Konflikt im Nahen Osten – was Unternehmen jetzt wissen müssen!
Mitarbeitersicherheit und Handlungsempfehlungen
Unternehmen sollten kurzfristig Maßnahmen zur Absicherung ihrer Mitarbeitenden ergreifen:
- Überblick über alle Mitarbeitenden in der Region herstellen und Kontakt aufnehmen
- Ausreiseoptionen prüfen (Flugverkehr eingeschränkt, ggf. Landweg unter Beachtung von Visa- und Einreisebestimmungen)
- Interne Notfallkontakte und Krisenstrukturen aktivieren
- Versicherungsleistungen und Unterstützungsangebote prüfen
- Registrierung deutscher Mitarbeitender in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND
- Ausländische Mitarbeitende sollten sich an lokale Behörden und ihre Botschaften wenden
Auswirkungen auf Handel und Logistik
Die Krise führt zu erheblichen Störungen globaler Lieferketten:
- Einschränkungen zentraler Handelsrouten:
- Straße von Hormus
- Rotes Meer und Suezkanal
- Umleitungen im Schiffsverkehr → längere Transportzeiten
- Deutlich steigende Frachtkosten und Kriegsrisikozuschläge
- Sinkende Frachtkapazitäten und höhere Planungsunsicherheit
- Verzögerungen bei Rohstoffen, Vorprodukten und Industriegütern
Besonders kritisch: Ein großer Teil des weltweiten Öl- und LNG-Transports läuft durch die Region.
Bedeutung für Deutschland
Die Auswirkungen auf Deutschland sind vor allem indirekt, aber deutlich spürbar:
- Energiepreise und Industrie
- Geringe direkte Abhängigkeit von der Region
- Aber starke Einbindung in globale Energiemärkte
- Öl und Gas decken rund 40 % des industriellen Energieverbrauchs
- → steigende Preise erhöhen unmittelbar Produktionskosten
- Lieferketten und Logistik
- Rund 10 % des deutschen Außenhandels laufen über den Suezkanal
- Umleitungen führen zu:
- längeren Lieferzeiten
- höheren Transport- und Lagerkosten
- geringerer Planbarkeit
- Unternehmerische Auswirkungen
- Kurzfristig: operative Störungen und Kostendruck
- Mittelfristig: Anpassung von Lieferketten und Beschaffungsstrategien
- Zunehmende Bedeutung von Risikodiversifikation und Resilienz
Globale Auswirkungen
Die Krise hat weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft:
- Energieversorgung
- Rund 25 % der weltweiten Öl- und LNG-Produktion stammen aus der Region
- Zentrale Engpässe:
- Straße von Hormus
- Suezkanal / Rotes Meer
- → hohe Sensibilität der Energiemärkte gegenüber Störungen
- Preisentwicklung und Märkte
- Starke Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen
- Steigende Transport- und Versicherungskosten
- Erhöhte Unsicherheit auf globalen Märkten
- Industrie und Lieferketten
- Besonders betroffen: energieintensive Branchen
- Engpässe bei Vorprodukten und High-Tech-Komponenten möglich
- Globale Produktionsnetzwerke geraten unter Druck
- Geopolitische Effekte
- Zunehmende Unsicherheit für Investitionen
- Mögliche Verschiebung von Handelsströmen und Partnerschaften
Wichtige Akteure in der Region sind die AHKs im Nahen und Mittleren Osten Unsere AHK-Standorte im Mittleren Osten und Nordafrika.
Bedeutung der Golfregion für deutsche Unternehmen
Trotz der aktuellen Lage bleibt die Region wirtschaftlich relevant:
- Handelsvolumen: rund 30 Milliarden Euro (2025)
- Zahlreiche deutsche Unternehmen vor Ort
- Zehntausende Beschäftigte in der Region
- Wichtige Märkte: Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien
Zusätzlich fungieren Standorte wie Dubai und Doha als zentrale Luftfracht-Drehkreuze zwischen Europa und Asien, wodurch Störungen dort globale Auswirkungen haben.
Die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) haben eine Dossier mit aktuellen Informationen zum Konflikt im Nahen Osten erstellt, das regelmäßig upgedated wird:
Zudem gibt es eine aktuelle DIHK-Sonderauswertung, deren Ergebnisse Sie unter folgendem Link finden können:
Das Team International der Handelskammer Bremen beobachtet die aktuellen Entwicklungen intensiv und berät in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Auslandshandelskammern, der Deutschen Industrie- und Handelskammer sowie weiteren Verbänden betroffene Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven.