Südhessen in Zahlen
Die IHK Darmstadt hat aktuelle Daten zu 72 südhessischen Kommunen und vier Kreisen in Form von Kommunalsteckbriefen auf ihrer Homepage eingestellt. Vom Arbeitsmarkt über den Pendlerverkehr bis zu Steuern: Die Steckbriefe ermöglichen einen detaillierten Blick auf die wirtschaftliche Lage der Städte und Gemeinden und auch Vergleiche zum Vorjahr sowie zu anderen Kommunen. So ist den Auswertungen zum Beispiel zu entnehmen, welche Kommune bei den Hebesätzen den stärksten Sprung gemacht hat oder welche Stadt über die höchste Kaufkraft verfügt.
Wie hoch ist die Grundsteuer A und B in Kelsterbach im Vergleich zu Nachbarkommunen? Wie viele Unternehmen werden im Landkreis Darmstadt-Dieburg gegründet? Oder wie viele Beschäftigte gibt es in Bad König? Antworten auf diese Fragen liefern die neuen Kommunalsteckbriefe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar: Für alle 72 Kommunen innerhalb ihres IHK-Bezirks sowie die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße, Odenwald und die kreisfreie Stadt Darmstadt veröffentlicht die IHK Darmstadt jedes Jahr aktuelle statistische Daten zu Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Pendlerverkehr, Anzahl der IHK-zugehörigen Unternehmen, Branchen wie Einzelhandel und Tourismus, aber auch zu kommunalen Steuern und Gebühren und mehr.
Beim Vergleich mit der Erhebung des letzten Jahres sieht man beispielweise, dass viele Kommunen angesichts leerer Kassen an der Steuerschraube gedreht haben, manche sogar rückwirkend.
„Beim Vergleich mit der Erhebung des letzten Jahres sieht man beispielweise, dass viele Kommunen angesichts leerer Kassen an der Steuerschraube gedreht haben, manche sogar rückwirkend“, sagt Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort der IHK Darmstadt. So erhöhte rund jede dritte südhessische Kommune die Grundsteuer B. Auch die Gewerbesteuern blieben nicht von Erhöhungen verschont. „Bei allem Verständnis für die klamme Finanzlage der Kommunen: Das ist eine Dynamik, die wir nicht begrüßen können“, kritisiert Theobald. Im Mittelwert liegt der Hebesatz der Grundsteuer B bei 744 Punkten und der Gewerbesteuer bei 401 Punkten. In 16 Kommunen wurden die Hebesätze um mehr als 100 Punkte angehoben – in einem Fall sogar um 655 Hebesatzpunkte. Die Spannbreite bei der Grundsteuer B reicht derzeit von 330 Punkten (Heppenheim) bis 1.600 Punkten (Riedstadt), was große Unterschiede in der Steuerlast für Unternehmen je nach Standort bedeutet.
Mit 2.955 Euro je Einwohner hat Gernsheim die größte Steuereinnahmekraft des IHK-Bezirks, gefolgt von Dieburg mit 2.461 Euro. Über die höchste Kaufkraft in Südhessen freuen sich die Einwohner Seeheim-Jugenheims. Ihnen stehen 9.990 Euro des verfügbaren Einkommens im Jahr für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Schlusslicht ist Raunheim mit 6.987 Euro je Einwohner.
„Mit den Steckbriefen bieten wir Unternehmen, die sich in der Region niederlassen möchten, eine Entscheidungshilfe. Außerdem sind sie eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Kommunen und Landkreisen“, so Theobald.
Wie in den Vorjahren richten die Steckbriefe auf jeweils fünf Seiten einen vertieften Blick auf die Landkreise, beispielsweise auf Existenzgründungen, Löhne und Gehälter sowie die Verfügbarkeit von schnellem Internet. So wird deutlich, dass im Landkreis Groß-Gerau im vergangenen Jahr 8,5 Unternehmen je 1.000 Einwohner gegründet wurden – so viele wie in keinem anderen Kreis in Südhessen. Darmstadt-Dieburg hat die Nase auf anderen Feldern vorn: In keinem anderen südhessischen Kreis entstanden seit 2007 so viele Arbeitsplätze (plus 33 Prozent). Im Odenwaldkreis gibt es überdurchschnittlich viele Auszubildende, denn auf 100 beruflich Qualifizierte kommen 4,2 Auszubildende. Darmstadt wird seinem Rang als Wissenschaftsstadt gerecht: Gut die Hälfte (54 Prozent) aller IHK-Mitgliedsunternehmen sind in wissensintensiven Wirtschaftszweigen aktiv, das sind rund zehn Prozentpunkte mehr als im südhessischen Durchschnitt. Auch die Verfügbarkeit von schnellem Internet (1.000 Mbit/s) ist hier am besten, gefolgt vom Landkreis Darmstadt-Dieburg. Über die niedrigste Arbeitslosenquote in Südhessen freut sich seit Jahren die Bergstraße (2025: 4,6 Prozent). Der Odenwaldkreis ist der Bergstraße mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent jedoch auf den Fersen.
Die Statistiken der Kommunalsteckbriefe beziehen sich auf Angaben des Hessischen Statistischen Landesamtes, der Bundesagentur für Arbeit, auf Angaben der Kommunen und der IHK Darmstadt. Sie können online heruntergeladen werden.
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Julia van Lottum
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