 59 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigtenzahlen konstant halten, aber etwa ein Drittel sieht für die kommenden Monate einen Stellenabbau vor. Nur ca. jedes zehnte Unternehmen erwartet Aufstockungen im Beschäftigungsbereich.
- Verkehr – Kraftstoffpreise belasten überdurchschnittlich
Auch im Verkehrsgewerbe kommt es aktuell zu einem Absturz der Geschäftslagebewertungen. Fast ein Drittel der Unternehmen berichtet von schlechten Geschäften. Zuletzt waren es lediglich 14 Prozent. Der Lagesaldo rutscht entsprechend von drei auf -15 Punkte tief in den negativen Bereich. Die aktuelle Situation trifft die Branche besonders hart. Explodierende Benzinpreise und die Aussicht auf über längere Zeit hohe und weiter steigende Preise führen in den Unternehmen zu massiven Kostenanstiegen. Die Erträge gingen in den Firmen massiv zurück. 82 Prozent der Befragten berichten von Ertragsrückgängen, nur sechs Prozent steigerten diese, was zu einem Saldo von -76 Punkten führt. Neben Kostensteigerungen spielen auch deutliche Umsatzrückgänge in den letzten Monaten eine Rolle. Mehr als die Hälfte der Verkehrsunternehmen berichten von geringeren Umsätzen in den letzten Monaten. Fast die Hälfte der Firmen melden zurückgehende Aufträge. Diese sind unter anderem Folge der angespannten Situation in den anderen Branchen, insbesondere der Industrie und dem Baugewerbe. Diese sind von Bedeutung für die Unternehmen des Gütertransportes. Auch Einschränkungen beim Export und den Lieferwegen für Rohstoffe bremsen das Geschäft. Für den Personentransport wirken sich darüber hinaus ungünstige Bedingungen im Tourismus und Beherbergungsgewerbe sowie Sparzwänge im Gesundheitswesen negativ aus. Verkehrs- und Versanddienstleister spüren die Zurückhaltung der Verbraucher bei den Konsumausgaben und den konjunkturell und krisenbedingten Rückgang des Transportaufkommens. All diese negativen Faktoren scheinen derzeit nicht in absehbarer Zeit lösbar.Entsprechend brechen auch die Erwartungen der Verkehrsbranche ein. Die Hälfte der Unternehmen erwartet eine weitere Verschlechterung der Situation, die andere knappe Hälfte das Fortbestehen der (ungünstigen) derzeitigen Geschäftslage. Nur drei Prozent rechnen mit einer baldigen Verbesserung. Der Prognosesaldo rutscht seit Jahresbeginn um 22 Punkte auf nunmehr -47 Punkte ab. Die Sparten Güterverkehr, Personenverkehr sowie die Dienstleister unterscheiden sich dabei kaum in ihrem Pessimismus. Auch bei den zukünftig zu realisierenden Umsätzen erwartet über die Hälfte der Betriebe Rückgänge. Bei den Beschäftigtenzahlen dürfte es auch weiterhin Reduzierungen geben. Der Saldo der entsprechenden Planungen liegt bei -18 Punkten. Das am meisten genannte Geschäftsrisiko ist in der Branche in der aktuellen Situation erwartungsgemäß der Kraftstoffpreis (94 Prozent). Für 82 Prozent der Unternehmen stellen aber auch weiterhin die steigenden Arbeits- und Personalkosten ein Geschäftsrisiko dar. Vor dem Hintergrund der angespannten Auftrags- und Ertragslage sind die restriktiven Personalplanungen also trotz weiterbestehenden Fahrermangels nachvollziehbar.
