Mindestlohnerhöhung betrifft die Hälfte aller Unternehmen
Die Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde betrifft jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), des Dachverbands der deutschen IHKs, unter fast 15.000 Betrieben.
Weitere zentrale Erkenntnisse der Umfrage sind:
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Direkt betroffen von der Mindestlohnerhöhung ist rund jedes vierte Unternehmen. In der Gastronomie beschäftigt sogar jeder zweite Betrieb Angestellte zum Mindestlohn, im Handel jeder dritte.
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Über alle Branchen hinweg geben 40 Prozent der Befragten an, auch die Löhne in höheren Lohngruppen anzuheben. In der Industrie ist es sogar fast jeder Zweite. Insgesamt sieht sich die Hälfte aller Unternehmen entweder direkt oder indirekt von der Mindestlohnerhöhung betroffen.
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Um die steigenden Personalkosten auszugleichen, planen rund 40 Prozent der Befragten ihre Preise zu erhöhen. 13 Prozent beabsichtigen Personal abzubauen – im Einzelhandel und im Gastgewerbe sind dies sogar über 20 Prozent.
Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, kommentiert:
„In Südhessen sieht sich zwar `nur´ jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) in Sorge um die eigene preisliche Wettbewerbsfähigkeit, wie wir aus unserer Konjunkturumfrage wissen. Das ist ein Hinweis, dass südhessische Unternehmen etwas robuster sind. Aber auch für südhessische Unternehmen kommt der erhöhte Mindestlohn zur Unzeit, denn die deutsche und auch die südhessische Wirtschaft sind ohnehin seit Jahren stark belastet. Die DIHK-Umfrage zeigt auch auf Bundesebene nun deutlich, dass die Anhebung des Mindestlohns die Betriebe zusätzlich unter Druck setzt – zumal Deutschland bei der Lohnhöhe international bereits im Spitzenfeld liegt. Für viele Unternehmen bildet der Mindestlohn die Basis für die weitere Lohngestaltung.”
Auch für südhessische Unternehmen kommt der erhöhte Mindestlohn zur Unzeit, denn die deutsche und auch die südhessische Wirtschaft sind ohnehin seit Jahren stark belastet.Dr. Daniel Theobald
Dr. Marcel Walter, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Darmstadt, ergänzt:
„Auch auf den Ausbildungsmarkt blicken wir mit Sorge. Der hohe Mindestlohn macht Jobben nach dem Schulabschluss für junge Leute attraktiver und bringt sie damit möglicherweise von einer Ausbildung ab, obwohl diese langfristig viel bessere Karrieremöglichkeiten eröffnet. Dies ist ein klarer Fehlanreiz.“
Der hohe Mindestlohn macht Jobben nach dem Schulabschluss für junge Leute attraktiver und bringt sie damit möglicherweise von einer Ausbildung ab.Dr. Marcel Walter
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Julia van Lottum
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