IHK Berlin

Aktuelle Sicherheitslage: Fallzahlen und Entwicklungen

Die Sicherheitsbehörden auf Bundes- und Landesebene veröffentlichen regelmäßig spezifische Lagebilder und Jahresberichte, in denen aktuelle sicherheitsrelevante Entwicklung, Fallzahlen sowie Bedrohungsformen für Wirtschaft und Gesellschaft geschildert werden.
In der Initiative Wirtschaftsschutz bündeln mehrere Sicherheitsbehörden und Wirtschaftsverbände (u.a. die DIHK) ihre Expertise zu dem weiten Themenfeld Wirtschaftsschutz. Über das Portal www.wirtschaftsschutz.info finden Unternehmen - gerade auch kleine und mittelständische Betriebe - vielfältige Informationen zu aktuellen Bedrohungen, Präventionsmaßnahmen und Ansprechpartnern.

Deutschlandweite Entwicklungen

Wirtschaftsschutzstudie des Bitkom

Laut der jährlichen Wirtschaftsschutz-Studie des Bitkom rücken deutsche Unternehmen verstärkt in den Fokus von Angreifern aus dem In- und Ausland. Im Jahr 2025 waren 87 % der befragten Unternehmen von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen. Besonders häufig wurden digitale Angriffe registriert: 73 % der betroffenen Unternehmen berichteten von Attacken auf Informations- und Produktionssysteme. Zudem waren viele Unternehmen vom Diebstahl von Geschäftsdaten (66 %) sowie vom Ausspähen digitaler Kommunikation, etwa über E-Mails oder Messenger-Dienste (62 %), betroffen. Aber auch analoge Delikte spielen, wenn auch im geringerem Umfang, weiterhin eine nicht unerhebliche Rolle: So gaben 54 % an, den Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten erlebt zu haben.
Der durch analoge und digitale Angriffe verursachte Schaden stieg innerhalb eines Jahres von 266,6 Milliarden Euro auf 289,2 Milliarden Euro und damit um rund 8 %. Der negative Trend der vergangenen Jahre setzt sich damit fort: 2023 lag der Gesamtschaden noch bei 205,9 Milliarden Euro.

Verfassungsschutzbericht 2025:

Am 30. Juni 2026 stellte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 vor. Für 2025 wurden insgesamt 58.851 Straftaten mit extremistischem Hintergrund ausgewiesen (2024: 57.701) – erneut ein Höchststand. Wie bereits im Vorjahr enthält der Bericht ein Sonderkapitel zu den Auswirkungen des Nahostkonflikts und zum Antisemitismus. Neu ist zudem ein Sonderkapitel zu den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die Sicherheitslage in Deutschland. Spionage, Sabotage, transnationale Repression, illegitime Einflussnahme, Desinformationskampagnen und Cyberangriffe stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands dar. Als Hauptakteure nennt der Bericht insbesondere die Russische Föderation, die Volksrepublik China und die Islamische Republik Iran.

Weitere Lagebilder:

Die Lage in Berlin

In einer aktuellen Informationsbroschüre berichtet das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), wie stark die nachrichtendienstliche Sicherheitslage gegenwärtig durch die aggressiven Handlungen Russlands geprägt ist. Die Gefahren durch Spionage, Sabotage und Desinformation sind mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine seit 2022 stark gestiegen und stellen laut BfV eine große Herausforderung für den Staat, Sicherheitsbehörden und die Gesellschaft in Deutschland dar. Mehr dazu finden Sie hier.