Corona und Prüfungen

Aufgrund der durch die Corona-Situation aufkommenden Fragen möchten wir Ihnen mit den folgenden Informationen zum derzeitigen Stand der Prüfungen im Aus- und Weiterbildungsbereich einen Überblick bieten:
Alle Aus- und Fortbildungsprüfungen finden wie geplant statt! Selbstverständlich werden die geltenden Hygienevorschriften dabei immer eingehalten. Bitte denken Sie daran, dass an einigen Prüforten eine FFP2-Maske getragen werden muss. Alltags- und Community-Masken sind nicht gestattet. Wir empfehlen daher, immer eine FFP2-Maske zu tragen.

Aufgrund der Regelungen am Prüfort kann außerdem die Vorlage eines aktuellen, negativen Corona-Schnelltests eines zugelassenen Testzentrums/-stelle notwendig sein. Wir empfehlen daher allen Weiterbildungs- und Ausbildungsprüflingen entsprechend vorzusorgen.
 
Die IHK-Organisation verfolgt aufmerksam die Entwicklung des Infektionsgeschehens sowie die dagegen ergriffenen Maßnahmen der zuständigen Behörden, sowohl regional als auch auf Bundesebene. Die IHKs stehen in kontinuierlicher Abstimmung mit allen relevanten Stellen und Partnern vor Ort, insbesondere Gesundheitsämtern, Betrieben und Beruflichen Schulen mit dem Ziel, die Prüfungen wie geplant unter Berücksichtigung aller pandemie-bedingten Vorgaben durchführen zu können.
Die Prüfungsteilnehmer möchten wir bitten, sich angesichts der anstehenden Prüfungen insbesondere an alle behördlichen Vorgaben zu halten und mindestens zwei Wochen vor dem Prüfungstermin ihre Kontakte eigenverantwortlich so zu beschränken, dass ein Infektions- und Quarantäne-Risiko minimiert und eine Teilnahme an der Prüfung nicht in Frage gestellt wird.

Prüfungen im Bereich der Ausbildung

Bei den schriftlichen Abschlussprüfungen gilt die 3G-Regel. Alle Informationen dazu finden Sie hier. Bitte planen Sie eine früh- und rechtzeitige Anreise zu den Prüforten ein.
Bitte beachten Sie die Abgabefrist für die Reporte im kaufmännischen Bereich:
Der Termin zur Abgabe der Reporte in den kaufmännischen Berufen bleibt bestehen:
Industriekaufleute bis zum 4. Mai 2021
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Diana Krastina
+49 531 4715-235, diana.krastina@braunschweig.ihk.de
Kaufleute für Büromanagement bis zum 5. Mai 2021
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Anke Just
+49 531 4715-232, anke.just@braunschweig.ihk.de
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen bis zum 5. Mai 2021
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Astrid Oldermann
+49 531 4715-220, astrid.oldermann@braunschweig.ihk.de
Hier können Sie die aktuellen schriftlichen Prüfungstermine einsehen.

Weiterbildungsprüfungen

Die IHK-Weiterbildungsprüfungen finden statt.
Bei den schriftlichen Abschlussprüfungen gilt die 3G-Regel. Alle Informationen dazu finden Sie hier. Bitte planen Sie eine früh- und rechtzeitige Anreise zu den Prüforten ein.
Hier können Sie die aktuellen schriftlichen Prüfungstermine einsehen.
Bitte beachten Sie: Verbindlich sind ausschließlich die von der IHK Braunschweig mitgeteilten Termine, die Sie rechtzeitig erhalten werden.

Welche Vorsichts- und Hygienemaßnahmen trifft die IHK für die Teilnahme an Prüfungen?