- Tourismus – Reiselust in Gefahr
Auch das Gast-/Tourismusgewerbe wird von den Folgen des Nahostkonfliktes spürbar getroffen. Die Geschäftslage im Wirtschaftsbereich trübt sich sichtbar ein. Der Lagesaldo sinkt um 25 Punkte und rutscht damit weit in den negativen Bereich auf -15 Punkte. Damit liegt er auch -13 Punkte unter dem schon vergleichsweise ungünstigen Vorjahreswert. Am schlechtesten beurteilen die Beherbergungsbetriebe die aktuelle Situation. Die Gästeankünfte in den Regionen des Kammerbezirks haben nach Angaben der amtlichen Statistik in den Monaten Januar bis Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum außer in der Stadt Dresden um -1,3 bis -5,4 Prozent nachgegeben. Aber auch die Gastronomen, welche zu Jahresbeginn noch mehrheitlich positiv gestimmt waren, äußern sich aktuell überwiegend negativ. Beide sind stark von den aktuellen Energiepreissteigerungen betroffen. Am besten kommen zum aktuellen Zeitpunkt noch die Reisemittler mit den Rahmenbedingungen klar. Aber auch hier haben die Entwicklungen im Nahen Osten zu Buchungseinbrüchen bei Reisen in die Region geführt. Insgesamt ist es bei gut der Hälfte der Unternehmen zu Umsatzrückgängen in den letzten Monaten gekommen. Mehr als zwei Drittel der Branche beklagen deshalb und durch steigende Kosten Ertragsrückgänge. Angesichts der schwierigen Ertragslage kam es auch zu weiteren Personalreduzierungen. Mit großer Sorge blicken die Unternehmen auf die kommende Saison.Der Prognosesaldo rutscht um zwölf Punkte ab und notiert aktuell bei -23 Punkten. Besonders skeptisch für die nächsten Monate sind derzeit die Reisemittler. Etwas weniger negativ blicken die Beherberger und die Gastronomen in die Zukunft. Die Umsatzerwartungen sind so schlecht wie lange nicht mehr. Die Reiselust auf Fernreisen wird durch die Unsicherheit in verschiedenen Gebieten, vor allem in Nahost, und auf den üblichen Flugrouten getrübt. Ein akuter Kerosinmangel und deutlich erhöhte Flugpreise stehen im Raum. Aber auch die regionalen Beherberger können aktuell aus dieser Situation heraus noch keine gesicherte Perspektive auf mehr inländische und europäische Gäste ableiten. Inflation und Verunsicherung am Arbeitsmarkt sowie weitere aktuelle Themen wie Gesundheitsreform und Rentenreform, welche die Einkommen und Ausgaben der Verbraucher negativ beeinflussen, führen zu einer Reduzierung oder einem Verzicht auf Ausgaben für gastronomische Dienstleistungen. Die perspektivisch weiter steigenden Lebensmittel- und Energiepreise erhöhen zudem weiter die Kosten und Preise, zu welchen diese angeboten werden können. In der Branche selbst ist die Beschäftigung unter Druck. Zwar sind die Unternehmen bestrebt, Mitarbeiter zu halten (70 Prozent), jedoch erwartet fast ein Viertel der Betriebe Beschäftigungsrückgänge. Die übliche Frühjahrsbelebung bleibt aus, der Saldo der Personalplanungen liegt bei -16 Punkten, 16 Punkte unter dem Vorjahreswert.
Regionale Auswertung der Konjunkturumfrage
- Landeshauptstadt Dresden
Auch in der Landeshauptstadt Dresden geht die Geschäftslage spürbar zurück. Der Lagesaldo verringert sich um sechs auf 21 Punkte und liegt damit auch vier Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Landeshauptstadt ist damit dennoch wieder die Region mit dem besten Lagebewertungen im Kammerbezirk. 41 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, 39 Prozent von einer befriedigenden. Jeder fünfte Betrieb meldet jedoch aktuell schlechtlaufende Geschäfte. Die vielen Dienstleister in der Stadt tragen zu der relativ guten Geschäftslagebewertung bei. Auch sind die Lagebeurteilungen der Dienstleister hier etwas besser als im Gesamtschnitt. Auch das Gastgewerbe und die Touristikbranche ist überdurchschnittlich zufrieden. Dagegen äußert sich die Industrie, der Einzelhandel und die Verkehrsbranche zurückhaltender als im Kammerbezirksvergleich. Bei der Bauwirtschaft und beim Großhandel gibt es dagegen keine wesentlichen Unterschiede. Für die Industrie in Dresden weist die amtliche Statistik für die Monate Januar bis Februar einen Rückgang von -2,4 Prozent beim Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum aus. Das ist minimal schlechter als im Kammerbezirk insgesamt, wo die Statistik -2,3 Prozent Umsatzrückgänge bescheinigt. Bei den Gästeankünften ging es in Dresden dagegen laut amtlicher Statistik in den Monaten Januar bis Februar deutlich nach oben. Der Zuwachs betrug im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 7,3 Prozent. Das ist im Vergleich zu den anderen komplett im Kammerbezirk liegenden Reisegebieten der einzige positive Wert.Auch die Geschäftserwartungen trüben sich in der Stadt Dresden aktuell deutlich ein. Im Vergleich zur letzten Umfrage zu Jahresbeginn rutscht der Saldowert um neun Punkte ab und steht derzeit bei -16 Punkten. Damit notiert er auch sichtbar unter den Prognosen von vor einem Jahr als der Saldo noch bei -4 Punkten lag. Dennoch sind die Erwartungen damit noch etwas weniger negativ als in den beiden weiteren Regionen. Besser als im Kammerschnitt sind die Erwartungen in Dresden bei der Industrie, der Bauwirtschaft, dem Großhandel, dem Verkehrsgewerbe und dem Gastgewerbe/Tourismus. Schlechter blicken die Einzelhändler auf die nächsten Monate. Nahezu keine Unterschiede gibt es dagegen bei den Dienstleistern im Vergleich zum Gesamt-Kammerbezirk. Die Umsatzerwartungen geben etwas nach. Vor einem Jahr waren sie noch ausgewogen, aktuell steht der Saldo bei -11 Punkten. Auch die Schrumpfungen am Arbeitsmarkt scheinen sich in der Landeshauptstadt zu verfestigen. Während vor einem Jahr noch Wachstumstendenzen zu verzeichnen waren, notiert der Saldo der Personalplanungen nun schon zum dritten Mal in Folge negativ, aktuell bei -9 Punkten.
