IHK Berlin

Wie Unternehmen ihre physische Resilienz systematisch stärken können

Unternehmen sehen sich heute einer Vielzahl von Sicherheitsrisiken gegenüber. Neben Cyberangriffen gewinnen physische Bedrohungen wie Sabotage, Diebstahl, Spionage, Störungen von Lieferketten oder Angriffe auf Standorte zunehmend an Bedeutung. Während für Informationssicherheit und Datenschutz bereits etablierte Standards verfügbar sind, fehlte bislang ein vergleichbarer, branchenübergreifender Orientierungsrahmen für die physische Unternehmenssicherheit. Diese Lücke soll die neue DIN SPEC 14027 „Corporate Security – Anforderungen zur Stärkung physischer Resilienz von Organisationen“ schließen.

Orientierung für Unternehmen jeder Größe

Die DIN SPEC 14027 wurde im Rahmen des Aktionsplans 2024 zur Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie auf Initiative des Bundesministeriums des Innern (BMI) entwickelt. An ihrer Erarbeitung waren Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Behörden, Verbänden und Hochschulen beteiligt. Ziel war es, einen praxisnahen Standard zu schaffen, der unabhängig von Branche, Unternehmensgröße und Organisationsstruktur angewendet werden kann. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen soll die DIN SPEC dabei helfen, Sicherheitsstrukturen systematisch aufzubauen oder weiterzuentwickeln.
Durch unterschiedliche Schutzniveaus beziehungsweise Sicherheitslevel können die Anforderungen an den jeweiligen Sicherheitsbedarf angepasst werden. Dadurch können sowohl KMU als auch größere Organisationen einen für sie angemessenen Einstieg in das Thema Corporate Security finden.

Was die DIN SPEC 14027 bietet

Die DIN SPEC 14027 ist modular aufgebaut und betrachtet 16 Handlungsfelder der Corporate Security. Dabei werden bauliche, technische, organisatorische und personelle Aspekte der Unternehmenssicherheit berücksichtigt. Zu jedem Handlungsfeld werden die wesentlichen Hintergründe, Ziele und Anforderungen strukturiert dargestellt.
Ergänzt wird das Dokument durch einen Fragenkatalog im Anhang. Dieser enthält klar formulierte und überprüfbare Anforderungen zu den einzelnen Handlungsfeldern und kann beispielsweise zur Durchführung von Audits, Selbstbewertungen oder internen Reviews genutzt werden.
Der modulare Aufbau ermöglicht eine flexible Anwendung in der Praxis. Unternehmen können die DIN SPEC als Grundlage für den Aufbau eines umfassenden Corporate-Security-Management-Systems (CSMS) nutzen. Gleichzeitig können auch einzelne Handlungsfelder gezielt bearbeitet werden, abhängig vom jeweiligen Schutzbedarf und den identifizierten Risiken.
  • Schutzbedarfsermittlung
  • Sicherheitslagebild
  • Sicherheitskultur und Kommunikation
  • Interne Untersuchung
  • Störungs-, Notfall- und Krisenmanagement
  • Business Continuity Management
  • Standortsicherheit
  • Personenschutz
  • Veranstaltungsschutz
  • Bedrohungsmanagement
  • Reisesicherheit
  • Integritätsprüfung
  • Know-how-Schutz
  • Lieferkettensicherheit
  • Auswahl und Steuerung von sicherheitsbezogenen Dienstleistungen
  • Aufbau und Betrieb eines Sicherheitsmanagementsystems