Handelskammer-Präses André Grobien zum Freihandelsabkommen der EU mit Indien: Chancen auch für Bremen und Bremerhaven

(PM 03-2026, 27.01.2026) Zu dem heute bekanntgegebenen Abschluss des Freihandelsabkommens der Europäischen Union (EU) mit Indien sagt André Grobien, Präses der Handels-kammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven:
„Für Europa kann das EU-Indien-Handelsabkommen zu einem Gewinn werden. Hier entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt mit rund zwei Milliarden Einwohnern, die Europa zu Wachstum verhelfen kann. Nach dem Desaster im europäischen Parlament um das verschobene Inkrafttreten des Mercosur-Abkommens ist dieses Abkommen mit Indien im Kern eine positive Nachricht.
Für einen führenden deutschen Industriestandort wie Bremen und Bremerhaven sind Zollsenkungen für Industrieprodukte aus dem Automobil- und Maschinenbau eine grundsätzlich gute Entwicklung, auch wenn sie nur schrittweise und auf Kontingente begrenzt kommen werden. Die Politik ist jetzt vor allem gefordert, die Nachweisführung beim Warenursprung nicht durch neue Dokumentationspflichten zu belasten. Damit es für uns im Land Bremen als Hafenstandort zu einem Erfolg wird, muss auch dringend über einzelne weitere Handelserleichterungen – gerade auch zu Einschränkungen vor Ort – weiter verhandelt werden.
Mit einem jährlichen Handelsvolumen von rund 365 Millionen Euro steht Indien aktuell zwar auf Rang 26 der Bremer Handelspartner, hier liegen aber gute Chancen auf weiteres Wachstum. Immerhin machen Auto und Autoteile gut die Hälfte des bremischen Ausfuhrvolumens aus. Rund 154 Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven unterhalten regelmäßige Handelsbeziehungen mit Indien, davon haben 14 Unternehmen eine eigene Niederlassung, Tochtergesellschaft oder Produktionsstätte und 23 einen Handelsvertreter in Indien.“