Für die Prüfungen werden besondere Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer, der Aufsichten sowie der Prüferinnen und Prüfer zu schützen.
Um den betroffenen Personen die Teilnahme an den Prüfungen zu ermöglichen und zugleich das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, gelten folgende Vorgaben:
Prüfungsteilnehmer
  • Alle Prüfungsteilnehmer sind verpflichtet, auf dem Gelände und in den Wartebereichen der Prüfungsorte grundsätzlich einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) oder eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil zu tragen. Alltags- und Community-Masken sind nicht gestattet.
    Da es örtlich unterschiedliche Schutzmaßnahmen geben kann, gelten die Vorschriften des jeweiligen Prüfungsorts zum Tragen des medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. An den meisten Prüforten ist für die Prüflinge während der Prüfung das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht vorgeschrieben. Es kann aber je nach Prüfort, zum Beispiel in Abhängigkeit der Teilnehmerzahlen, unterschiedliche Vorgaben geben. Bitte beachten Sie die Hinweise vor Ort sowie die Ansagen der aufsichtführenden Personen.
  • Es ist grundsätzlich ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu anderen Personen einzuhalten. Ist die Einhaltung aus bestimmten Gründen nicht möglich, ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Bei Interaktionen, insbesondere wenn gesprochen wird, und bei den Wegen zum bzw. vom Prüfungsplatz ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes ebenfalls Pflicht.
  • Prüfungsteilnehmerwerden vorab aufgefordert, den größtmöglichen Abstand zueinander zu wahren, die Hygienehinweise zu beachten und mit Anzeichen von Lungen- und Atemwegserkrankungen, die auf eine (zum Beispiel Fieber, Husten, Atemproblemen, Verlust Geschmacks-/Geruchssinn, Halsschmerzen, Gliederschmerzen) nicht an der Prüfung teilzunehmen.
  • Personen, die unter Isolation oder Quarantäne stehen oder die auf ein Abstrichergebnis warten, dürfen nicht an der Prüfung teilnehmen.
  • Die Überprüfung der Personalien (Ausweis und Einladung) erfolgt über Sichtkontrolle. Dies kann beispielsweise durch die Ablage prüfungsrelevanter Unterlagen auf dem Tisch erreicht werden, ohne Materialien von-Hand-zu-Hand zu geben.
  • Bei mündlichen / praktischen Prüfungen sollen zu prüfende Personen erst wenige Minuten vor der Prüfung am Prüfungsraum erscheinen. Um Kontakte mit anderen Prüfungsteilnehmern zu vermeiden, sollen alle zur Verfügung stehenden Wartebereiche genutzt werden. Der Prüfungsausschuss wird Sie zur Prüfung abholen.
  • Vor und nach den Prüfungen sind Gruppenbildungen strikt zu vermeiden. Nach Beendigung der Prüfung verlassen Prüfungsteilnehmer bitte unmittelbar den Prüfungsort.
Prüfungsort
  • Bei schriftlichen Prüfungen ist in den Prüfungsräumen der größtmögliche Abstand zwischen den zu prüfenden Personen einzuhalten.
  • Alle Prüfungsräume sind vor und zum Ende der Prüfung geöffnet zu halten, um Menschenversammlungen beim Eintreten und Verlassen der Räume zu vermeiden.
  • Die Räume sind durch die Aufsichten bzw. Prüfer vor und während der Prüfung regelmäßig und ausreichend zu lüften.
  • Waschmöglichkeiten (Toilettenräume) sind an den Prüfungsorten frei zugänglich zu halten. Die Reinigungsintervalle sind an die Prüfungszeiträume anzupassen.
  • In externen Prüfungsorten (außerhalb des IHK-Gebäudes) sind darüber hinaus die dort geltenden Regelungen (siehe Prüfungseinladung) zu beachten.
Zum gegenseitigen Schutz bittet die IHK Braunschweig um Einhaltung der üblichen Hygienehinweise.
Bitte vermeiden Sie Ansammlungen vor dem IHK-Gebäude bzw. den Prüfungsgebäuden. Sollten Warteschlangen beim Einlass entstehen, halten Sie die Abstandsregel ein. Halten Sie auch in den Gebäuden, in den Pausen sowie vor den Prüfungsräumen die Abstandsregeln ein.
Wir wünschen Ihnen für Ihre Prüfung viel Erfolg!

FAQ-Liste

Werden Azubis ohne eine Zwischenprüfung überhaupt zur Abschlussprüfung zugelassen?

Azubis, die ihre Zwischenprüfung im Frühjahr 2020  nicht schreiben konnten, werden auch ohne Zwischenprüfung zur Abschlussprüfung zugelassen. Dabei spielt die Dauer, der noch verbleibenden Ausbildungszeit bis zur Abschlussprüfung keine Rolle.

Was passiert, wenn die Abschlussprüfungen nicht stattfinden können?

Grundsätzlich verlängert sich die Ausbildungszeit nicht automatisch. Nach § 21 Abs.1 S. 1 BBiG endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.

Läuft das Vertragsverhältnis vertragsgemäß aus, wenn keine Abschlussprüfung stattfindet?

Grundsätzlich ja. Auf Antrag des Auszubildenden kann allerdings nur die zuständige Stelle nach § 8 Abs. 2 die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Dies kann bei einer längeren (z.B. Corona-bedingten) Ausfallzeit der Berufsausbildung im Betrieb oder in der Berufsschule durchaus der Fall sein. Die Entscheidung liegt zwar im Ermessen der IHKs und die Ausbildenden sind hierzu von der IHK zu hören. Sofern aber die Verlängerung tatsächlich zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, wird das Ermessen der IHKs in der Regel zu Gunsten des Azubis für eine Verlängerung ausgeübt werden müssen. Die entgegenstehenden betrieblichen Gründe müssten schon sehr gewichtig sein.

Die Schule ist geschlossen - müssen die Azubis dann in den Betrieb?

Grundsätzlich ja. Allerdings entfällt bei einer Schulschließung nicht die Pflicht zum Erlernen der theoretischen Ausbildungsinhalte. Der Betrieb sollte die ausgefallene Berufsschulzeit dazu nutzen, seinen Azubis Gelegenheit zu geben, sich mit Hilfe von Lehrbüchern, Arbeitsblättern, Lernplattformen, Cloud-Lösungen oder anderen Medien den anstehenden Lernstoff anzueignen bzw. sich auf die schriftlichen Prüfungen vorzubereiten.

Wenn der Azubi an den Berufsschultagen in den Betrieb muss, bleibt keine Zeit zur Vorbereitung auf die Prüfung?

Wenn die Berufsschule wochenlang ausfällt, muss der Azubi in den Betrieb, da die Freistellungspflicht entfällt. Der Betrieb muss jedoch die ausgefallene Berufsschulzeit den Berufsschülern zum Erlernen des Unterrichtsstoffs bzw. zur Vorbereitung auf die theoretische Prüfung zur Verfügung stellen. Dies kann im Betrieb oder zu Hause erfolgen. Der Azubis ist verpflichtet, diese Zeit zum Lernen zu nutzen. Verstöße dagegen können arbeitsrechtlich geahndet werden.

Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

Freistellung von Azubis

Die Freistellung von Auszubildenden ist in § 15 des Berufsbildungsgesetzes bzw. § 9 des Jugendarbeitsschutzgesetzes geregelt. Sie ist auf die Berufsschule bzw. die Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und die Teilnahme an Prüfungen beschränkt.
Andere Freistellungsgründe gibt es nicht. Dies bedeutet, dass eine "Freistellung" infolge von Arbeitsmangel ausscheidet. Grund ist, dass Auszubildende nach dem Ausbildungsvertrag nicht ihre Arbeitskraft schulden, sondern ihre Bereitschaft, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erlernen.
Werden Auszubildende also wegen Arbeitsmangels oder aufgrund behördlicher Verbote freigestellt, muss dennoch die Ausbildungsvergütung in voller Höhe weiter bezahlt werden. Außerdem entstehen dadurch Fehlzeiten in der Ausbildung, die bei längerer Dauer auch dazu führen können, dass Auszubildende nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden können.
In der aktuellen Situation hat die Freistellung von Auszubildenden auch häufig finanzielle Gründe. Als Alternative dazu bietet sich für Betriebe und Auszubildende die Teilzeitausbildung nach § 7a Berufsbildungsgesetz an. Damit kann die tägliche oder die wöchentliche Ausbildungszeit um bis zu 50 Prozent im gegenseitigen Einvernehmen verkürzt werden. WICHTIG:  Allerdings verlängert sich dadurch auch die Ausbildungszeit entsprechend der vereinbarten Verkürzung.
Die Vertragsänderung in eine Teilzeitausbildung hat gegenüber der Freistellung also sowohl für Ausbildungsbetriebe als auch für Auszubildende entscheidende Vorteile:
  • Die Ausbildungsvergütung muss dann auch nur noch in Höhe der entsprechenden prozentualen Kürzung der Ausbildungszeit ausgezahlt werden.
  • Auszubildenden entstehen durch die Verlängerung der Gesamtdauer der Ausbildung entsprechend der Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit keine Fehlzeiten; ihre Zulassung zur Abschlussprüfung ist dadurch nicht in Gefahr.

Darf ich meinen Azubi in die Kurzarbeit schicken?

Grundsätzlich kommt im Rahmen eines Berufsausbildungsverhältnisses Kurzarbeit nicht in Betracht.
Der Auszubildende schuldet dem Betrieb nämlich im Gegensatz zum Arbeitnehmer nicht seine Arbeitskraft bzw. -leistung, sondern seine Lernbereitschaft. Im Gegensatz hierzu ist die Hauptleistungspflicht eines Betriebes gegenüber Auszubildenden auch nicht die Zahlung von Arbeitslohn, sondern die Vermittlung der beruflichen Handlungsfähigkeit.
Dem Betrieb sind deshalb aus rechtlicher Sicht besondere Maßnahmen zuzumuten, um die Ausbildungszeit sinnvoll zu nutzen. Dies insbesondere dann, wenn der Auszubildende bereits im Produktions- oder Dienstleistungsbereich eingesetzt ist, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten zu vervollkommnen.
Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten: Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte – Beispiele:
  • Vorziehen fachtheoretischer Lerninhalte: Die Berufsschulen stellen – i. d. R. über Lernplattformen – Aufgaben und Inhalte zur Verfügung
  • Strategien für die Verkaufsförderung ausarbeiten, Warenbestandskontrolle, Preiskalkulationen durchführen etc.
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Durchführung besonderer Ausbildungsformen
  • Durchführung von Projektarbeiten
  • Vorbereitung, Erstellung und Durchführung von Fachaufgaben/ Reporten
  • Nutzung diverser Lernplattformen
  • Ausarbeitungen von Handouts/Anleitungen, die inhaltlich mit dem Ausbildungsplan korrespondieren und im Nachgang allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden können (z. B. für Office-Anwendungen, Handling von speziellen Warengruppen etc.)
  • Umstellung des betrieblichen Ausbildungsplans
  • Versetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen
Möglich sind z.B. Umstellung des betrieblichen Ausbildungsplans, Versetzung in andere Abteilung(en), Versetzung in die Lehrwerkstatt oder die Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen.
Kurzarbeit für Auszubildende wird also nur ausnahmsweise in Betracht kommen, wenn vorher alle Ausbildungsmöglichkeiten des Betriebes ausgeschöpft wurden. Dazu gehört auch die Teilzeitausbildung nach § 7a Berufsbildungsgesetz. Danach kann die tägliche bzw. wöchentliche Ausbildungszeit um max. 50% gekürzt werden und die Ausbildungsvergütung kann sich entsprechend der Verkürzung reduzieren. Folglich verlängert sich die Ausbildungsdauer entsprechend.
Hinweis: Einige der genannten Tipps, können auch gut im Home-Office (Fernzugriff auf die unternehmensinterne IT-Infrastruktur) oder in betrieblich angeordneten Lernphasen von zu Hause durchgeführt werden, soweit dort ausbildungsrelevante Tätigkeiten verübt werden können und der Ausbilder mit dem Auszubildenden in Kontakt steht. Das ist entsprechend im Berichtsheft festzuhalten. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

Bekommen Auszubildende Kurzarbeitergeld?

Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung bis zu einer Dauer von 6 Wochen ( § 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.“
Zudem erhalten ab sofort auch Auszubildende nach Ablauf der 6 Wochen Fortzahlung der Ausbildungsvergütung in bestimmten Fällen Kurzarbeitergeld. Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie unter Kurzarbeitergeld für Auszubildende. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihre regionale Agentur für Arbeit.

Kann der Azubi Minusstunden sammeln?

Minusstunden machen bei Auszubildenden keinen Sinn. Diese können nur im Rahmen des JArbSchG bzw. des Arbeitszeitgesetzes wieder aufgeholt werden. Um aufzuholen, müssen aber Überstunden geleistet werden, welche dann wieder in Freizeit auszugleichen oder abzugelten sind. Außerdem müssten dann während der Überstunden auch wieder die Ausbilder oder Ausbildungsgehilfen anwesend sein. Hinzu kommt noch, dass Auszubildende momentan auch nicht in die Berufsschule können, von dort aber mit Aufgaben versorgt werden. Insofern erbringen Ausbildende also auch zuhause Ausbildungszeit, wenn sie die Aufgaben der Berufsschule erledigen. Selbst wenn der Betrieb also stillgelegt ist, kommt der Azubi zumindest teilweise seiner Verpflichtung aus dem Ausbildungsvertrag nach.

Wie wird mit den Fehlzeiten umgegangen, wenn Auszubildende vom Betrieb für längere bzw. auf unbestimmte Zeit nach Hause geschickt werden? Sind diese relevant für Abschlussprüfung?

