Nachhaltige Geschäftsmodelle
Social Economy in Berlin
Berlin spielt als Standort für die Sozialökonomie eine besondere Rolle. Über 26 Prozent aller befragten Unternehmen des Deutschen Social Entrepreneurship Monitors 2024 haben ihren Sitz in Berlin. Dieser hohe Anteil ist die Folge der langen Geschichte von sozialen und solidarischen Unternehmen sowie Genossenschaften in der Stadt. Die IHK Berlin bietet Unternehmen der Social Economy Informationen und Vernetzung an.
Soziale Unternehmen in Berlin
Was sind soziale Unternehmen? Eine genaue Abgrenzung ist schwierig, aber ein gemeinsames Verständnis gibt es seit einigen Jahren. Seit 2020 läuft das Projekt „Social Economy Berlin“, das von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert wird. In dessen Broschüre „Soziale Unternehmen in Berlin“ wird der Sektor so beschrieben:
Soziale Ökonomie ist eine Art des Wirtschaftens, bei der der sozial-ökologische Mehrwert im Mittelpunkt aller unternehmerischen Bemühungen steht. Mit der Verpflichtung zum Gemeinwohl werden soziale, ökologische Zielsetzungen gesetzt und verfolgt. Unter Sozialer Ökonomie subsumieren wir alle Strömungen und Ausprägungen Sozialer Unternehmen, vom Social Start-up bis hin zum solidarischen Kollektivbetrieb.
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat im Juli 2023 einen Kriterienkatalog veröffentlicht, um die Definition zu schärfen. Diese Kriterien können in Zukunft beispielsweise den Zugang zu Förderung und Finanzierung erleichtern.
Die Studie „Soziale Unternehmen in Berlin. Bestandsaufnahme, Bedarfs- und Potenzialanalyse“ liefert erstmals umfassende Daten zu Anzahl, Struktur sowie zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung sozialer Unternehmen in der Hauptstadt. Die Studie wurde von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Auftrag gegeben. Laut Studie existieren in Berlin bei enger Definition branchenübergreifend rund 3.000 Soziale Unternehmen aus dem Handelsregister, etwa 2 % aller Betriebe. Zusammengenommen erzielen sie schätzungsweise 5,2 bis 6 Milliarden Euro Umsatz, ein signifikanter Beitrag zur Berliner Wirtschaft. Lockert man die Definition, kommt die Studie sogar auf etwa 8.000 soziale Unternehmen aus dem Handelsregister.
Über den Austausch zum Thema Sozialökonomie, Workshops für die Akteure der Social Economy in der IHK Berlin und die Unterstützung bei Schulungen haben die IHK Berlin und „Social Economy Berlin“ in den letzten Jahren eine Zusammenarbeit aufgebaut.
Auch Informationsveranstaltungen zu Förderprogrammen haben in den letzten Jahren stattgefunden. Mit „BBBsocial“ gibt es in Berlin ein spezielles Angebot für die Social Economy. Auch viele weitere Berliner Förderprogramme sind über die Investitionsbank Berlin zugänglich.
Die Plattform für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen (SIGU-Plattform) bietet eine bundesweite Anlaufstelle für die Social Economy, nützliche Informationen für Akteure und Unternehmen und einen Förderfinder.
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Roundtable Social Economy
Im Mai 2026 fand unter dem Titel „Mehr Wirkung durch Raum und Vernetzung: Innovative Flächennutzung für eine starke soziale Ökonomie“ ein Round Table Social Economy im KiezLab Berlin statt. Die wichtigsten Punkte in der Diskussion zu den Flächenbedarfen von Sozialunternehmen waren: Der Zugang zu geeigneten Flächen (z.B. Büroräume oder Gewerberaum), Innovative Flächennutzungskonzepte, darunter Community Spaces. Für die Etablierung solcher Spaces, braucht es ein erfolgreiches Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Verwaltung, sowie Möglichkeiten der Zwischennutzung und Mehrfachnutzung.
Seit 2023 finden regelmäßig Roundtables zum Thema Social Economy in der IHK Berlin statt. Hierzu ein Bericht vom ersten Roundtable am 1. März 2023:
Berlin ist die Hauptstadt der Sozialökonomie – aktuell stimmt das, aber wie kann diese Spitzenposition in Zukunft gehalten und ausgebaut werden? Diese und weitere Fragen wurden beim Roundtable Social Economy am 1. März 2023 aufgeworfen. Teilgenommen haben rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen und von Akteuren wie dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) und dem Projekt „Social Economy Berlin“.
Round Table Social Economy bei der IHK Berlin am 01.03.2023
Sich über die Zukunft auszutauschen war das Ziel des Round Tables, bei dem sich die Social Economy erstmals unter dem Dach der IHK Berlin auf Einladung von IHK-Präsident Sebastian Stietzel und Vizepräsident Stefan Spieker getroffen hat. Die Diskussion bildete den Startschuss, um wichtige Themen der Sozialökonomie zu identifizieren und daraus politische Positionen zu entwickeln.
Neben der politischen Stimme wurde auch über die Sichtbarkeit von Social-Economy-Unternehmen diskutiert. Hier ist auch das Stadtmarketing gefragt, den Blick auf die Chancen und Erfolge der Berliner Sozialökonomie freizulegen. Auch die Erhebung und Auswertung verlässlicher Daten zu dem Sektor würde die Relevanz unterstreichen und die Sichtbarkeit erhöhen. Nicht zuletzt hat die IHK Berlin im Round Table auch die Bedarfe der Unternehmerinnen und Unternehmer für die eigene Arbeit aufgenommen.
Round Table Social Economy bei der IHK Berlin am 01.03.2023
Der Bedarf für eine weitere Zusammenarbeit wurde direkt in kleinerer Runde in einem zweiten Austausch am 17. März umgesetzt, wo die Schwerpunkte der politischen Arbeit im Fokus standen. Die wichtigsten Punkte in der Diskussion waren: Den Berliner Standort noch besser nutzbar machen, bezahlbare Gewerberäume schaffen, öffentliche Vergabe als Türöffner für soziale Innovationen nutzen, die Sichtbarkeit der Sozialen Ökonomie steigern, das Wirkungsmanagement in Unternehmen unterstützen, Beratungs-, Unterstützungs- und Vernetzungsangebote stärken sowie den Zugang zu Finanzierung und Förderung verbessern.