Handelskammer-Konjunkturreport zum Herbst 2026: Export und öffentliche Investitionen stützen die aktuelle Geschäftslage 

(PM 43-2026, 03.11.2026) Die Stimmung in der bremischen Wirtschaft hellt sich zum zweiten Mal in Folge leicht auf. Der Export und die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen die Konjunktur und verbessern die Geschäftslage. Die Unternehmen bewerten sie in der Summe stabil. Für die kommenden zwölf Monate fehlt den Betrieben aber nach wie vor die Zuversicht. In Bremerhaven trüben die schwächeren Aussichten die Stimmung sogar insgesamt wieder ein. Auch die Industrie blickt trotz verbesserter Exporterwartungen weniger optimistisch nach vorn als zuletzt. Neben den hohen Energiepreisen machen den Unternehmen die unsicheren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Bürokratie, zunehmende Arbeitskosten und eine schwache Inlandsnachfrage zu schaffen. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven zum Herbst 2026 unter 382 Betrieben aus dem Produzierenden Gewerbe, Handel und Dienstleistungen im Land Bremen.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger sagt: „Der Export und die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen die bremische Wirtschaft und verbessern die Geschäftslage leicht. Ein selbsttragender Aufschwung ist das aber noch nicht. Den Unternehmen fehlt das Vertrauen, um Produktion und Kapazitäten hochzufahren. Bürokratie, zunehmende Ar-beitskosten und hohe Energiepreise bremsen die Betriebe. Hier muss die Politik spürbar entlasten, damit die Unternehmen wieder mehr investieren.”

Mit Blick auf die Industrie betont Dr. Matthias Fonger: „Die bremische Industrie bleibt eine wichtige Stütze der Konjunktur. Sie blickt beim Export wieder zuversichtlicher nach vorn.” Diese Erholung stehe aber auf unsicherem Grund, so der Hauptgeschäftsführer: „Der Ölpreis ist zuletzt wieder deutlich gestiegen und treibt die Energie- und Rohstoffpreise nach oben. Für viele Unternehmen ist dies derzeit das größte Geschäftsrisiko. Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts von innen heraus zu stärken.”

Geschäftsklima in der Stadt Bremen
In der stadtbremischen Wirtschaft hellt sich die Stimmung zum zweiten Mal in Folge leicht auf. Die Unternehmen bewerten ihr aktuelle Geschäftslage in der Summe stabil. Überwiegend positive Urteile kommen nach wie vor aus der Industrie und neuerdings auch aus der Bauwirtschaft, der Verkehrs- und Logistik-wirtschaft sowie der Hotellerie und Gastronomie, während Handel und Sonstige Dienstleistungen ihre Lage negativ beurteilen. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben abgesehen von der Industrie branchenübergreifend deutlich eingetrübt. Als größtes Geschäftsrisiko nennen die Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise, gefolgt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Handelskammer-Konjunkturindikator für die stadtbremische Wirtschaft wächst um 5 auf 90 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 93 Punkte).

Geschäftsklima in der Stadt Bremerhaven
In Bremerhaven lässt das Konjunkturklima wieder nach. Die Unternehmen beur-teilen ihre aktuelle Geschäftslage per Saldo nach wie vor nur leicht negativ, ähn-lich wie in der stadtbremischen Wirtschaft. Die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate trüben sich nach der leichten Erholung im Vorquartal aber wieder ein und fallen branchenübergreifend deutlich negativ aus. Leicht positive Rückmeldungen zum laufenden Geschäft kommen nach wie vor aus dem Produ-zierenden Gewerbe, während sich der Handel deutlich unzufrieden zeigt. Ge-schäftslage und Geschäftserwartungen zusammengenommen geht der Handels-kammer-Konjunkturindikator für die Wirtschaft in Bremerhaven um 9 auf 79 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 91 Punkte).

Geschäftsklima nach Branchen
Aus der Industrie kommen nach wie vor überwiegend positive Rückmeldungen zum laufenden Geschäft. Der Auftragseingang hat vor allem aus dem Ausland zugelegt und die Exporterwartungen fallen erneut besser aus. Die Geschäftsaussichten insgesamt bleiben positiv, fallen aber weniger gut aus als zuletzt. Der In-dikator für die Industriekonjunktur im Land Bremen geht deshalb um 10 auf 111 Punkte zurück, notiert damit aber weiter deutlich über dem Zehn-Jahres-Mittelwert (96 Punkte).

Die Bauwirtschaft bewertet ihr laufendes Geschäft zufriedener als zuletzt, meldet aber weniger Neuaufträge und senkt ihre Erwartungen für die kommenden Monate wieder deutlich ab. Sorge bereiten vor allem die Energie- und Rohstoffpreise sowie die Arbeitskosten. Der Konjunkturindikator für die Bauwirtschaft geht um 6 auf 85 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 96 Punkte).

Der Einzelhandel kämpft nach wie vor mit einer schwachen Konsumnachfrage und bewertet das laufende Geschäft erneut deutlich negativ. Die Erwartungen fallen weniger schlecht aus als im Sommer, bleiben in der Summe aber negativ. Der Konjunkturindikator für den Einzelhandel wächst um 11 auf 68 Punkte, notiert damit aber weiter auf sehr niedrigem Niveau (Zehn-Jahres-Mittelwert: 83 Punkte).

Im Groß- und Außenhandel fallen Geschäftslage und Aussichten etwas weniger schlecht aus als im Sommer, in der Summe aber erneut deutlich negativ. Die Händler rechnen nach wie vor mit einer schwachen Inlandsnachfrage, hoffen aber auf ein besseres Im- und Exportgeschäft. Der Handelskammer-Konjunkturindikator wächst um 15 auf 72 Punkte, notiert damit aber weiter auf niedrigem Niveau (Zehn-Jahres-Mittelwert: 84 Punkte).

In den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen fällt das laufende Geschäft etwas besser aus als im Vorquartal und notiert per Saldo leicht positiv. Das Beförderungsvolumen legte im dritten Quartal zu, für die kommenden Monate rechnen die Unternehmen aber mit rückläufigen Zahlen, sodass die Erwartungen negativ bleiben. Der Konjunkturindikator wächst um 6 auf 83 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 90 Punkte).

In der Hotellerie und Gastronomie hat sich das Geschäftsklima über den Som-mer aufgehellt. Das laufende Geschäft fällt in der Summe sogar leicht positiv aus, getragen vor allem von der Hotellerie, während die Gastronomie weiter negativ bewertet. Für die kommenden Monate rechnen beide Bereiche aber mit einer ungünstigen Entwicklung. Der Handelskammer-Konjunkturindikator wächst um 39 auf 83 Punkte und notiert damit über dem Zehn-Jahres-Mittelwert (66 Punk-te).

In den Sonstigen Dienstleistungen trübt sich die Stimmung nach der Aufhellung im Vorquartal wieder ein. Die Unternehmen melden rückläufige Umsätze und weniger Neuaufträge und bewerten das laufende Geschäft nun deutlich schlechter als zuletzt. Auch die Geschäftsprognosen fallen ungünstiger aus als im Sommer. Der Handelskammer-Konjunkturindikator geht um 14 auf 83 Punkte zurück und notiert damit wieder deutlich unter dem Zehn-Jahres-Mittelwert (101 Punkte).

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