IHK Berlin

Business Continuity Management: Handlungsfähig trotz Krise

Cyberangriffe, IT-Ausfälle, Störungen in Lieferketten, Extremwetterereignisse oder Personalausfälle können den Geschäftsbetrieb kurzfristig beeinträchtigen. Für Unternehmen stellt sich daher zunehmend die Frage, wie kritische Prozesse auch unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten werden können. Business Continuity Management unterstützt Unternehmen dabei, Betriebsunterbrechungen vorzubeugen, Ausfallzeiten zu reduzieren und die betriebliche Handlungsfähigkeit schnell wiederherzustellen.

Was ist BCM?

Business Continuity Management (BCM) bezeichnet einen ganzheitlichen Ansatz zur Sicherstellung der Geschäftskontinuität. Ziel ist es, zeitkritische Geschäftsprozesse auch bei schwerwiegenden Notfällen oder Krisen aufrechtzuerhalten oder innerhalb einer akzeptablen Zeit auf einem definierten Mindestniveau wieder aufzunehmen.

Aufbau eines BCMS

BCM ist kein einmaliges Projekt, sondern wird im Rahmen eines Business Continuity Management Systems (BCMS) kontinuierlich betrieben und weiterentwickelt. Ein BCMS umfasst neben einer festgelegten Organisation und definierten Methoden zur Analyse und Vorsorge auch die Planung von Maßnahmen für Notfälle und Krisen, die Bereitstellung notwendiger Ressourcen sowie eine strukturierte Dokumentation. Durch die regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung von Zuständigkeiten, Abläufen und Maßnahmen unterstützt es die langfristige Handlungsfähigkeit der Organisation auch bei schwerwiegenden Schadensereignissen.

Aufbau eines BCMS in KMU

Der Aufbau eines BCMS ist insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen mit einem hohen organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwand verbunden. Einen praxisnahen Einstieg bietet der Leitfaden des BSI „Einstieg in das BCM für KMU“. Dieser erläutert unter anderem die verschiedenen Ausprägungen eines BCMS und zeigt auf, mit welcher Stufe KMU den Aufbau eines BCM schrittweise und ressourcenschonend beginnen können. Für die Einführung und Weiterentwicklung eines BCMS kann zudem der BSI-Standard 200-4 Business Continuity Management als Orientierung dienen. Aufgrund seines Umfangs empfiehlt es sich für Einsteiger, zunächst die Grundlagen im zweiten Kapitel zu betrachten. Für die praktische Umsetzung kann die Unterstützung durch qualifizierte externe Dienstleister sinnvoll sein.

Weitere Hilfsmittel und Standards für den Aufbau eines BCMS

  • ISO 22301:2019 ist die international anerkannte Norm für Business Continuity Management Systeme (BCMS). Sie ist kostenpflichtig, deutlich kompakter als der BSI-Standard 200-4 und insbesondere für Unternehmen relevant, die eine Zertifizierung ihres BCMS anstreben.
  • DIN SPEC 14027 befasst sich mit der physischen Resilienz von Organisationen. BCM wird darin als ein wichtiges Handlungsfeld beschrieben; grundlegende Anforderungen sind in einer Tabelle in Anhang A.7 zusammengefasst. Weitere Informationen zu der Norm erhalten Sie hier.
  • BSI-Standard 200-4 Hilfsmittel ergänzen den Standard um verschiedene Arbeitshilfen und Dokumentvorlagen. Diese unterstützen Unternehmen dabei, BCM-Prozesse und -Methoden praxisnah umzusetzen. Die Hilfsmittel können Sie hier abrufen.