IHK Berlin

Klimaresilienz in Unternehmen

Der Klimawandel stellt Unternehmen zunehmend vor neue Herausforderungen. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen oder Überschwemmungen treten häufiger auf und können betriebliche Abläufe erheblich beeinträchtigen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist es daher wichtig, Klimarisiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz zu entwickeln.

Zentrale Risikobereiche

1. Standort
Direkte Auswirkungen auf den Unternehmensstandort:
  • Schäden an Gebäuden, Anlagen und Produkten durch Überflutungen, Stürme oder Blitzeinschläge
  • Gesundheitsrisiken für Mitarbeitende, insbesondere durch zunehmende Hitze
  • Steigende Energiekosten, etwa durch zusätzlichen Kühlbedarf in Gebäuden
2. Logistik und Lieferketten
Auch Transport und Versorgung sind zunehmend betroffen:
  • Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr durch hitzebedingte Schäden
  • Probleme in der Binnenschifffahrt infolge von Hoch- oder Niedrigwasser
  • Lieferantenausfälle durch Extremwetterereignisse (beispielhaft: die Flutkatastrophe 2011 in Thailand)
3. Rohstoffbeschaffung
Der Zugang zu Ressourcen wird unsicherer:
  • Rückgang landwirtschaftlicher Rohstoffe infolge von Dürre und Hitze
  • Qualitätsveränderungen bei Rohstoffen durch klimatische Bedingungen (z. B. bei Baumwolle)
  • Produktionsausfälle in Bergwerken, etwa durch die Überflutung von Förderanlagen
4. Absatzmärkte
Auch Märkte und Kundenanforderungen verändern sich:
  • Anpassung des Produktportfolios aufgrund strengerer klimapolitischer Vorgaben
  • Wandel im Konsumverhalten, z. B. steigende Nachfrage nach klimaresilienten Produkten

Unterstützung und Handlungsempfehlungen

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesen Risiken bietet der Leitfaden „Klimarisikomanagement 2050 – Betriebliche Klimarisikostrategie Step-by-Step entwickeln“. Er liefert praxisnahe Impulse und konkrete Handlungsempfehlungen für den Aufbau eines betrieblichen Klimarisikomanagements.
Ergänzend kann die Norm DIN EN ISO 14090 Organisationen dabei unterstützen, Klimarisiken besser zu verstehen, frühzeitig Auswirkungen zu erkennen, geeignete Maßnahmen zu entwickeln und Fortschritte messbar zu machen.

Herausforderungen und Chancen für KMU

Ein umfassendes Klimarisikomanagement kann für KMU sowohl personell als auch finanziell anspruchsvoll sein – insbesondere vor dem Hintergrund weiterer sicherheitsrelevanter Themen wie IT-Sicherheit, Wirtschaftsspionage oder Stromausfallvorsorge. Gleichzeitig ergeben sich Synergien, etwa bei der Verknüpfung mit Business-Continuity-Management-Systemen oder Krisenvorsorgeplänen, die grundsätzlich auch auf klimabedingte Ereignisse angewendet werden können.

Praktische Ansätze für den Einstieg

Für KMU empfiehlt sich ein schrittweiser Einstieg in das Thema. Ein hilfreiches Instrument ist ein interaktives Veranschaulichungstool des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, das Klimarisiken an einem Beispielstandort visualisiert und durch weiterführende Informationen ergänzt; konkrete Anpassungsmaßnahmen sind in einer ergänzenden Excel-Arbeitshilfe gebündelt. Fest steht, dass bereits kleinere Maßnahmen dazu beitragen können, die Klimaresilienz eines Unternehmens nachhaltig zu stärken.

Fördermöglichkeiten und Ansprechpartner: