Neue Textilmaschinen stärken Lehre und Forschung

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) erweitert den Maschinenpark im Technikum um drei neue Textilmaschinen, die mit ihrer speziellen Konfiguration für Lehre und Forschung im Bereich der nachhaltigen Textilentwicklung eingesetzt werden können.
Neu im Technikum installiert wurden eine Greiferwebmaschine der Firma Dornier aus Lindau am Bodensee und eine Jacquardmaschine der Firma Stäubli in Bayreuth. Die Webmaschine erzeugt Gewebe in einer Breite von 1,90 Metern - dafür sind 6600 Kettfäden auf dem Kettbaum mit einer Länge von 700 Metern aufgewickelt.
Über der Webmaschine ist die Jacquardmaschine aufgebaut, welche die Mustersteuerung übernimmt. Dafür wurde eigens ein integriertes Gerüst vom Hersteller entwickelt und gebaut, welches auf den Maschinenwänden der Webmaschine aufsetzt. So konnte Platz in der Halle gespart werden. Die Jacquardmaschine verfügt über 2600 Platinen, so dass 2600 Kettfäden bei jedem Schuss einzeln und unabhängig voneinander gesteuert werden.
Dies ermöglicht großflächige Musterungen bis ca. 60 Zentimetern Breite und variabler Länge. Die neue Anlage ist vorrangig für die Lehre vorgesehen.
Stoffreste werden in Materialkreislauf zurückgeführt
Ebenfalls neu angeschafft wurde auch eine Großrundstrickmaschine der Firma Terrot aus Chemnitz mit Bindefadenfutter. Diese bringt beeindruckende technische Daten mit: Sie wiegt rund 2,3 Tonnen, ist etwa 2,7 Meter hoch und arbeitet mit 96 Stricksystemen sowie 1512 Zungenadeln. Die Maschine wird künftig in der Lehre und Forschung eingesetzt und bietet Studierenden praxisnahe Einblicke in moderne Maschinentechnik, Flächenbildung und die Entwicklung spezieller textiler Flächengebilde.
Die neue Maschine kann deutlich mehr: Durch ihre spezielle Bindung lassen sich Stoffe herstellen, die nicht „von der Stange“ kommen. Geplant ist unter anderem, recycelte Fasern aus der Aufbereitung mit Originalmaterial zu mischen, um reißfeste textile Flächen zu erzeugen. So können Stoffreste künftig wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.
Spinnerei im Miniaturformat
Die dritte Maschine ist eine Mesdan-Mini-Spinnlinie für textiles Recycling und Garnentwicklung. Die neue Anlage bildet eine echte Spinnerei im Miniaturformat ab. Sie umfasst unter anderem eine Labor-Zerkleinerungsmaschine, eine Miniatur-Kardiermaschine, eine Miniatur-Strecke sowie eine Mini-Spinnmaschine mit sechs Spindeln. Mit der neuen Mesdan-Anlage können textile Kreisläufe im Kleinen vollständig abbilden werden – vom Alttextil über die zurückgewonnene Faser bis hin zum neuen Garn.
Für die neue kompakte Spinnlinie wurden mehrere ältere Maschinen abgegeben. Eine Spinnmaschine erhielt ein neues Zuhause im Textilmuseum Spinnmaschinenbau, zwei Maschinen wurden der Historischen Spinnerei Lengenfeld vermacht.
Quelle:
Pressemitteilung der WHZ