Bauwirtschaft

Richtlinien für zirkuläres Bauen auf EU- und Bundesebene

Aktionsplan Kreislaufwirtschaft – Update 2026

Der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Action Plan – CEAP) ist eine zentrale Säule des Europäischen Green Deal. Er verfolgt das Ziel, Produkte langlebiger, reparierbarer und ressourceneffizienter zu gestalten sowie Stoffkreisläufe in allen Wirtschaftsbereichen zu schließen. Die Bauwirtschaft gehört dabei zu den prioritären Handlungsfeldern.
Seit der Veröffentlichung des Aktionsplans wurden zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht:
  • Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) – seit Juli 2024 in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Ökodesign-Richtlinie und schafft den Rahmen für nachhaltigere Produkte. Ein zentrales Instrument ist der Digitale Produktpass (DPP), der schrittweise für verschiedene Produktgruppen eingeführt wird.
  • Neue Bauprodukteverordnung (EU) 2024/3110 – schafft einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen für Bauprodukte und stärkt die Transparenz hinsichtlich Umwelt- und Leistungsinformationen.
  • Circular Economy Act – von der Europäischen Kommission angekündigt, um den Markt für Sekundärrohstoffe weiterzuentwickeln und die Kreislaufwirtschaft europaweit zu stärken.

Gebäudesektor als Schlüsselsektor

Der Gebäudesektor gehört zu den ressourcen- und energieintensivsten Wirtschaftsbereichen Europas. Neben dem Energieverbrauch rücken zunehmend auch der Materialeinsatz, die Wiederverwendung von Baustoffen und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes in den Fokus.
Zirkuläres Bauen verfolgt das Ziel, Gebäude so zu planen, zu errichten und zu modernisieren, dass Materialien möglichst lange genutzt, wiederverwendet oder recycelt werden können. Bereits in der Planungsphase gewinnen Aspekte wie Rückbaubarkeit, Materialtrennung und digitale Materialdokumentation an Bedeutung.

Zentrale Maßnahmen für die Bauwirtschaft

  • Weiterentwicklung der europäischen Bauprodukteverordnung
  • Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP)
  • Digitale Gebäudedokumentation und Materialpässe
  • Nutzung des EU-Bewertungsrahmens Level(s)
  • Förderung des Einsatzes von Sekundärrohstoffen
  • Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden
  • Ressourceneffiziente Planung und kreislauffähige Bauweisen
  • Stärkung des Baustoffrecyclings und der Wiederverwendung

Rechtliche Rahmenbedingungen

Hilfreiche Tools und Plattformen

Warum jetzt handeln?

Die Anforderungen an nachhaltiges und ressourceneffizientes Bauen entwickeln sich kontinuierlich weiter. Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Investoren, Finanzinstituten und öffentlichen Auftraggebern an Transparenz, Ressourceneffizienz und Klimaverträglichkeit von Bauprojekten.
Für Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft bietet zirkuläres Bauen die Chance,
  • Rohstoffe effizienter einzusetzen,
  • Materialkosten langfristig zu reduzieren,
  • neue Geschäftsmodelle zu entwickeln,
  • gesetzliche Anforderungen frühzeitig zu berücksichtigen und
  • die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Weiterführende Informationen: