Fachkraft Gewaltprävention (IHK-Zertifikat)
Veranstaltungsdetails
Inhalte:
Bei der Arbeit mit Menschen kommt es häufig zu schwer auflösbaren Interessenverschiedenheiten sowie fordernden und emotionalen Konflikten, die auch aggressive Formen annehmen können. Stören, Nerven, Schreien, Verweigern, Beleidigen, Mobbing, psychischer Druck, körperliche Übergriffe und andere verletzende Verhaltensweisen beeinträchtigen dabei die Arbeitsprozesse sowie die Arbeitnehmergesundheit. Gleichzeitig haben Klienten Orientierung sowie Kunden- und Angehörigenzufriedenheit eine hohe Priorität. Zusätzlich sind Arbeitsaufträge oft mit Zwängen verbunden und bei Gesetzen gibt es wenig Kompromissspielraum.
Mitarbeitende im Dienst am Menschen stehen dabei im ständigen Konflikt zwischen Kundeninteressen, Arbeitszwängen, Gesetzen und dem eigenen physischen und psychischen Wohlergehen.
Es obliegt dem Unternehmen / der Einrichtung mit allen Bedingungen auf den Schutz der Arbeitnehmergesundheit hinzuwirken. Arbeitgeber sind nach dem §§ 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes auch zur Verhütung arbeitsbedingter psychischer Gesundheitsgefahren gegenüber ihren Arbeitnehmern verpflichtet. Hierzu zählt insbesondere der Schutz vor emotionalen Belastungen durch aggressive Mitmenschen, anhaltende Konflikte im Team sowie Mobbing, Stress und Reizüberflutung.
Der Gesundheitsschutz von Klienten und Angestellten muss sich sowohl in einer klaren Haltung als auch in allen Bedingungen, Strukturen und Prozessen widerspiegeln.
Ziele:
Die Ziele unserer Weiterbildung orientieren sich an den Bedarfen Teilnehmenden. Grundsätzlich werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, die eigene Einrichtung hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung eines Gewaltpräventionskonzepts zu unterstützen sowie später individuell geeignete Maßnahmen zu begleiten.
- Förderung einer veränderten Wahrnehmung / Interpretation aggressiver Verhaltensstrategien
- Förderung eines differenzierten Verständnisses von Eskalationsprozessen sowie der Ursachen undEntstehung von Aggressionen
- Förderung langfristiger Handlungsstrategien zur strukturellen Vermeidung von Aggressionen und zur Entwicklung friedlicher Verhaltensstrategien
- Förderung kurzfristig deeskalierender Handlungsstrategien in aggressiven/eskalierenden
- Situationen in 5 Stufen
- nach Bedarf: Förderung geeigneter Klienten schonender Techniken zur einfachen, rechtssicheren
- Abwehr von körperlichen Angriffen mit Flucht oder Immobilisation
- Förderung der Selbst- & Sozialkompetenzen bzgl. einer friedlichen, konstruktiven Kommunikation
sowie
- geeigneter eigener Bearbeitungsstrategien
Alle Ziele beziehen sich auf den eigenen Schutz sowie auf den anderer im Rahmen eines Arbeitsauftrages.
Ablauf:
Modul 1 Einführung ins Thema
- Kennenlernen
- Theoretischer Input Ziele, Vorgehen, Voraussetzungen, Definitionen
- Vielfalt, Konflikt, Aggression, Deeskalation
- Verhaltens- und Verhältnisprävention bezüglich Aggressionen
- Statistische Untersuchung des Phänomens Aggression
- Angebote der Gewaltprävention und kritische Auseinandersetzung
- Inhalte eines Konzepts für Gewaltprävention
Modul 2 Verhaltensprävention, Deeskalation, Gewaltprävention, Streitschlichtung
- Ableitung von Konzeptthemen und Schwerpunkten
- Aufbauprojekt
- Train the Trainer: Ausbildung zum Tutor / MultiplikatorPP² Projektphase 2
- Etablierung von internen/externen Angeboten in der Einrichtung
Modul 3 Verhältnisprävention
- Überprüfung des Veranstaltungsortes (Hotel oder IHK) nach Checkliste auf verhältnispräventivrelevante Faktoren
- Erarbeitung eines individuellen Sicherheitskonzepts für die eigene Einrichtung (geht in Abschlusstest ein)
Modul 4 Kollegiale Erstbetreuung
- Verhalten nach einem Vorfall zum Schutz vor weiterer Schädigung
- Einrichtungsinterne psychische Nachsorge und Vernetzung zu weiteren Strukturen
Schriftlicher Abschlusstest circa 2 Stunden - am 03.12.2026
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Informationsveranstaltung: Fachkraft Gewaltprävention (IHK-Zertifikat)