Pressemitteilung
Mehr Ausbildungsverhältnisse auch ohne Ausbildungsplatzabgabe
Zugleich ist es gelungen, Ausbildungsverhältnisse stabiler zu gestalten und Abbrüche zu vermeiden. Die Zahl der Vertragslösungen sank gegenüber 2023 um 287 Fälle auf 2.697 (-1,2 Prozentpunkte). Dazu beigetragen hat auch das neue, mehrstufige Angebot der IHK Berlin aus Workshops, individueller Beratung, Mediation und Schlichtung. Diese positive Entwicklung ist Ergebnis einer immensen Kraftanstrengung der Wirtschaft und das trotz stagnierender Konjunktur und sinkender Beschäftigtenzahlen.
Laut IHK-Konjunkturerhebungen bewerteten Unternehmen Ende 2025 ihre wirtschaftliche Lage so schlecht wie seit der Coronakrise nicht mehr. In den letzten zwei Jahren hat sich die konjunkturelle Schwächephase immer weiter vertieft. Beschäftigungsabbau und Investitionszurückhaltung prägen das Bild. Dies bestätigen auch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Der langjährige Beschäftigungsaufbau in Berlin ist zum Stillstand gekommen und hat sich ins Gegenteil verkehrt (November 2025: –0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Die Wirtschaft schafft zusätzliche Ausbildungsverhältnisse – ganz ohne die Ausbildungsplatzabgabe, sondern aus Verantwortung für den Standort und für die eigene Fachkräftesicherung. Wer also angesichts dieser Bilanz weiter an einer pauschalen Abgabe festhält, setzt auf Bürokratismus statt auf wirksame Lösungen. Mit Blick auf die Ausbildungsplatzabgabe ist nun die Verwaltung am Zug und muss ebenfalls ihren Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsverhältnisse leisten. Die Ressourcen, die auf Verwaltungsseite in den Gesetzentwurf gesteckt werden, wären jedenfalls beim Ausbau der Ausbildungsaktivitäten in der Verwaltung selbst erheblich besser investiert gewesen.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Nachhaltige Wirkung braucht Zeit und den Willen, neue Wege zu gehen. So hätte es noch signifikant mehr Ausbildungsverträge gegeben, wenn alle Ausbildungsplätze tatsächlich besetzt und nicht so viele Jugendliche in schulischen oder berufsvorbereitenden Bildungsangeboten stecken würden, obwohl sie auf dem regulären Ausbildungsmarkt gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hätten. Allerdings fehlt es bisher hierzu an Daten und Transparenz in den zuständigen Stellen, um gezielt auf diese Jugendlichen zuzugehen und sie mit passgenauen Angeboten zu versorgen. Wem es darum geht, Jugendliche in Ausbildung zu vermitteln, der weiß: Gerade mit Blick auf Berufsorientierung, Schulqualität und Matching zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen sind noch viele Hausaufgaben zu machen. Die Ausbildungsplatzabgabe gehört definitiv nicht dazu.“