Ausbildungsvorbereitung

Qualifizierungsbausteine - ein zielorientierter Weg in den Beruf

Was sind Qualifizierungsbausteine?

Qualifizierungsbausteine erleichtern förderbedürftigen Personen den Zugang zur Ausbildung, ermöglichen eine gezielte Nachqualifizierung bis hin zur Externenprüfung und vermitteln arbeitsmarktrelevante Teilqualifikationen. Sie bieten aussagekräftige Kompetenznachweise – auch für Ausbildungsabbrecher*innen – und unterstützen eine strukturierte, systematische Qualifizierung.

Wie lange dauern Qualifizierungsbausteine?

Zur Sicherung einer vergleichbaren Wertigkeit der Bescheinigungen ist für Qualifizierungsbausteine ein Zeitrahmen von 140 bis 420 Stunden vorgesehen (ca. vier bis zwölf Wochen). In begründeten Ausnahmefällen sind Abweichungen möglich. Die Begrenzung auf maximal drei Monate dient der klaren Abgrenzung zur regulären beruflichen Erstausbildung..

Die Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen

Qualifizierungsbausteine werden von Anbietenden der Berufsausbildungsvorbereitung entwickelt, insbesondere von Bildungsträgern im Rahmen berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen nach dem dritten Sozialgesetzbuch (SGB III). Durch die Verankerung der Berufsausbildungsvorbereitung im Berufsbildungsgesetz können auch Betriebe entsprechende Maßnahmen anbieten. Sie können dabei auf bestehende Qualifizierungsbausteine zurückgreifen oder diese im rechtlichen Rahmen betriebsspezifisch anpassen.
Die Entwicklung erfolgt nicht frei, sondern unterliegt den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes. Qualifizierungsbausteine müssen klar abgegrenzte, abgeschlossene Lern­einheiten darstellen, die aus anerkannten Ausbildungsberufen abgeleitet sind und einen verbindlichen Bezug zum jeweiligen Ausbildungsrahmenplan aufweisen.

Bescheinigung der Qualifizierungsbausteine

Die Bescheinigung über erworbene Grundlagen beruflicher Handlungsfähigkeit wird von den Anbietenden der Berufsausbildungsvorbereitung, etwa Bildungsträgern oder Betrieben, ausgestellt. Bei erfolgreichem Bestehen der Leistungsfeststellung wird ein Zeugnis vergeben, andernfalls eine Teilnahmebescheinigung. Die Berufsschulpflicht richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht; im betrieblichen Bereich gilt das Berufsbildungsgesetz, das die Freistellung für den Berufsschulunterricht vorsieht.
Da Qualifizierungsbausteine auf konkrete, aus Ausbildungsordnungen abgeleitete Tätigkeiten vorbereiten, kann ihr erfolgreicher Abschluss die Chancen auf eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt verbessern. Zur Steigerung der Akzeptanz und Verwertbarkeit der Bescheinigung wird dieser ein Qualifizierungsbild beigefügt, das die Inhalte dokumentiert und auf Antrag von der Industrie- und Handelskammer bestätigt werden kann.
Erfolgreich absolvierte Qualifizierungsbausteine können zudem Grundlage für eine Verkürzung der Ausbildungszeit sein, über die die IHK im Einzelfall entscheidet. Vor allem durch die stärkere Ausbildungsorientierung und die Einbindung von Betrieben sollen die Chancen der Jugendlichen auf einen betrieblichen Ausbildungsvertrag deutlich erhöht werden.

Lernorte, Beteiligte und Zielgruppen

Für die Abstimmung des Unterrichts mit der Berufsausbildungsvorbereitung ist eine enge Zusammenarbeit von Bundesagentur für Arbeit, Betrieben, Bildungsträgern und Schulen erforderlich. Qualifizierungsbausteine unterstützen als Bestandteil der Berufsausbildungsvorbereitung noch nicht ausbildungsreife Personen beim Übergang in eine Erstausbildung, indem sie grundlegende berufliche Handlungskompetenzen vermitteln und individuelle Defizite abbauen.
Die Durchführung erfolgt je nach Anbieter bei Bildungsträgern und/oder in Betrieben. Die Teilnahme richtet sich an lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Personen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Aufnahme und Durchführung einer regulären Berufsausbildung noch nicht erwarten lässt.
Eine Genehmigung zur Teilnahme ist nicht erforderlich. Bei öffentlich geförderten Maßnahmen wird davon ausgegangen, dass Zielerreichung und Qualität der Berufsausbildungsvorbereitung sichergestellt sind.