Wirtschaft und Verteidigung - Update aus Brüssel 03-2026
In unserem aktuellen Update aus Brüssel zu Wirtschaft und Verteidigung stehen neue Impulse im Fokus: Anpassungen beim Europäischen Verteidigungsfonds, neue Initiativen im Europäischen Parlament sowie der neue Aktionsplan zur Drohnenabwehr und das neue AGILE-Programm:
EDF-Anpassungen: Vereinfachte Antragsstellung und Ausbau der Innovationsförderung
Die Europäische Kommission hat das Arbeitsprogramm des Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) überarbeitet, um bürokratische Hürden deutlich zu reduzieren. Kürzere Antragsunterlagen und schlankere Bewertungsverfahren sollen vor allem KMU und Forschungseinrichtungen den Zugang zu Fördermitteln erleichtern. Ein Kernpunkt ist eine neue Innovationssäule für Verteidigungstechnologien innerhalb der STEP-Plattform (Plattform für strategische Technologien für Europa), über die Projekte durch ein STEP-Siegel zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten erhalten können. Zudem schaffen die Änderungen die rechtliche Grundlage für eine engere Zusammenarbeit mit der Ukraine, die künftig als assoziiertes Land am EDF teilnehmen soll. Mehr Infos hier.
EU-Parlament: EU braucht neue Verteidigungsbündnisse und einen Binnenmarkt für Verteidigung
Angesichts historischer Sicherheitsrisiken betont das Europäische Parlament die Notwendigkeit neuer Verteidigungsbündnisse mit Partnern wie dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Kanada. Die Partnerschaften sollen die militärische Zusammenarbeit und die strategische Handlungsfähigkeit der EU stärken. Eine zentrale Rolle spielt dabei weiterhin die Ukraine. Die EU wird vom Europäischen Parlament aufgefordert, ihre militärische, politische und industrielle Unterstützung auszuweiten und ihr langfristige Sicherheitsgarantien zu geben. Mehr Infos hier.
In einem angenommen Bericht am 11 März sprechen sich die Abgeordneten für einen "Buy European"-Ansatz bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern aus. Dies soll die europäische verteidigungstechnologische und industrielle Basis (EDTIB) stärken, Planungssicherheit schaffen und Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion ankurbeln. Auch die Ukraine soll perspektivisch als integraler Bestandteil des europäischen Verteidigungsmarktes behandelt werden. Der Bericht fordert: vereinfachte Regeln für Beschaffung und Zulassung, harmonisierte Lizenzierung und Sicherheitsstandards, bessere Umsetzung bestehender EU‑Vorschriften. Kleine und mittlere Unternehmen sollen vor Verzerrungen durch nationale Subventionen geschützt werden. Insgesamt soll eine verstärkte gemeinsame Beschaffung zu einer effizienteren Nutzung der Verteidigungsausgaben führen und die europäische strategische Souveränität stärken. Mehr Infos hier.
In einem zweiten Bericht hebt die gravierenden Fähigkeitsdefizite der EU hervor, etwa bei Luft‑ und Raketenabwehr, Drohnen und Drohnenabwehr, Artillerie, Munition, Cyberfähigkeiten und militärischer Mobilität. Die Abgeordneten drängen auf koordinierte europäische Investitionen und die schnelle Umsetzung der Vorzeigeprojekte der Verteidigungsbereitschafts‑Roadmap 2030. Zentrale Leitinitiativen der EU‑Kommission – darunter der europäische Luftabwehrschild und die Drohnenabwehrinitiative – seien wichtige Bausteine, benötigten aber klarere Ziele, Zeitpläne und Finanzierungsrahmen. Mehr Infos hier.
Neuer EU-Aktionsplan zur Drohnenabwehr
Die Europäische Kommission hat am 11. Februar 2026 einen umfassenden Aktionsplan für Drohnen- und Abwehrkapazitäten vorgestellt, der die EU besser gegen feindliche Drohnen schützen soll. Er umfasst den Ausbau von Erkennungssystemen, eine engere europäische Zusammenarbeit und die Förderung technologischer Innovationen, unter anderem durch Kooperation mit der Ukraine. Finanziert werden die Maßnahmen über bestehende EU-Programme wie den Europäischen Verteidigungsfonds. Nationale Koordinatoren und ein strategischer Abstimmungsmechanismus sollen die Umsetzung erleichtern. Der Aktionsplan dient als zentrales Element der Verteidigungsplanung bis zum Jahr 2030 und soll besonders die osteuropäischen Grenzen schützen. Mehr Informationen hier.
Kommission möchte neues AGILE-Programm auflegen
Die Europäische Kommission hat am 17. Februar einen „Call for Evidence“ zum geplanten AGILE-Programm gestartet. Die Initiative ergänzt das bestehende European Defence Industry Programm (EDIP) und soll Verteidigungsinnovationen deutlich schneller entwickeln und in europäischen Streitkräften einführen. Im Mittelpunkt stehen agile Verfahren, verkürzte Entwicklungszyklen und der gezielte Einsatz disruptiver Technologien wie Künstliche Intelligenz, Quanten-, Cyber- und Weltraumsysteme, die für die moderne Verteidigungssicherheit der EU zunehmend entscheidend sind. Mehr Infos hier.