Handelskammer zu den Folgen des Nahost-Konflikts: Drei von vier Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven spüren negative Auswirkungen auf ihr Geschäft
(PM 19-2026, 21.04.2026) Die Unternehmen in Bremen und Bremerhaven bekommen die Folgen des Nahost-Konflikts deutlich zu spüren: Rund drei von vier Betrieben berichten von negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft. Das zeigt die heute veröffentlichte Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der sich bundesweit rund 2.400 Unternehmen beteiligt haben und für die es auch eine regionale Auswertung für Bremen und Bremerhaven gibt (62 Unternehmen).
Die häufigsten Folgen für die betroffenen Unternehmen im Land Bremen sind derzeit höhere Energiekosten (74 Prozent), gestiegene Fracht- und Transportkosten (64 Prozent) sowie zunehmende Rohstoff- und Materialpreise (60 Prozent). Knapp die Hälfte der Unternehmen registriert einen Nachfrage- oder Auftragsrückgang. Fast ein Drittel nennt auch Verzögerungen oder Engpässe bei Warenlieferungen.
Während im Bundesdurchschnitt bereits zwölf Prozent der betroffenen Unternehmen von Knappheiten an Rohstoffen oder Vorprodukten berichten, sind solche Engpässe in der bremischen Wirtschaft bislang kaum spürbar. Im Übrigen sind die Ergebnisse für das Land Bremen mit den DIHK-Ergebnissen für Gesamtdeutschland vergleichbar. Unter Druck stehen vor allem die Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Handel und den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen.
Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, fordert entschlossenes politisches Handeln: „Die geopolitischen Risiken können wir nicht abstellen; die Unternehmen sind eng in globale Lieferketten eingebunden, entsprechend spüren sie geopolitische Spannungen unmittelbar. Wir können aber dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft diesen Herausforderungen mit besseren Voraussetzungen begegnet. Die Bundesregierung muss jetzt die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland spürbar verbessern – durch niedrigere Energiekosten, konsequenten Bürokratieabbau und schnellere Verfahren.“
Zunehmende Transportkosten träfen den Hafen- und Logistikstandort Bremen und Bremerhaven besonders hart, betont Dr. Matthias Fonger: „In einer Hafen- und Logistikregion schlagen höhere Fracht- und Transportkosten unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen durch. Stabile Handelsrouten und eine sichere Energieversorgung sind für einen exportstarken Standort wie Bremen keine abstrakten Forderungen, sondern Grundvoraussetzung.“
Die Unternehmen reagieren auf den Kostendruck mit konkreten Maßnahmen. Jeweils rund die Hälfte der bremischen Unternehmen baut ihr Risikomanagement aus und gibt gestiegene Kosten über höhere Preise an ihre Kunden weiter. Besonders bedenklich: 27 Prozent der Unternehmen im Land Bremen verschieben Investitionen oder Projekte, ein Wert, der die künftige wirtschaftliche Dynamik belastet.
Wie groß der Bedarf an Austausch und fachlicher Orientierung geworden ist, so Dr. Matthias Fonger, mache derzeit die große Nachfrage nach Teilnahme am Exportkontrolltag der Handelskammer am 28. April deutlich: „Die Veranstaltung ist ausgebucht, zahlreiche Unternehmen stehen auf der Warteliste. Resilienz, Diversifizierung und verlässliche Rahmenbedingungen sind für unsere Wirtschaft jetzt entscheidend.“
Die Handelskammer unterstützt die Unternehmen in Bremen und Bremerhaven mit umfassender Beratung. Die Mitarbeitenden stehen den Betrieben mit ihrem Expertenwissen in den Bereichen Zoll, Exportkontrolle und weiteren internationalen Themenfeldern zur Seite.