Standortpolitik

Breitbandausbau in Berlin

Ausgangsposition

Berlin braucht einen zügigen, flächendeckenden und glasfasergetriebenen Breitbandausbau. Für Berliner Unternehmen führt eine unzureichende Breitbandversorgung mittelfristig zum Standort- und Wettbewerbsnachteil. 
Acht von 10 Berliner Unternehmen bewerten dabei die Bedeutung von bedarfsgerechten Breitbandanschlüssen für ihre Geschäftstätigkeit als hoch. Dabei zählen heute nicht mehr nur die Download-Geschwindigkeit, sondern auch die Upload-Geschwindigkeit sowie die geringe Latenzzeit zu wichtigen Eigenschaften, die wirtschaftliche Prozesse und die unternehmerische Servicequalität determinieren. Allerdings beklagen drei von 10 Berliner Unternehmen eine unzureichende Verfügbarkeit von schnellem Internet am Unternehmensstandort.
Die Verbesserung und Fortschritte beim Breitbandausbau sind vorhanden, können aber den steigenden Bedarfen zu oft nur zeitverzögert folgen. Berlin hat dabei mit der geringen einstelligen Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen (FTTH/B) einen sehr großen Nachholbedarf für die nächsten Jahre. Für mehr als jedes zweite Unternehmen zählt die Schaffung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur zu dem zentralen Hausaufgaben im digitalpolitischen Pflichtenheft. Mehr zum Thema Digitalisierung der Wirtschaft in der IHK-Digitalisierungsumfrage.

Gigabitstrategie Berlin

Für eine mittelfristig notwendige Versorgung mit Gigabit-Anschlüssen bestehen Stand heute absehbar größere Versorgungslücken im Hinblick auf die öffentlich nutzbaren Telekommunikationsnetze in Berlin, die durch die Aufrüstung der bestehenden Netze nur unzureichend geschlossen werden können. Der größte Ausbaubedarf besteht für mittel- bis langfristig notwendige FTTB/H-Anschlüsse. Hier hat Berlin Entwicklungsbedarf, um zu einer flächendeckenden, zukunftsfesten und nachhaltigen Versorgung zu gelangen.
Aus Sicht der IHK Berlin Es wurden die richtigen Maßnahmen mit den sechs Handlungsfeldern in der Gigabitstrategie identifiziert. Dafür hat die IHK bereits seit 2018 (beginnend mit enger Zusammenarbeit mit Breitband-Kompetenz-Team und Unterstützung Breitbandportal für gewerbliche Bedarfsmeldungen) die Senatswirtschaftsverwaltung begleitet und bei gezielten Projektschritten fachlich- und netzwerkorientiert unterstützt.
Die Gigabitstrategie setzt für Berlin erstmalig zeitliche Versorgungsziele:
  • Kurzfristig – Gewerblichen Nutzern sowie sozioökonomischen Schwerpunkten steht bedarfsorientiert eine kostengünstige Glasfaser-Anbindung zur Verfügung.
  • Mittelfristig – Bis spätestens 2025 – verfügt Berlin über eine flächendeckende Gigabit-Versorgung. Hierfür kommen sowohl FTTB/H- als auch HFC-Netze in Frage.
  • Langfristig – Bis spätestens 2030 – verfügt Berlin über eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung auf Basis von FTTB/H.
Die Rolle des Landes Berlins als Koordinatorin in diesem Prozess ist die einzig richtige und wurde in Gesprächen bereits seit Jahren empfohlen. Ordnungspolitisch sind für einen Staatsstaat damit wichtige flankierende Maßnahmen zum (First Best) des marktgetriebenen Ausbaus möglich (dazu zählen Handlungsfelder I bis VI).
Bis 2030 kommt es mit dieser Grundlage jetzt auf das erfolgsbasierte und meilensteinorientierte Projektmanagement mit regelmäßen Monitoring an. Nur so kann das ausgerufene Zielbild bis 2030 erreicht werden!
IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm: „Klare Ziele, marktwirtschaftlicher Fokus, landespolitische Verantwortung und die Einbindung relevanter Akteure waren bisher nicht allzu oft die Stärke der Berliner Politik. Mit der Gigabitstrategie Berlin gibt es aber nach Jahren zahlreicher Gespräche einen Lichtblick, um die niedrigen Glasfaseranschlussquoten von fünf Prozent bis zum Jahr 2030 zur flächendeckenden Versorgung zu entwickeln. Hieran misst die Wirtschaft von nun an den Senat, denn für mehr als jedes zweite Unternehmen zählt die Schaffung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur zu dem zentralen Hausaufgaben im digitalpolitischen Pflichtenheft. Bereits heute beklagen zu viele Unternehmen die unzureichende Versorgung, so dass die IHK Berlin neben konstruktiven Gesprächen auch projektfokussierte Kooperationen mit der Senatswirtschaftsverwaltung verfolgt hat. Diese starteten in enger Zusammenarbeit mit dem Breitband-Kompetenz-Team, setzten sich beim Breitbandportal fort und münden nun in einer längst überfälligen Strategie. Jetzt heißt es umsetzen, umsetzen und noch einmal umsetzen – eine Allianz der Willigen steht in den Startlöchern.“