Auch in diesem Fall handelt es sich um Fehlzeiten, die für die Zulassung zur Abschlussprüfung relevant sind (§ 43 Abs. 1 Nr. 1 Hs. 1 BBiG). Dabei ist es unerheblich, ob der Auszubildende diese zu vertreten hat.
Ein Richtwert für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist für die zuständige IHK, ob die Abwesenheit einen Wert von zehn Prozent der vertraglichen Ausbildungszeit übersteigt. Sollte dies der Fall sein, kann die Fehlzeit dennoch als geringfügig eingestuft werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Auszubildende trotz der Fehlzeiten den erforderlichen Leistungsstand besitzt, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Generell sind bei der Beurteilung immer die Umstände des Einzelfalls zu betrachten. Dabei wird nicht unterschieden, ob Berufsschulzeit oder Ausbildungszeit im Betrieb ausfällt. Dies gilt auch bei Kurzarbeit.
Tipp:
Dokumentieren Sie genau, welche Ausbildungsinhalte versäumt wurden und holen Sie diese sobald wie möglich nach. Darüber ist ein Nachweis zu erbringen. Bei länger andauernden Ausfällen besteht die Möglichkeit einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungsdauer nach § 8 Abs. 2 BBiG bei der zuständigen IHK zu stellen.

Was wenn der Betrieb, indem der Azubi lernt, insolvent wird oder schließt?

Das Ausbildungsverhältnis besteht so lange fort, bis es von den Beteiligten einseitig oder durch Aufhebungsvertrag beendet wird. Falls der Betrieb also tatsächlich insolvent wird, müsste der Ausbildungsbetrieb kündigen, wenn ihm durch die Insolvenz die Fortsetzung der Ausbildung unmöglich wird. Auch der Azubi hätte in diesem Fall ein Kündigungsrecht.
Auf jeden Fall sollten betroffene Azubis sich schnellstmöglich bei der Arbeitsagentur melden. Unabhängig davon sollte sich jeder Azubi selbst um einen neuen Ausbildungsplatz bemühen.

Erhöht sich bei der Kurzarbeit von Auszubildenden ihre Ausbildungsdauer entsprechend?

Nicht unbedingt. Eine von Rechts wegen vorgeschriebene Verlängerung der Ausbildungsdauer gibt es nur bei der Teilzeitausbildung nach § 7a Abs. 2 BBiG. Im Falle von Kurzarbeit kommt hingegen eine Verlängerung der Ausbildungsdauer auf Antrag Auszubildender nach § 8 Abs. 2 BBiG in Betracht, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, bemisst sich danach, ob die berufliche Handlungsfähigkeit (also alle nach der Ausbildungsordnung bzw. dem Ausbildungsberufsbild vorgeschriebenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten) in vollem Umfang trotz Kurzarbeit vermittelt werden konnten. Ist dies der Fall, führt die Kurzarbeit nicht zur Verlängerung der Ausbildungsdauer.
Falls allerdings die berufliche Handlungsfähigkeit durch die Kurzarbeit – oder in Kombination mit weiteren Fehlzeiten im bisherigen Ausbildungsverlauf – nicht vollumfänglich vermittelt werden konnte,  kann die zuständige Stelle nach Anhörung der Ausbildenden die Ausbildungsdauer verlängern.

Darf ein Betrieb, bei dem Kurzarbeit stattfindet, Ausbildungsverträge für das kommende Ausbildungsjahr abschließen?

Ja, darf er. Da Kurzarbeit bei Auszubildenden nur als äußerstes Mittel genutzt werden sollte, dürfen sie eingestellt und ausgebildet werden, wenn die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung und trotz Kurzarbeit geeignet ist (§ 27 Abs. 1 BBiG). Auch berührt die aus unternehmerischer Sicht notwendige Kurzarbeit einzelner Mitarbeiter eines Unternehmens nicht die persönliche Eignung und persönliche Integrität von Ausbildenden gem. § 29 BBiG.

FAQ zu Sach- und Fachkundeprüfungen

Werden Prüfungen stattfinden?

Um Engpässe im Güterverkehr zu vermeiden, ist die Gültigkeit der Schulungsnachweise für Berufskraftfahrer und im Gefahrgutbereich verlängert worden. So bleiben alle Bescheinigungen über die Fahrzeugführerschulung, deren Geltungsdauer zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. November 2020 endet, bis zum 30. November 2020 gültig. Auch die Schulungsbescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte, deren Geltungsdauer zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. November 2020 endet, bleiben bis zum 30. November 2020 gültig.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: