Umfrage: wirtschaftliche Auswirkungen der Krise im Nahen Osten
Der Nahost-Konflikt führt weltweit zu massiven Preissteigerungen, Lieferkettenstörungen und Unsicherheiten. Auch die Unternehmen in Deutschland sind in ihrem Geschäft betroffen. Das zeigt eine DIHK-Blitzbefragung zu den Auswirkungen des Nahost-Konflikts, an der sich mehr als 2.400 Unternehmen im Zeitraum 13. April bis 15. April 2026 beteiligt haben.
Insgesamt berichten 83 Prozent der Unternehmen von negativen Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf ihre Geschäftstätigkeit. Am häufigsten sind dabei die Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Logistik betroffen (94 Prozent), da sie beispielsweise auch am schnellsten steigende Benzin- und Kraftstoffpreise spüren.
Inwiefern beeinträchtigt die Krise die Unternehmen?
Bei der Art der Beeinträchtigung gaben 73 Prozent der Unternehmen gestiegene Fracht- und Transportkosten als wesentlichen Grund an, gefolgt von gestiegenen Energiekosten (71 Prozent).
Auch Rohstoff- und Materialkosten spielen mit 58 Prozent eine zentrale Rolle. Diese drei Faktoren wirken gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig entlang der Wertschöpfungskette. Daneben berichten 46 Prozent von einem Nachfrage- bzw. Auftragsrückgang und 36 Prozent von Lieferengpässen und Verzögerungen. Liquiditätsengpässe werden mit neun Prozent vergleichsweise selten genannt.
Wie reagieren die Unternehmen auf die Krise?
Die Hälfte der Betriebe will die gestiegenen Kosten an die Kunden zumindest teilweise weitergeben. Darüber hinaus verstärken 43 Prozent ihr Risikomanagement und Monitoring. Auch strukturelle Maßnahmen gewinnen an Bedeutung: 37 Prozent verschieben Projekte oder Investitionen, während weitere Unternehmen ihre Lieferketten anpassen (20 Prozent) oder ihre Lagerhaltung erhöhen (22 Prozent).
Die Reaktionsmuster unterscheiden sich deutlich nach Wirtschaftszweigen. Im Bereich Verkehr und Logistik versuchen knapp drei Viertel der Betriebe, Preise anzupassen (73 Prozent). In der Industrie plant ein Drittel (33 Prozent) mit steigender Lagerhaltung. Zwei von fünf Bauunternehmen (40 Prozent) müssen Investitionen oder Projekte verschieben. Auch bei der Reaktion auf die Krise hatten die Unternehmen die Möglichkeit, in Freitextfeldern genauer zu erläutern, welche Maßnahmen sie ergreifen. Branchenübergreifend werden dabei überwiegend kostensenkende Maßnahmen genannt: Kurzarbeit, Personalabbau, Zurückhaltung bei Investitionen und Löhnen sowie strikte Kostendisziplin. Preisanpassungen sind oft nur eingeschränkt möglich, da bestehende Preisabschlüsse gelten oder langfristige Verträge bestehen.
Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie auf den Seiten der DIHK unter DIHK-Blitzumfrage Nahost-Konflikt.
Stand 21.04.2026
Quelle DIHK
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