- Umlandregion Dresden (Landkreise Meißen und sächsische Schweiz-Osterzgebirge)
Die Geschäftslageeinschätzungen der Unternehmen im Dresdner Umland lassen im Vergleich zu Jahresbeginn ebenfalls nach. Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen fällt um fünf auf elf Punkte. Im Vergleich zum Vorjahreswert, der in der Region einen Einschnitt markierte, notiert er allerdings sogar zwei Punkte höher. Im Regionenvergleich liegt die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage zwischen der in der Landeshauptstadt und der in der Region Oberlausitz-Niederschlesien und ziemlich nah am Kammerdurchschnitt. Positiv auf die Bewertungen wirken sich die Aussagen der Industrie in der Region aus. Auch die Betriebe der Verkehrsbranche äußern sich zufriedener als im Kammerbezirksschnitt. Beim Einzelhandel gibt es dagegen kaum Abweichungen gegenüber diesem. Negativere Bewertungen geben hingegen die Unternehmen des Baugewerbes, des Großhandels, der Dienstleister sowie des Gastgewerbes und Tourismus ab. Mit einem Rückgang der Gesamtumsätze von -7,8 Prozent laut amtlicher Statistik bei den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes für die Monate Januar bis Februar gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum zeigt sich allerdings eine schlechtere Entwicklung als im gesamten Kammerbezirk (-2,3 Prozent). Die amtliche Statistik des Bauhauptgewerbes zeigt ein differenziertes Bild der Bauwirtschaft im Dresdner Umland. Sie weist für den Kreis Meißen +22,5 Prozent Zuwachs und für den Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge -5,4 Prozent Rückgang bei den Gesamtumsätzen für die Monaten Januar bis Februar gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum aus. Bei der Beherbergung sieht man ebenfalls ein differenziertes Bild. Die amtliche Statistik zeigt für die Monate Januar bis Februar zwar Rückgänge bei den Gästeankünften in beiden Landkreisen, aber bei den Übernachtungen einen Zuwachs von +8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in der Sächsischen Schweiz. Das Elbland dagegen hatte auch bei den Übernachtungen einen Rückgang von -7,6 Prozent zu verkraften. In der Sächsischen Schweiz hat die durchschnittliche Aufenthaltsdauer deutlich zugenommen.Bei den Geschäftserwartungen kann sich auch das Dresdner Umland nicht dem aktuell negativen Trend entziehen. Sieben Punkte geht der Prognosesaldo seit Jahresbeginn nach unten auf nunmehr -22 Punkte. Er steht damit auch acht Punkte unter dem Vorjahresstand. Die Industrie, der Einzelhandel und das Verkehrsgewerbe blicken leicht positiver in die nächsten Monate als die jeweilige Branche im Kammerschnitt. Dagegen sind der Großhandel, die Dienstleister sowie das Gastgewerbe und die Tourismuswirtschaft pessimistischer in der Region. Beim Baugewerbe gibt es dagegen kaum Unterschiede zu den Gesamtwerten. Umsatzerwartungen und Beschäftigtenplanungen haben auch in dieser Region ein negatives Vorzeichen.
- Oberlausitz-Niederschlesien (Landkreise Bautzen und Görlitz)
In der Region Oberlausitz-Niederschlesien kommt es ebenfalls zu einer Verschlechterung der Geschäftslage. Zwar berichtet fast die Hälfte der Unternehmen von befriedigenden Geschäften, aber nur ein reichliches Viertel der Firmen bezeichnet ihre Geschäftslage als gut. Denen steht ein knappes Viertel an Betrieben gegenüber, welches die eigene aktuelle wirtschaftliche Situation als schlecht kennzeichnet. Damit ergibt sich ein Lagesaldo, der mit drei Punkten nur noch knapp positiv ist. Er ist damit seit Jahresbeginn um fünf Punkte gefallen und steht 7 Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Region ist daher wieder die mit der negativsten Lageeinschätzung im Kammerbezirk. Obwohl die Betriebe der Bauwirtschaft, des Groß- und Einzelhandels etwas bessere Lagebeurteilungen abgeben als die jeweiligen Wirtschaftsbereiche im Kammerschnitt, sorgen zum Beispiel die vergleichsweise negativen Lageeinschätzungen der zahlreich vertretenen Industriebetriebe für die gedämpfte Stimmung. Aber die Verkehrswirtschaft sowie das Gastgewerbe/ Tourismus urteilen unterdurchschnittlich. Die Dienstleister in der Region unterscheiden sich in ihren Bewertungen dagegen nicht vom Wirtschaftsbereich insgesamt. Die Entwicklung der Gesamtumsätze bei den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes in den Monaten Januar bis Februar gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum beträgt laut amtlicher Statistik in beiden Kreisen zwar +2,5 Prozent, diese resultiert vor allem aus einem deutlichen Anstieg der Auslandsumsätze um 23,4 Prozent. Die für die Region besonders relevanten Inlandsumsätze verringerten sich jedoch im angegebenen Zeitraum um -4,5 Prozent. Die amtliche Statistik des Bauhauptgewerbes zeigt einen Rückgang der Gesamtumsätze für die Monate Januar bis Februar von -11,1 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Im Kreis Bautzen beträgt dieser -8,6 Prozent während im Kreis Görlitz -21,3 Prozent Schwund zu verzeichnen sind. Im Vergleich zum Kammerbezirk insgesamt haben sich die Umsätze im Baugewerbe im Landkreis Bautzen also leicht besser und im Landkreis Görlitz deutlich schlechter entwickelt. Die Statistik über Beherbergungseinrichtungen für die Monaten Januar bis Februar 2026 belegt einen Rückgang in Höhe von -1,3 Prozent bei den Ankünften in der Region im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ist eine schlechtere Entwicklung als in der Stadt Dresden, aber besser als in den anderen Reisegebieten des Kammerbezirkes.Die Geschäftserwartungen in der Region haben nachgegeben. Der Saldo liegt mit -22 Punkten gleichauf mit dem Wert aus dem Dresdner Umland. Er hat sich seit Jahresbeginn um vier Punkte eingetrübt, lag aber vor einem Jahr ebenfalls schon bei -22 Punkten. Die Umsatzerwartungen und Beschäftigungspläne lassen auch hier auf weitere Rückgänge schließen. Der Saldo der zu erwartenden Umsätze liegt bei -19 Punkten und der Saldo der Personalplanungen bei -18 Punkten.
Zusatzfragen
Wirkungen des Nahostkonflikts
Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten belasten die Wirtschaft im Kammerbezirk inzwischen deutlich und unmittelbar. Das zeigt die Auswertung der Zusatzfragen zur Konjunkturumfrage im Frühjahr 2026. Für viele Betriebe sind die Folgen internationaler Konflikte längst keine abstrakte Größe mehr, sondern wirken sich konkret auf die täglichen Geschäftsabläufe aus. Besonders ins Gewicht fallen steigende Energie- und Transportkosten, gestörte Lieferketten sowie eine spürbar schwächere Nachfrage. Eine große Mehrheit der Unternehmen sieht sich mit steigenden Kosten konfrontiert oder rechnet kurzfristig damit. 85 Prozent berichten von höheren Energie- und Transportkosten, die ihre Kalkulationen zunehmend unter Druck setzen. Gleichzeitig geben 40 Prozent an, dass sich die angespannte geopolitische Lage bereits in sinkenden Aufträgen oder rückläufiger Nachfrage niederschlägt. Hinzu kommen anhaltende Probleme in den Lieferketten: Rund 31 Prozent der Betriebe berichten von Unterbrechungen, Verzögerungen oder notwendigen Umwegen bei der Beschaffung von Vorprodukten. Besonders ausgeprägt sind diese Belastungen in der Industrie sowie im Verkehrs- und Gastgewerbe, die in besonderem Maße auf stabile Lieferbeziehungen und kalkulierbare Kostenstrukturen angewiesen sind. Lediglich etwa jedes zehnte Unternehmen sieht derzeit keine spürbaren Auswirkungen der Konflikte auf die eigene Geschäftstätigkeit.
Mit Blick auf die kommenden Monate überwiegt die Unsicherheit. Fast 40 Prozent der Unternehmen schätzen die Risiken bei einem anhaltenden Konflikt als hoch oder sehr hoch ein, ein weiteres Viertel rechnet mit moderaten, aber noch beherrschbaren Belastungen. Gleichzeitig bleibt die Lage für viele schwer einschätzbar: Knapp ein Viertel der Unternehmen kann die weiteren wirtschaftlichen Folgen derzeit nicht verlässlich beurteilen. Besonders kritisch ist die Situation im Verkehrsgewerbe sowie im Gast- und Tourismussektor. Dort sieht jeweils mehr als die Hälfte der Betriebe erhebliche Risiken, die strategische Anpassungen erforderlich machen und im Einzelfall sogar die wirtschaftliche Existenz gefährden können. Die Rückmeldungen der Unternehmen zeigen zudem, dass sich die Belastungen nicht auf einzelne Kostenfaktoren beschränken, sondern ein umfassendes Klima der Verunsicherung entstanden ist. Steigende Preise für Energie, Rohstoffe und Vorleistungen treffen auf wachsende Planungsunsicherheit, die langfristige Entscheidungen erschwert. Gleichzeitig beobachten viele Betriebe eine zunehmende Zurückhaltung bei Kundinnen und Kunden sowie bei Auftraggebern. Investitionen werden verschoben oder ganz gestrichen, Projekte verzögert oder abgebrochen. Diese Entwicklung verstärkt die ohnehin bestehende konjunkturelle Schwäche und kann mittelfristig auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass externe Schocks wie internationale Konflikte die wirtschaftliche Entwicklung im Kammerbezirk zunehmend prägen. Hohe Kosten, fragile Lieferketten und unsichere Absatzmärkte wirken branchenübergreifend und setzen die Betriebe unter erheblichen Anpassungsdruck. Kurzfristige Entlastungen, etwa durch vorübergehende 90 Preisrückgänge bei Energie oder Kraftstoffen, können diese strukturellen Herausforderungen allenfalls abmildern, aber nicht lösen. Aus Sicht vieler Unternehmen sind daher grundlegende wirtschaftspolitische Reformen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Dazu zählen insbesondere eine Senkung der Lohnnebenkosten durch eine Reform der Sozialversicherungssysteme, stärkere Arbeitsanreize im Steuer- und Sozialsystem, eine dauerhafte Entlastung bei den Stromkosten sowie eine umfassende Modernisierung staatlicher Strukturen, die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und Investitionen erleichtert.
Daten der amtlichen Statistik
Bergbau und verarbeitendes Gewerbe - Januar bis Februar 2026
| Wirtschaftszweig/Region | Betriebe Durchschnitt | Tätige Personen Durchschnitt | Tätige Personen Veränderung in % | Gesamtumsatz in Millionen EUR | Gesamtumsatz Veränderung in % | Umsatz Ausland in Millionen EUR | Umsatz Ausland Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln | 33 | 6.258 | 6,2 | 627 | -9,1 | . | . |
| Getränkeherstellung | 6 | 659 | 0,3 | 46 | . | . | . |
| Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus | 13 | 1.702 | -4,4 | 75 | -10,3 | 38 | . |
| Herstellung von chemischen Erzeugnissen | 11 | 2.867 | -3,5 | 153 | -25,1 | . | . |
| Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen | 10 | 2.447 | -3,3 | 107 | 7,2 | 63 | 4,2 |
| Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren | 40 | 5.687 | 1,7 | 165 | -8,3 | 60 | -12,2 |
| Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden | 25 | 3.343 | -7,3 | 68 | -15,1 | 16 | -19,7 |
| Metallerzeugung und -bearbeitung | 16 | 4.989 | -0,2 | 291 | 4,8 | 140 | 13,0 |
| Herstellung von Metallerzeugnissen | 68 | 6.529 | -2,8 | 160 | -6,2 | 28 | 10,4 |
| Herstellung von DV-Geräten, elek-tronischen und optischen Erzeugnissen | 45 | 14.315 | 0,9 | 646 | -4,1 | 391 | -9,3 |
| Herstellung von elektrischen Ausrüstungen | 28 | 5.353 | -10,6 | 297 | 38,9 | 54 | 10,5 |
| Maschinenbau | 79 | 15.812 | -2,5 | 560 | 2,2 | 315 | 14,0 |
| Sonstiger Fahrzeugbau | 6 | 4.142 | -7,0 | 223 | 26,0 | . | . |
| Herstellung von Möbeln | 14 | 1.780 | 0,1 | 45 | -6,3 | 10 | 11,5 |
| Herstellung von sonstigen Waren | 14 | 1.955 | -3,4 | 21 | -3,5 | . | . |
| Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen | 20 | 2.517 | 7,8 | 97 | 40,8 | 30 | 171,8 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 479 | . | . | . | . | . | . |
| Dresden, Stadt | 112 | 27.299 | -2,2 | 1.146 | -2,4 | 598 | -10,2 |
| Region Oberlausitz/Niederschlesien | 207 | 36.375 | -3,28 | 1.817 | 2,5 | 547 | 23,38 |
| Umlandregion | 165 | 28.571 | -1,07 | 1.160 | -8,8 | 504 | -7,82 |
| Kammerbezirk Dresden | 483 | 92.244 | -2,3 | 4.124 | -2,3 | 1.648 | -0,4 |
| Freistaat Sachsen | 1208 | 223.169 | -3,8 | 11.630 | -4,6 | 5.099 | -4,9 |
Hinweis: Monatsbericht für Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten, vorläufige Werte,
ausgepunktete Angaben unterliegen der Geheimhaltung.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
ausgepunktete Angaben unterliegen der Geheimhaltung.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Bauhauptgewerbe - Januar bis Februar 2026
| Region | Betriebe Durchschnitt Anzahl | Tätige Personen Durchschnitt Anzahl | Tätige Personen Veränderung in % | Gesamtumsatz in TEUR | Gesamtumsatz Veränderung in % | Umsatz je tätiger Person in EUR | Umsatz je tätiger Person Veränderung in % | Auftragseingang in TEUR | Auftragseingang Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dresden, Stadt | 45 | 4152 | 6,4 | 82301 | -18,4 | 19824 | -23,3 | 181473 | -32 |
| Region Oberlausitz/Niederschlesien | 84 | 4616 | -0,6 | 82299 | -11,1 | 17829 | -10,6 | 108682 | 21,3 |
| Umlandregion | 82 | 4334 | -0,4 | 96594 | 6,7 | 22287 | 7,1 | 99888 | -35,2 |
| Kammerbezirk Dresden | 211 | 13101 | 1,6 | 261193 | -8 | 19937 | -9,4 | 390042 | -23,6 |
| Freistaat Sachsen | 583 | 32195 | 0,6 | 595102 | -18,9 | 18484 | -19,4 | 962465 | -11,2 |
Hinweis: Monatsbericht für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, vorläufige Werte
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Beherbergungsstätten | Campingplätze ausgewählter Reisegebiete - Januar bis Februar 2026
| Reisegebiet | geöffnete Betriebe im Februar 2025 | angegebene Gästebetten im Februar 2025 | Auslastung angegebene Betten Durchschnitt in % | Gästeankünfte in Personen | Gästeankünfte Veränderung in % | Übernachtungen Anzahl | Übernachtungen Veränderung in % | Aufenthalt Durchschnitt in Tagen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberlausitz/Niederschlesien | 306 | 12912 | 19 | 52770 | -1,3 | 144724 | 1,8 | 2,7 |
| Sächsische Schweiz | 167 | 8358 | 25,7 | 27963 | -3,9 | 128409 | 8,2 | 4,6 |
| Sächsisches Elbland | 133 | 7313 | 25,4 | 31604 | -5,4 | 108074 | -7,6 | 3,4 |
| Erzgebirge | 386 | 18961 | 37,9 | 130624 | 5,3 | 423400 | 2 | 3,2 |
| Dresden, Stadt | 167 | 25217 | 32,1 | 240226 | 7,3 | 472116 | 5,7 | 2 |
| Freistaat Sachsen | 1744 | 121656 | 30,1 | 867690 | 4,3 | 2155177 | 3,6 | 2,5 |
Anmerkung: Nachgewiesen werden Beherbergungseinrichtungen ab 10 Gästebetten bzw. 10 Stellplätzen
Hinweis: Gäste und Übernachtungen einschließlich Campingplätze
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Hinweis: Gäste und Übernachtungen einschließlich Campingplätze
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen