Jahresbericht 2025

Pragmatische Stadtentwicklung

Berlin sieht sich einer Vielzahl von stadtentwicklungspolitischen Herausforderungen gegenüber. Die IHK hat die wichtigsten Forderungen der Wirtschaft adressiert: Themen wie Bauen, Gewerbeflächen, Mobilität und Klimaschutz standen im Fokus. Zudem hat die IHK Berlin zentrale Vorhaben und Projekte wie „100m Zukunft“ und die Stärkung der internationalen Anbindung des Flughafens BER weiterverfolgt. Die IHK Berlin setzt sich dabei aktiv für nachhaltige Stadtentwicklung ein und bringt Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den Dialog.

Reallabor für urbane Innovationen aufgebaut

Im Projekt „100 m Zukunft“, in dessen Rahmen die Fasanenstraße als Testraum für urbane Innovationen entwickelt wird, startete 2025 der erste Challenge‑Prozess. Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Initiativen konnten sich mit innovativen Lösungen in den Themenfeldern nachhaltige Mobilität und lokale Energieproduktion, urbane Gesundheit, Abfall‑ und Ressourcenmanagement sowie urbane Ernährungssysteme bewerben.
Insgesamt wurden 75 Lösungen eingereicht, von denen eine Fachjury zwölf für die Umsetzung in und an der Fasanenstraße auswählte. Die folgenden Monate standen im Zeichen des „Matchmakings“: Flächen entlang der Fasanenstraße, Innovationen und Akteure wurden gezielt zusammengeführt, um das Reallabor im Jahr 2026 praktisch als Testbed für Innovationen nutzbar zu machen. Parallel dazu wurde daran gearbeitet, das Reallabor in ein belastbares Stakeholder‑Netzwerk sowie in eine Betreiberstruktur einzubetten, die auch über 2026 hinaus die Challenge‑Prozesse organisiert.
Damit ist „100 m Zukunft“ nicht nur ein konkretes Experimentierfeld, sondern zugleich der Pilot für eine weiterreichende Strategie. Die IHK Berlin initiierte 2025 die Berliner Zukunftsdekade 2034–2044 und unterzeichnete gemeinsam mit den Berliner Kammern und Verbänden eine entsprechende Erklärung. Die Zukunftsdekade verknüpft vier historische Großprojekte – die Internationale Bauausstellung (IBA 2034–2037), die EXPO 2035, die 800‑Jahr‑Feier Berlins 2037 sowie die Olympischen und Paralympischen Spiele 2040 bzw. 2044 – zu einem integrierten Investitions‑ und Innovationszyklus. Ziel ist es, diese Vorhaben nicht isoliert zu betrachten, sondern als strategische Klammer für Berlins langfristige Transformation zu nutzen. Die IHK fordert hierfür einen Masterplan, der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenführt.
Reallabor und Zukunftsdekade stehen damit für eine gemeinsame Haltung: Berlins Wirtschaft testet nicht nur – sie gestaltet aktiv den Fahrplan für die Weltmetropole von übermorgen.

Schnelles und einfaches Bauen für Berlin eingefordert

Der Einsatz der IHK für mehr Tempo im Wohnungsbau zeigt Wirkung. Nach dem Schneller‑Bauen‑Gesetz von 2024 begleitete die IHK Berlin im Jahr 2025 die Evaluierung des Hochhausleitbildes. Mit Erfolg: Die Novelle erleichtert den Bau von Wohnhochhäusern und setzt damit ein klares Zeichen für die vertikale Stadt. Parallel brachte die IHK die Vorschläge der Berliner Wirtschaft für die Initiative „Einfach Bauen Berlin“ ein. Ziel ist eine grundlegende Entschlackung der Bauordnung – ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit im Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen.

Zentrenentwicklung vorangetrieben

Mit dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle zu den Immobilien‑ und Standortgemeinschaften (BIG) zu Beginn des Jahres 2025 wurde der Grundstein für Business Improvement Districts (BID) in Berlin gelegt. Die IHK Berlin erarbeitete gemeinsam mit Kooperationspartnern aus den Senatsverwaltungen eine praxisorientierte Arbeitshilfe zur Antragsstellung und richtete im Juni 2025 einen Gipfel mit über 130 Teilnehmenden aus, um das Instrument der Business Improvement Districts weiter voranzubringen. Mehrere Initiativen befinden sich bereits auf dem Weg zur Antragstellung.
Mit 47 Bewerbungen erreichte der Wettbewerb „Mittendrin Berlin!“ 2025 die höchste Beteiligung seit seinem Bestehen und unterstreicht damit das große Engagement lokaler Akteure für lebendige Geschäftsstraßen. Drei Initiativen wurden ausgezeichnet und erhielten jeweils 20.000 Euro für Projekte zur Schaffung neuer „Dritter Orte“ – von Kulturangeboten im öffentlichen Raum bis hin zu nachbarschaftlichen Begegnungsflächen. Die IHK begleitet die Umsetzungsphase gemeinsam mit der Senatsverwaltung aktiv, um nachhaltige Kooperationsstrukturen zu stärken.
Darüber hinaus war die IHK Berlin 2025 intensiv in zentrale Prozesse der Berliner Zentrenentwicklung eingebunden, darunter der zweite Zentrengipfel, Fokusgespräche mit der Senatsverwaltung sowie die Mitarbeit an der Fortschreibung des StEP Zentren 2040, der im Januar 2026 verabschiedet wurde. Durch diese enge Zusammenarbeit wurden die Bedarfe von Bezirken, Wirtschaft und Branchenverbänden systematisch zusammengeführt und in konkrete Maßnahmen für starke und zukunftsfähige Zentren überführt. Ergänzend fand im Oktober 2025 das Geschäftsstraßenforum als etablierte Veranstaltungsreihe der IHK Berlin statt. Mit 83 Teilnehmenden und vielfältigen fachlichen Impulsen stärkte es den Austausch zu Netzwerkarbeit, Digitalisierung und weiteren Zukunftsthemen der Geschäftsstraßen.

Berliner Verkehrspolitik mitgestaltet

Mit der Inbetriebnahme des 16. Bauabschnitts der A100 sowie der Dresdner Bahn beziehungsweise des Airport‑Express gingen 2025 zwei große Infrastrukturprojekte an den Start, für die sich die IHK Berlin über Jahre intensiv eingesetzt hatte. Um Politik und Verwaltung bei anschließenden verkehrspolitischen Entscheidungen – etwa zum Weiterbau der A100 mit dem 17. Bauabschnitt – zu beraten, formulierte die IHK aktuelle und umfassende verkehrspolitische Positionen. Diese brachte sie in zahlreiche Verwaltungsprozesse ein, unter anderem im Zusammenhang mit dem kurzfristig notwendigen Abriss der Ringbahnbrücken am AD Funkturm. Auf Empfehlung der IHK und der Wirtschaftsverbände wurden rasch Maßnahmen wie Umfahrungsregelungen, angepasste Signalsteuerungen sowie Abbiege‑ und Lkw‑Fahrstreifen umgesetzt. Weitere Beispiele für die verkehrspolitische Mitgestaltung sind das künftige Azubi‑Deutschlandticket, das Verwaltungsverfahren zur Anmeldung von Bauschuttcontainern im Straßenraum sowie die Luftverkehrsinitiative.
Hinzu kommt der erstmals veröffentlichte Berliner Leitfaden für Lieferflächen, der neben einer neuen Gestaltung und Beschilderung auch einen Paradigmenwechsel vorsieht. Künftig soll die Verwaltung proaktiv und regelmäßig Lieferflächen in Berliner Geschäftsstraßen einrichten, statt ausschließlich auf Anträge von Gewerbetreibenden zu reagieren. Die Herausforderung besteht darin, diese Flächen mit den ebenfalls erforderlichen sicheren Radverkehrsanlagen in Einklang zu bringen. Eine erste praktische Umsetzung erfolgte erfolgreich in der Schöneberger Grunewaldstraße. Dort entstanden nach jahrelangen, kontroversen Planungen neben neuen sicheren Radfahrstreifen insgesamt 17 Lieferbereiche mit neuer StVO‑Markierung und Beschilderung.
Nach einem intensiven Diskussionsprozess im Ausschuss Mobile Stadt beschloss die Vollversammlung zudem eine spezifische IHK‑Position für fairen Wettbewerb in der Taxi‑ und Mietwagenbranche. Diese umfasst eine Reihe konkreter Maßnahmen, einschließlich der Festlegung von Mindestentgelten, und wurde sowohl in das Senatsgremium zur Schwarzarbeitsbekämpfung als auch in die Initiative zum Inklusionstaxi eingebracht.
Darüber hinaus beteiligte sich die IHK Berlin mit einer Stellungnahme an der Erarbeitung der lang geplanten Sharing Strategy 2035, die 2026 veröffentlicht werden soll und den Ausbau sowie das Management von Sharing‑Abstellflächen nachhaltig verbessern wird. Gemeinsam mit der IHK Ostbrandenburg erreichte die IHK Berlin zudem ein Mitzeichnungsersuchen der SenMVKU zur dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans sowie zur vierten Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Die Kammern bündelten ihre Änderungsanliegen und übermittelten diese nach Prüfung an die Verwaltung.

Einsatz für den Luftverkehrsstandort

Zur besseren Unterstützung des Flughafens Berlin‑Brandenburg bei der Anwerbung neuer Flugverbindungen wurde 2025 das Connectivity Board gegründet. Es geht auf Empfehlungen einer wissenschaftlichen Studie der FH Worms zurück, die von der IHK Berlin in Auftrag gegeben wurde. Parallel erfolgte eine rechtliche Prüfung der Handlungsmöglichkeiten der IHK Berlin in diesem Themenfeld.
Dem Connectivity Board gehören der Flughafen BER, visitBerlin sowie die IHKs Berlin und Cottbus an. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden: Air Canada nimmt ab dem 3. Juli 2026 bis zum 11. Oktober vier wöchentliche Flüge von Berlin nach Montréal auf. Eurowings stationiert zwei zusätzliche Flugzeuge am Hauptstadtflughafen und erweitert das Angebot um neue europäische Städtedestinationen. Zudem erhielt Berlin erneut den Zuschlag für die CAPA‑Aviation‑Konferenz, ein hochrangiges Branchenevent, das im April 2026 stattfinden wird und zu dem sich bereits zahlreiche Airline‑CEOs angekündigt haben.
Darüber hinaus platzierte die Luftverkehrsinitiative ihre luftverkehrspolitischen Positionen zur Bundestagswahl 2025 im Rahmen einer Landespressekonferenz in Brandenburg. Mehrere Forderungen – darunter die Absenkung staatlicher Abgaben und die Rücknahme der überzogenen Power‑to‑Liquid‑Quote für Deutschland – fanden Eingang in den Koalitionsvertrag von CDU und SPD auf Bundesebene und wurden bereits umgesetzt. Die Luftverkehrssteuer wird im Juli 2026 gesenkt, zudem wurde die deutsche Sonderregelung für Power‑to‑Liquid abgeschafft.

Nachhaltigkeit – sozial, ökologisch, ökonomisch

Im Rahmen der Sustainability Week 2025 vom 24. bis 27. März 2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Berlin zur Impact‑Hauptstadt werden kann. In zahlreichen Veranstaltungen wurde mit Podiumsdiskussionen, Pitches und Vernetzungsformaten ein weiter thematischer Bogen gespannt. Ergänzend fanden Fachveranstaltungen zu Sustainable Finance und Biodiversität sowie zu aktuellen Rechtsänderungen auf EU‑Ebene statt. Ein besonderes und neues Format war der „Salon“, der in Kooperation mit GICA/Stiftung AußerGewöhnlich Berlin umgesetzt wurde. Die Bilanz der Woche: fast 1.000 Teilnehmende in fünf Präsenzveranstaltungen und sieben Online‑Formaten.
Darüber hinaus bot unter anderem eine große Netzwerkveranstaltung im ChangeHub vielfältige Einblicke in die soziale Ökonomie und zeigte auf, wie Unternehmen den Wandel hin zu einer noch stärker sozial‑ökologisch ausgerichteten Wirtschaftsweise gestalten können. Im Fokus standen dabei unter anderem demokratische Unternehmensführung, Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Rolle sozialer Unternehmen als Wegbereiter. Auch der Social Economy Berlin Fachtag brachte Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Ökosystemen zusammen und bot praxisnahe Workshops zu den Themen Wirkung, Diversität, KI‑Reflexion, Forschung und Finanzierung.
Das Berliner Bündnis für Biodiversität, eine gemeinsame Initiative von DIHK und IHK Berlin für Unternehmen, wuchs im Jahr 2025 weiter. Gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern, darunter die SenMVKU, konnte das Bündnis anlässlich seines ersten Geburtstags im April 2025 öffentlich sichtbar gemacht und neue Mitglieder gewonnen werden. Die beteiligten Unternehmen engagieren sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt, indem sie sich sowohl mit der Gestaltung ihrer Firmengelände als auch mit strategischen Fragestellungen wie der Berücksichtigung von Biodiversität in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und in Lieferketten befassen.

Die Energie‑ und Klimawende aktiv begleitet

Das Energiewendebarometer 2025 der IHK Berlin zeigt, dass die Berliner Wirtschaft die Energiewende mit einem Wert von +2,6 erstmals seit Jahren überwiegend positiv bewertet, während der bundesweite Durchschnitt weiterhin negativ ausfällt. Rund ein Drittel der Unternehmen sieht Vorteile für die eigene Wettbewerbsfähigkeit, beklagt jedoch hohe Energiepreise und Investitionsrisiken. Als zentrale Hemmnisse werden Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und langwierige Genehmigungsverfahren genannt. Die Wirtschaft fordert daher verlässliche Rahmenbedingungen, darunter einen zügigen Netzausbau, niedrigere Abgaben und erleichterte Direktstromverträge. Die Ergebnisse wurden in „Wirtschaft in Zahlen“, über Pressemitteilungen, auf der IHK‑Website sowie über Social‑Media‑Kanäle veröffentlicht.
Der WettbewerbKlimaschutzpartner, einer der renommiertesten Klimaschutzwettbewerbe Berlins, wird seit 2002 von einem Wirtschaftsbündnis ausgelobt, das 2025 um den Verband kommunaler Unternehmen sowie die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg erweitert wurde. Zu Jahresbeginn richtete das Bündnis gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt den „Klimadialog Berlin“ mit über 100 Teilnehmenden und ehemaligen Preisträgern aus und machte dort mit einem eigenen Stand auf den Wettbewerb aufmerksam. Die Preisverleihung im Rahmen der Berliner Energietage zog rund 120 Teilnehmende an. Alle Projekte wurden gepitcht und für den dotierten Publikumspreis nominiert, vier Projekte erhielten Auszeichnungen für ihre vorbildlichen Leistungen. Der Wettbewerb bietet eine zentrale Plattform, um innovative Klimaschutzprojekte von Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern sowie öffentlichen Einrichtungen sichtbar zu machen und Nachahmung zu fördern.
Die IHK Berlin bringt ihre wirtschaftspolitische Perspektive zudem aktiv in die EnergieEinsparInitiative Berlin (EEIB) ein und arbeitet dort eng mit Akteuren aus Energie‑, Immobilien‑ und Handwerkswirtschaft zusammen. Als Teil des breiten Bündnisses wurde im März das Papier „Energie sparen, Klimaziele erreichen: 10 Erfolgsfaktoren für Berlin“ veröffentlicht. Ziel ist es, Berliner Unternehmen bei Energieeffizienzmaßnahmen und bei der Umsetzung der Energiewende zu unterstützen.
Darüber hinaus gab die IHK im Rahmen der Beteiligung eine Rückmeldung zum von der DIHK erarbeiteten Positionspapier „Klimaschutz effizienter erreichen, international abstimmen“ ab und reichte eine Stellungnahme zum Wärmeplanentwurf der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ein. Im Zuge der frühzeitigen Beteiligung äußerte sich die IHK außerdem zur geplanten Änderung des Flächennutzungsplans für Windenergie in Berlin. Sie unterstützt den Ausbau der Windenergie grundsätzlich, weist jedoch auf erhebliche Nutzungskonflikte hin – insbesondere in Buchholz‑Nord, wo zentrale wirtschaftliche Entwicklungsflächen betroffen wären.
Wasserverfügbarkeit als Standortfaktor platziert
Im Rahmen einer Befragung wurden 82 Unternehmen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen untersucht, insbesondere aus der Metall‑ und Stahlindustrie, der Chemiebranche sowie der Lebensmittel‑ und Getränkeindustrie. Rund 20 Prozent der befragten Unternehmen verbrauchen jährlich mehr als 100.000 m³ Wasser, wobei Wasserkosten bis zu zehn Prozent der Betriebskosten ausmachen. Der Bedarf an technischer Beratung, finanzieller Förderung und überbetrieblicher Zusammenarbeit ist hoch; erste Maßnahmen wie Kreislaufführung und Regenwassernutzung wurden bereits umgesetzt.
Der dritte Wasserkongress 2025 in Berlin verzeichnete über 270 Teilnehmende aus Berlin, Brandenburg und Sachsen. Mit zehn durchführenden Partnern, neun Ausstellern und mehr als 40 Referentinnen und Referenten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft wurden an zwei Tagen Fachvorträge, Exkursionen sowie ein parlamentarisches Frühstück durchgeführt und eine breite mediale Resonanz erzielt.
Zudem fanden mehrere Gespräche zu geplanten Kürzungen im Berliner Doppelhaushalt 2026/27 im Bereich der Wasserinfrastruktur statt. In diesem Zusammenhang wurde ein gemeinsamer Brief der IHKs Berlin‑Brandenburg und Sachsen an Bundesumweltminister Carsten Schneider versandt. Darin wurde um die zeitnahe Umsetzung von drei Punkten gebeten: die umgehende Einrichtung des im Koalitionsvertrag angekündigten Bund‑Länder‑Gremiums, die Schaffung eines Finanzierungsrahmens für wasserwirtschaftliche Infrastrukturmaßnahmen, die von den Ländern nicht allein getragen werden können, sowie die Entwicklung eines gesetzlichen Rahmens zur Beschleunigung notwendiger Genehmigungsverfahren.
Zum Jahresende tagte der Berlin‑Brandenburger IHK‑Arbeitskreis Wasser unter anderem zu Themen wie der Kommunalen Abwasserrichtlinie und der Wasserstrategie Hauptstadtregion 2050.
Biodiversität gefördert
Im ersten Jahr seines Bestehens wuchs das Berliner Bündnis für Biodiversität von 16 Gründungsmitgliedern auf inzwischen 35 Mitglieder. Anfang 2025 wurden in Präsenzformaten konkrete Biodiversitätsmaßnahmen wie Lieferkettenmanagement und Dachbegrünung bei einem Bündnismitglied (BEW) vor Ort thematisiert. Ergänzend fanden regelmäßige Online‑Austauschformate statt, unter anderem zum Thema Lichtverschmutzung. Am 9. April 2025 feierte das Bündnis seinen ersten Geburtstag gemeinsam mit der damaligen Staatssekretärin Britta Behrendt, fachlichem Experteninput und Präsentationen der bisherigen Unternehmensmaßnahmen. Insgesamt wurden im ersten Jahr mehr als 3.800 m² biodiversitätsfördernde Flächen neu geschaffen, darunter Wildblumenwiesen, begrünte Dächer und Fassaden sowie Nachbarschaftsgärten.

Umwelt und Energie

Im Umwelt‑ und Energierecht hat die Regelungsdichte in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die IHK Berlin unterstützt ihre Unternehmen dabei, finanzielle Nachteile zu vermeiden und zugleich entstehende Chancen – etwa Fördermöglichkeiten – zu nutzen. Im Jahr 2025 informierte sie ihre Mitgliedsunternehmen unter anderem über relevante Gesetzesänderungen im Verpackungsrecht. Mit dem digitalen Angebot „Schnell‑Check Verpackungsgesetz“ können Unternehmen in wenigen Schritten prüfen, ob und welche Verpflichtungen sie nach dem Verpackungsgesetz erfüllen müssen.
Aktuelle kompakte Informationen zu Energie‑, Umwelt‑ und Klimathemen sowie Hinweise auf Fördermöglichkeiten stellt die IHK Berlin zudem in ihrem monatlichen Newsletter „Energie‑ und Umweltspiegel“ bereit.