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Nr. 7033666
Christian Jöst im Gespräch
Umfrageergebnisse

IHK-Präsident fordert grundsätzliche Reformen statt Aktionismus

Der Iran-Krieg belastet zunehmend die hessische Wirtschaft – Kosten und Investitionszurückhaltung steigen. Unternehmen der IHK-Vollversammlung stellen der Krisenpolitik der Regierung ein schlechtes Zeugnis aus. IHK-Präsident Christian Jöst fordert grundsätzliche Reformen.
Christian Jöst, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, wird deutlich: „Die Entlastungsprämie der Bundesregierung weckt Erwartungen, die viele Unternehmen in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht erfüllen können.“ Die Prämie in Höhe von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen steuer- und sozialabgabenfrei an ihre Beschäftigten zahlen können, ist Teil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung angesichts hoher Energie- und Treibstoffpreise. Die Kritik des IHK-Präsidenten spiegelt die Einschätzung von Unternehmer*innen der Vollversammlung der IHK Darmstadt wider: In einer Blitzumfrage bewerten sie die aktuelle Krisenpolitik der Bundesregierung auf einer Skala von 1 („sehr gut“) bis 5 („sehr schlecht“) nur mit der Note 4,5.
Christian Jöst im Gespräch
Mit der Entlastungsprämie wälzt die Regierung ihre Verantwortung auf die Wirtschaft ab.
IHK-Präsident Christian Jöst
„Mit der Entlastungsprämie wälzt die Regierung ihre Verantwortung auf die Wirtschaft ab. Dabei geraten die Unternehmen seit Jahren von einer Krise in die nächste und haben selbst zu kämpfen“, sagt Jöst. So zeigt eine aktuelle DIHK-Umfrage, dass der Nahostkonflikt die hessische Wirtschaft zunehmend belastet: 84 Prozent der hessischen Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft. Jeweils rund 70 Prozent der betroffenen Unternehmen sehen sich durch steigende Energiepreise sowie höhere Fracht und Logistikkosten beeinträchtigt. Diese Entwicklungen belasten die Ertragslage und schränken den finanziellen Spielraum vieler Betriebe ein. 39 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie Investitionsprojekte zurückstellen.
Um die Belastung für Unternehmen dauerhaft zu reduzieren, schlagen die Befragten aus der IHK-Vollversammlung umfassende Maßnahmen vor: 70 Prozent sprechen sich für den Abbau von Bürokratie aus. Gefragt sind auch mehr Tempo bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, die dauerhafte Senkung von Energie- und Stromkosten sowie die Senkung der Steuer- und Abgabenlast (jeweils 46 Prozent).
„Die kurzfristigen Maßnahmen der Regierung entfalten keine nachhaltige Wirkung”, kritisiert IHK-Präsident Jöst. „Anstelle von Aktionismus brauchen wir grundsätzliche, dauerhafte Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und unseren Wohlstand zu sichern.“
Infobox:

An der Blitzumfrage der IHK Darmstadt zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung haben sich 33 Unternehmer*innen aus der IHK-Vollversammlung – dem Parlament der südhessischen Wirtschaft – beteiligt.

An der Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Dachorganisation der deutschen IHKs, zu den Auswirkungen des Nahostkonflikts haben bundesweit rund 2.400 Unternehmen teilgenommen, darunter 276 Betriebe aus Hessen. Die Pressemitteilung zur Hessen-Auswertung finden Sie auf der Website des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).
Julia van Lottum
Bereich: Kommunikation und Marketing
Themen: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit