Handelskammer kritisiert Lufthansa-Entscheidung zur Einstellung der Verbindung Bremen - Frankfurt scharf / Schwerer Schlag für den Wirtschaftsstandort / Entscheidung muss revidiert werden
(PM 22-2026, 11.05.2026) Die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven reagiert mit völligem Unverständnis auf die Entscheidung der Lufthansa, die Flugverbindung zwischen Bremen und Frankfurt zum 1. Juli 2026 einzustellen. Damit würden der Wirtschaftsstandort Bremen und die gesamte Nordwestregion ihre Anbindung an das wichtigste deutsche Luftverkehrsdrehkreuz verlieren. Verlässliche internationale Verkehrsverbindungen entscheiden jedoch gerade jetzt über Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.
Handelskammer-Präses André Grobien sagt: „Diese klassische Hub-Verbindung besteht seit mehr als 70 Jahren und ist ein Eckpfeiler der wirtschaftlichen Anbindung Bremens an die Welt. Die Flüge sind regelmäßig gut ausgelastet und die Deutsche Bahn bietet keine annähernd gleichwertige Alternative zum Frankfurter Flughafen. Vor diesem Hintergrund können wir die Entscheidung der Lufthansa nicht nachvollziehen. Bremen verliert damit seinen wichtigsten Zugang zum weltweiten Lufthansa-Netz. Für eine der außenhandelsorientiertesten Regionen Deutschlands ist das ein schwerer Schlag. Wir haben uns deshalb als Handelskammer direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, Carsten Spohr, gewandt und eingefordert, diese Entscheidung zu revidieren."
Die Folgen einer Streichung reichen aus Sicht der Handelskammer weit über einzelne Unternehmen hinaus. Betroffen wären zentrale Säulen der norddeutschen Wirtschaft. Handelskammer-Präses André Grobien betont: „Die direkte Anbindung an das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz ist für zahlreiche Unternehmen, Institutionen und internationale Partner unverzichtbar. Sie reicht weit über den Geschäftsreiseverkehr hinaus und prägt die gesamte Wirtschaftsstruktur der Region. Das gilt besonders für den Hafen- und Logistikstandort Bremen und Bremerhaven, für die exportorientierte Industrie und für den Außenhandelsstandort insgesamt. Bremen ist zudem einer der führenden Luft- und Raumfahrtstandorte Europas. Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Bereich sind auf international leistungsfähige Verbindungen besonders angewiesen. Auch der Messe- und Kongressstandort Bremen braucht eine leistungsfähige internationale Anbindung."
Hinzu kommt die Bedeutung der Verbindung für den Städtetourismus. Internationale Gäste erreichen Bremen vielfach über das Drehkreuz Frankfurt. Streicht die Lufthansa diese Verbindung, sinkt die Erreichbarkeit Bremens für Besucherinnen und Besucher aus Europa und aller Welt deutlich.
Die Entscheidung wirft aus Sicht der Handelskammer auch grundsätzliche Fragen zum Luftverkehrsstandort Deutschland auf. Präses André Grobien betont: „Wer regionale Wirtschaftszentren von internationalen Drehkreuzen abkoppelt, schwächt die Wachstumsperspektiven in Bremen und der Nordwestregion deutlich. Chancen für Investitionen, internationale Kooperationen und zusätzliche Wertschöpfung drohen verloren zu gehen."