Nr. 1244184

Fachkraft Gewaltprävention (IHK-Zertifikat)

Gewalt erkennen. Konflikte deeskalieren. Sicherheit stärken.

Veranstaltungsdetails

Inhalte:

Bei der Arbeit mit Menschen kommt es häufig zu schwer auflösbaren Interessenverschiedenheiten sowie fordernden und emotionalen Konflikten, die auch aggressive Formen annehmen können. Stören, Nerven, Schreien, Verweigern, Beleidigen, Mobbing, psychischer Druck, körperliche Übergriffe und andere verletzende Verhaltensweisen beeinträchtigen dabei die Arbeitsprozesse sowie die Arbeitnehmergesundheit. Gleichzeitig haben Klienten Orientierung sowie Kunden- und Angehörigenzufriedenheit eine hohe Priorität. Zusätzlich sind Arbeitsaufträge oft mit Zwängen verbunden und bei Gesetzen gibt es wenig Kompromissspielraum.

Mitarbeitende im Dienst am Menschen stehen dabei im ständigen Konflikt zwischen Kundeninteressen, Arbeitszwängen, Gesetzen und dem eigenen physischen und psychischen Wohlergehen.

Es obliegt dem Unternehmen / der Einrichtung mit allen Bedingungen auf den Schutz der Arbeitnehmergesundheit hinzuwirken. Arbeitgeber sind nach dem §§ 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes auch zur Verhütung arbeitsbedingter psychischer Gesundheitsgefahren gegenüber ihren Arbeitnehmern verpflichtet. Hierzu zählt insbesondere der Schutz vor emotionalen Belastungen durch aggressive Mitmenschen, anhaltende Konflikte im Team sowie Mobbing, Stress und Reizüberflutung.

Der Gesundheitsschutz von Klienten und Angestellten muss sich sowohl in einer klaren Haltung als auch in allen Bedingungen, Strukturen und Prozessen widerspiegeln.

Ziele:

Die Ziele unserer Weiterbildung orientieren sich an den Bedarfen Teilnehmenden. Grundsätzlich werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, die eigene Einrichtung hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung eines Gewaltpräventionskonzepts zu unterstützen sowie später individuell geeignete Maßnahmen zu begleiten.

  • Förderung einer veränderten Wahrnehmung / Interpretation aggressiver Verhaltensstrategien
  • Förderung eines differenzierten Verständnisses von Eskalationsprozessen sowie der Ursachen undEntstehung von Aggressionen
  • Förderung langfristiger Handlungsstrategien zur strukturellen Vermeidung von Aggressionen und zur Entwicklung friedlicher Verhaltensstrategien
  • Förderung kurzfristig deeskalierender Handlungsstrategien in aggressiven/eskalierenden
  • Situationen in 5 Stufen
  • nach Bedarf: Förderung geeigneter Klienten schonender Techniken zur einfachen, rechtssicheren
  • Abwehr von körperlichen Angriffen mit Flucht oder Immobilisation
  • Förderung der Selbst- & Sozialkompetenzen bzgl. einer friedlichen, konstruktiven Kommunikation

sowie

  • geeigneter eigener Bearbeitungsstrategien

Alle Ziele beziehen sich auf den eigenen Schutz sowie auf den anderer im Rahmen eines Arbeitsauftrages.

Ablauf:

Modul 1 Einführung ins Thema

  • Kennenlernen
  • Theoretischer Input Ziele, Vorgehen, Voraussetzungen, Definitionen
    • Vielfalt, Konflikt, Aggression, Deeskalation
  • Verhaltens- und Verhältnisprävention bezüglich Aggressionen
  • Statistische Untersuchung des Phänomens Aggression
  • Angebote der Gewaltprävention und kritische Auseinandersetzung
  • Inhalte eines Konzepts für Gewaltprävention

Modul 2 Verhaltensprävention, Deeskalation, Gewaltprävention, Streitschlichtung

  • Ableitung von Konzeptthemen und Schwerpunkten
  • Aufbauprojekt
  • Train the Trainer: Ausbildung zum Tutor / MultiplikatorPP² Projektphase 2
  • Etablierung von internen/externen Angeboten in der Einrichtung

Modul 3 Verhältnisprävention

  • Überprüfung des Veranstaltungsortes (Hotel oder IHK) nach Checkliste auf verhältnispräventivrelevante Faktoren
  • Erarbeitung eines individuellen Sicherheitskonzepts für die eigene Einrichtung (geht in Abschlusstest ein)

Modul 4 Kollegiale Erstbetreuung

  • Verhalten nach einem Vorfall zum Schutz vor weiterer Schädigung
  • Einrichtungsinterne psychische Nachsorge und Vernetzung zu weiteren Strukturen

Schriftlicher Abschlusstest circa 2 Stunden - am 03.12.2026

Haben Sie Interesse? Dann melden Sie sich jetzt an.

Informationsveranstaltung: Fachkraft Gewaltprävention (IHK-Zertifikat)

Termine, Veranstaltungsorte und Referenten

  • 27.10.2026 - 03.12.2026
    9:00 - 16:30 Uhr

Weitere Informationen

Dieser Kurs zum Thema Deeskalation, Gewaltprävention und Konfliktmanagement richtet sich an alle aggressionsgefährdeten Berufsgruppen. Besondere berufliche Hintergründe und tausendfache Erfahrung haben uns auf folgende Branchen spezialisiert:

  • Einrichtungen der Bildung, Erziehung, Betreuung und des Sozialwesens,
  • Gesundheitswesen, Pflege, Wohnen,
  • Öffentlicher Dienst in der Verwaltung (z.B. Jobcenter, Jugend- und Ordnungsämter),
  • Versorger und Betriebe der Daseinsfürsorge und Infrastruktur
  • Einzelhandel,
  • Verkehrsbetriebe,
  • Journalisten,
  • Gastronomie,
  • sonstige aggressionsgefährdete Berufe

Dieser Lehrgang ist ein eigenentwickeltes Weiterbildungsangebot und derzeit nicht nach den in Sachsen geltenden Förder- oder Zertifizierungsvorgaben anerkannt. Eine Förderung über Bildungsgutscheine oder vergleichbare öffentliche Förderprogramme ist daher derzeit nicht möglich.

  • IHK-Zertifikat

Für den Erhalt ist die Anwesenheit von mind. 80 Prozent sowie das Bestehen des schriftlichen Abschlusstests (ab 50% gilt der Test als bestanden).

Industrie- und Handelskammer
Chemnitz
Regionalkammer Erzgebirge
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