26.06.2026 | Positionspapier
10 Punkte für Berlins Fachkräftezukunft – Was die Wirtschaft jetzt braucht
Berlin muss vorhandene Potentiale konsequenter nutzen und zugleich internationale Talente gewinnen, um Fachkräfteengpässe zu überwinden, den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten und seine Rolle als innovative Weltmetropole zu sichern. Entscheidend sind eine wirksame Fachkräftestrategie, moderne Aus- und Weiterbildung mit Fokus auf digitalen und Nachhaltigkeitskompetenzen sowie eine hohe Standortattraktivität durch gute Lebens- und Arbeitsbedingungen und nachhaltige Willkommensstrukturen.
- 1. Fachkräftesicherung zur Priorität machen
- 2. Internationale Fachkräfte gewinnen
- 3. Zugang auf den Arbeitsmarkt erleichtern
- 4. Fachkräftepartnerschaften ausbauen
- 5. Lebenslanges Lernen stärken
- 6. KI als Chance nutzen
- 7. Inländische Potenziale besser nutzen
- 8. Arbeitsmarkt-Matching verbessern
- 9. Willkommensstrukturen ausbauen und bündeln
- 10. Beschäftigten – und Azubiwohnen stärken
1. Fachkräftesicherung zur Priorität machen
Der Fachkräftebedarf ist eine der zentralen Herausforderung für Wachstum, Innovation und Daseinsvorsorge geworden. Ohne ausreichende Fachkräfte drohen erhebliche Wertschöpfungsverluste. Deshalb braucht Berlin eine wirksame Fachkräftestrategie mit klaren, messbaren Zielwerten.
2. Internationale Fachkräfte gewinnen
Berlin ist auf internationale Talente angewiesen. Fachkräftezuwanderung ist Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit. Andere Länder machen vor, wie durch gezielte Steuerung und klare Systeme internationale Talente erfolgreich gewonnen werden können.
3. Zugang auf den Arbeitsmarkt erleichtern
Zu komplexe und langsame Verfahren sind aktuell das größte Hindernis für Unternehmen bei der Rekrutierung von internationalen Fachkräften. Verwaltungsprozesse und Anerkennungsverfahren müssen durch bessere Koordination und Digitalisierung deutlich beschleunigt und effizienter gestaltet werden.
4. Fachkräftepartnerschaften ausbauen
Internationale Kooperationen müssen systematisch gestärkt werden. Modelle wie TalentsBridge zeigen, wie Ausbildungszentren in Drittstaaten nach deutschen Standards Fachkräfte für beide Arbeitsmärkte qualifizieren.
5. Lebenslanges Lernen stärken
Kontinuierliche Weiterbildung entlang der gesamten Bildungskette ist ein wichtiger Hebel, um den Fachkräftebedarf nachhaltig zu sichern und Transformation zu ermöglichen. Berlin braucht dafür praxisnahe Angebote, die Lernen und Arbeiten verzahnen.
6. KI als Chance nutzen
Künstliche Intelligenz verändert Berufsbilder und Kompetenzanforderungen rasant. Chancen für Beschäftigte und Betriebe entstehen nur, wenn digitale Kompetenzen breit aufgebaut werden. Die Politik ist gefordert, dafür verlässliche Rahmenbedingungen wie moderne Ausstattung der Berufsschulen, KI-Kompetenzen in Lehrplänen sowie niedrigschwellige Weiterbildungen zu schaffen.
7. Inländische Potenziale besser nutzen
Erwerbsbeteiligung muss gesteigert werden, insbesondere bei Eltern, Älteren, Menschen mit Migrationsgeschichte und Arbeitslosen. Zum Beispiel durch flexible Kinderbetreuungsangebote, den Ausbau von Pflegeangeboten und schnellere Integration durch flächendeckende Sprachkurse.
8. Arbeitsmarkt-Matching verbessern
Die Vakanzzeiten bei offenen Stellen steigen kontinuierlich, gleichzeitig nehmen die Arbeitslosenzahlen zu. Um das Matching zwischen Arbeitskraft und Betrieb zu verbessern, braucht es eine wirkungsorientierte Arbeitsmarktpolitik und einen Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit mit verbindlichen Service Level Agreements für eine effiziente Vermittlung.
9. Willkommensstrukturen ausbauen und bündeln
Um Berlin als Standort attraktiv zu halten, braucht es gebündelte Willkommensstrukturen - mit gezielter Beratung und Familienunterstützung.
10. Beschäftigten – und Azubiwohnen stärken
Für ein attraktives Lebensumfeld müssen Wohnraum und Fachkräftesicherung zusammengedacht werden. Dafür braucht es einen gezielten Ausbau von Azubi- und Beschäftigtenwohnen, etwa durch Wohnheime, Unterstützungsangebote wie den Leitfaden Beschäftigtenwohnen der IHK Berlin und passende Förderinstrumente.