Nr. 6309036
01.07.2026 | Positionspapier

Positionspapier “Transfer.Wirkung.Made in Berlin.”

Hochschul-Transfer ist ein zentraler Treiber für Innovation, Wachstum und Fachkräfteentwicklung in Berlin.
Der Standort verfügt über starke wissenschaftliche Einrichtungen und ein zunehmend differenziertes Transfer-Ökosystem, nutzt dieses Potenzial jedoch noch nicht konsequent genug. Anspruch und Umsetzung passen oft nicht zusammen. Ziel muss sein, Transfer systematischer zu steuern, verbindlicher auszugestalten und entlang klarer Umsetzungspfade wirksamer zu machen. Hochschul-Transfer muss Unternehmen den Zugang zu Forschung, Talenten, Technologien, Testumgebungen und Kooperationspartnern erleichtern und Innovationen schneller in wirtschaftliche Anwendung bringen. Die Vollversammlung hat in ihrer Sitzung am 1.7. daher das Positionspapier “Transfer.Wirkung.Made in Berlin.” beschlossen, um diesen Herausforderungen konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen.
26.06.2026 | Positionspapier

10 Punkte für Berlins Fachkräftezukunft – Was die Wirtschaft jetzt braucht

Berlin muss vorhandene Potentiale konsequenter nutzen und zugleich internationale Talente gewinnen, um Fachkräfteengpässe zu überwinden, den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten und seine Rolle als innovative Weltmetropole zu sichern. Entscheidend sind eine wirksame Fachkräftestrategie, moderne Aus- und Weiterbildung mit Fokus auf digitalen und Nachhaltigkeitskompetenzen sowie eine hohe Standortattraktivität durch gute Lebens- und Arbeitsbedingungen und nachhaltige Willkommensstrukturen.

1. Fachkräftesicherung zur Priorität machen

Der Fachkräftebedarf ist eine der zentralen Herausforderung für Wachstum, Innovation und Daseinsvorsorge geworden. Ohne ausreichende Fachkräfte drohen erhebliche Wertschöpfungsverluste. Deshalb braucht Berlin eine wirksame Fachkräftestrategie mit klaren, messbaren Zielwerten.

2. Internationale Fachkräfte gewinnen

Berlin ist auf internationale Talente angewiesen. Fachkräftezuwanderung ist Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit. Andere Länder machen vor, wie durch gezielte Steuerung und klare Systeme internationale Talente erfolgreich gewonnen werden können.

3. Zugang auf den Arbeitsmarkt erleichtern

Zu komplexe und langsame Verfahren sind aktuell das größte Hindernis für Unternehmen bei der Rekrutierung von internationalen Fachkräften. Verwaltungsprozesse und Anerkennungsverfahren müssen durch bessere Koordination und Digitalisierung deutlich beschleunigt und effizienter gestaltet werden.

4. Fachkräftepartnerschaften ausbauen

Internationale Kooperationen müssen systematisch gestärkt werden. Modelle wie TalentsBridge zeigen, wie Ausbildungszentren in Drittstaaten nach deutschen Standards Fachkräfte für beide Arbeitsmärkte qualifizieren.

5. Lebenslanges Lernen stärken

Kontinuierliche Weiterbildung entlang der gesamten Bildungskette ist ein wichtiger Hebel, um den Fachkräftebedarf nachhaltig zu sichern und Transformation zu ermöglichen. Berlin braucht dafür praxisnahe Angebote, die Lernen und Arbeiten verzahnen.

6. KI als Chance nutzen

Künstliche Intelligenz verändert Berufsbilder und Kompetenzanforderungen rasant. Chancen für Beschäftigte und Betriebe entstehen nur, wenn digitale Kompetenzen breit aufgebaut werden. Die Politik ist gefordert, dafür verlässliche Rahmenbedingungen wie moderne Ausstattung der Berufsschulen, KI-Kompetenzen in Lehrplänen sowie niedrigschwellige Weiterbildungen zu schaffen.

7. Inländische Potenziale besser nutzen

Erwerbsbeteiligung muss gesteigert werden, insbesondere bei Eltern, Älteren, Menschen mit Migrationsgeschichte und Arbeitslosen. Zum Beispiel durch flexible Kinderbetreuungsangebote, den Ausbau von Pflegeangeboten und schnellere Integration durch flächendeckende Sprachkurse.

8. Arbeitsmarkt-Matching verbessern

Die Vakanzzeiten bei offenen Stellen steigen kontinuierlich, gleichzeitig nehmen die Arbeitslosenzahlen zu. Um das Matching zwischen Arbeitskraft und Betrieb zu verbessern, braucht es eine wirkungsorientierte Arbeitsmarktpolitik und einen Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit mit verbindlichen Service Level Agreements für eine effiziente Vermittlung.

9. Willkommensstrukturen ausbauen und bündeln

Um Berlin als Standort attraktiv zu halten, braucht es gebündelte Willkommensstrukturen - mit gezielter Beratung und Familienunterstützung.

10. Beschäftigten – und Azubiwohnen stärken

Für ein attraktives Lebensumfeld müssen Wohnraum und Fachkräftesicherung zusammengedacht werden. Dafür braucht es einen gezielten Ausbau von Azubi- und Beschäftigtenwohnen, etwa durch Wohnheime, Unterstützungsangebote wie den Leitfaden Beschäftigtenwohnen der IHK Berlin und passende Förderinstrumente.
25.09.2025 | Positionspapier

Gesundheitsstandort Berlin 2030

Berlin ist die Gesundheitshauptstadt. Rund 21.400 Unternehmen der Gesundheitsindustrie der Metropolregion erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 20,1 Mrd. Euro und beschäftigen circa 354.000 Menschen. Kurze Wege sind ein wesentlicher Standortfaktor und ermöglichen die enge Verzahnung von Wirtschaft und Forschung. Rund 40 wissenschaftliche Einrichtungen und über 200 Studiengänge mit Life Science-Bezug bilden die Fachkräftebasis der Region. Die IHK Berlin setzt sich als starke Stimme der Wirtschaft für die Gesundheitsbranche in unserer Stadt ein. Sie ist ein Wachstumsmotor – und es müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, um ihre Innovationskraft zu sichern und zu erhöhen.
10.07.2025 | Positionspapier

Duale Berufsausbildung modernisieren

Die duale Ausbildung ist ein bewährtes und zentrales Instrument zur Fachkräftesicherung in Deutschland. Doch aktuelle Entwicklungen zeigen: Das System steht zunehmend unter Reformdruck. Eine Vorstudie des Instituts für Betriebliche Bildungsforschung – IBBF im Auftrag der IHK Berlin hat gezeigt, dass sowohl Unternehmen als auch Auszubildende die Potenziale der dualen Ausbildung grundsätzlich anerkennen, jedoch strukturelle Reformen wünschen. Vor diesem Hintergrund möchte die IHK mit dem vorliegenden Positionspapier eine breite Diskussion über die Modernisierung des dualen Systems anstoßen. Ziel ist es, die duale Ausbildung zukunftsfähiger, flexibler und moderner zu gestalten und ihre Attraktivität für Betriebe wie Auszubildende nachhaltig zu stärken.
10.07.2025 | Positionspapier

Wirtschaft braucht solide Landesfinanzen

Solide Landesfinanzen und gezielte Zukunftsinvestitionen sind die Basis für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Berlin.
Angesichts der angespannten Haushaltslage des Landes einerseits und eines erheblichen Investitionsbedarfs andererseits fordert die Berliner Wirtschaft für die nächsten Jahre einen klaren Zweiklang aus Haushaltskonsolidierung und Investitionspriorisierung. Die jüngst vom Bund neu geschaffenen Kreditmöglichkeiten können und dürfen dabei nicht die immer drängenderen strukturellen Konsolidierungserfordernisse des Landes untergraben – sondern müssen für zusätzliche Investitionen genutzt werden.
Die Berliner Wirtschaft ist bereit, im Schulterschluss mit der Politik ihren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten und schlägt insgesamt 15 kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vor, um in den nächsten Jahren zu soliden Landesfinanzen zurückzukehren und zeitgleich standortrelevante Zukunftsinvestitionen zu realisieren:
  1. Wirtschaftswachstum als Konsolidierungsmotor stärken
  2. Investive Spielräume erhöhen, u.a. durch die Mobilisierung von privatem Kapital, die verstärkte Nutzung von Förderkrediten und die langfristige Sicherung von EU-Strukturfördermitteln
  3. Verwaltungskosten senken und Parallelstrukturen reduzieren, u.a. durch Bürokratieabbau, Verwaltungsdigitalisierung und eine einkommensabhängige Kostenbeteiligung bei sozialen Leistungen
  4. Einnahmen durch konsequente und digitalisierte Kontrollen stärken, u.a. im Rahmen der Bekämpfung von Schattenwirtschaft, durch zeitnahe Betriebsprüfungen und eine moderne Parkraumbewirtschaftung
  5. Wirtschaftlichen Einsatz öffentlicher Mittel sicherstellen, u.a. bei Landesbeteiligungen, Förderprogrammen und Projektfinanzierung
  6. Haushaltssteuerung auf Wirkung und Transparenz ausrichten, u.a. durch die Umstellung auf Doppik und eine ziel- und wirkungsorientierte Haushaltsführung