19.05.2026 | Funktionierende Stadtverwaltung
Verwaltungsreform auf der Zielgeraden?
Im IHK-Ausschuss „Funktionierende Stadtverwaltung“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung über den Stand der Berliner Verwaltungsmodernisierung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die bereits beschlossenen Reformen nun schneller und spürbarer bei Unternehmen und Bürgern ankommen können.
Im Themenblock Strukturen wurden die bisherigen Fortschritte der Verwaltungsreform grundsätzlich positiv bewertet. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass weitere Schritte zum Bürokratieabbau, klarere Zuständigkeiten und eine konsequente Umsetzung der Reformen erforderlich sind.
Bei der Digitalisierung wurde insbesondere die Situation des ITDZ Berlin kritisch beleuchtet. Die Teilnehmenden sahen erheblichen Handlungsbedarf bei Steuerung, Finanzierung und Umsetzungsgeschwindigkeit. Zudem wurden die schleppende Einführung der E-Akte und komplexe Zuständigkeiten als Hemmnisse für die Verwaltungsdigitalisierung genannt.
Die Diskussion zur öffentlichen Vergabe konzentrierte sich auf die hohe Bürokratielast und die rückläufige Beteiligung von Unternehmen an Ausschreibungen. Aus Sicht vieler Ausschussmitglieder sind einfachere Verfahren, höhere Wertgrenzen und mehr Praxisorientierung notwendig, um öffentliche Vergaben wieder attraktiver zu machen. Gleichzeitig wurden unterschiedliche Auffassungen zur Rolle sozialer und ökologischer Standards im Vergaberecht deutlich.
Fazit der Sitzung: Die Grundlagen für eine Modernisierung der Berliner Verwaltung sind gelegt. Nun erwarten Wirtschaft und Politik vor allem eines: eine konsequente und spürbare Umsetzung.