Hilfestellungen

Bedarfsmeldungen der Wirtschaft im Berliner Breitbandportal

Im Herbst 2019 ist das Berliner Breitband Portal gestartet. Unternehmer und Bürger können unter www.breitband.berlin.de ihre (ungedeckten) Breitbandbedarfe online melden und erhalten einen Überblick über die in Berlin tätigen Telekommunikationsanbieter.
Die IHK Berlin ist Kooperationspartner des Berliner Breitband Portals. Sie unterstützt und berät das Land zugleich im Breitbandbeirat zu Notwendigkeiten und Aktivitäten im Zuge des wichtigen (gigabitfähigen) Breitbandausbau im Land Berlin. 
IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm (2020): „Die Berliner Wirtschaft hat in den letzten Jahren gezielt den Dialog zum dringend notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur mit der Politik gesucht. Ich freue mich, dass wir nun im kooperativen Miteinander ein gemeinsames Ziel verfolgen. Jetzt heißt es für die Unternehmen ihre Bedarfe - im Portal - sichtbar zu machen und die darauf aufbauenden neuen Unterstützungsangebote zu nutzen“.

Gigabit-Kompetenz-Team Berlin (GKT)

Mit der Einrichtung eines Breitbandkompetenzteams (BKT) hat die Landesregierung im Oktober 2018 einen ersten - lang geforderten - Schritt getan. Über die Jahre hat sich auch der Fokus hin zum Ausbau der Glasfaser verschoben, so dass nun das Gigabit-Kompetenz-Team sich als erster Ansprechpartner für Unternehmen, Verbände, Privatpersonen sowie alle weiteren relevanten Breitbandakteure im Land etabliert hat.
Das GKT Berlin agiert im Auftrag des Landes, um gemeinsam:
  • Breitbandakteure zu vernetzen
  • Offenen Dialog zu fördern
  • Eigenwirtschaftlichen Ausbau voranzutreiben
  • Nachfrage und Angebot zusammenzubringen
  • Berlin-spezifische Auswertungen zu realisieren
  • Technologische Expertise einzubringen
Das Gigabit-Kompetenz-Team bietet eine kostenfreie digitale Sprechstunde an, in der konkrete Fragen besprochen werden können.
Kontakt: Gigabit-Kompetenz-Team Berlin der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Martin-Luther-Straße 105, 10825 Berlin, E-Mail: breitband@berlin.de

Initiative Fachkräfte für den Glasfaserausbau 

Glasfasernetze sind Voraussetzung für die Digitalisierung und eine gute Mobilfunkabdeckung. Deutschland benötigt dringend gut ausgebildete und kompetente Fachkräfte im Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen. Die Initiative „Fachkräfte für den Glasfaserausbau“ hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Mangel zu beseitigen. Sind Sie Arbeitnehmer, Unternehmer, eine Kommune oder Weiterbildungseinrichtung? Dann unterstützen Sie jetzt den Glasfaserausbau in Deutschland! Die Initiative Fachkräfte für den Glasfaserausbau macht unter  www.glasfaserausbau.org den Anfang.

Bedarfsermittlung

Das Bundesbreitbandbüro unterstützt Unternehmen mit dem Angebot des Bandbreitenrechners bei der Frage: "Wie viel Bandbreite braucht mein Unternehmen?". Mit Hilfe einfacher Kennzahlen erhalten Unternehmen eine Vorstellung davon, welche Bandbreite für das Unternehmen heute und in Zukunft notwendig ist.
Die Bundesnetzagentur unterstützt Unternehmen bei der Messung der Schnelligkeit des Internetanschlusses. Die angebotene Breitbandmessung erlaubt es, die tatsächliche Datenübertragungsrate des Breitbandanschlusses mit der vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate zu vergleichen.