Nr. 6000542

Impact Metropole Berlin

Rückblick auf die Ausschusssitzung vom 22. September 2025: Impact Metropole Berlin
Am 22. September 2025 führte der Ausschuss Nachhaltige Metropole seine dritte, offene Ausschusssitzung durch. Die Veranstaltung fand in der Technologiestiftung Berlin statt und widmete sich der Leitfrage „Impact Metropole Berlin - Wie können soziale und technologische Innovationen entfesselt werden und welche Schubkraft kann dabei eine effiziente Verwaltung leisten?“.
In einer Podiumsdiskussion, moderiert von Henrik Vagt (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Berlin), teilten Tuba Bozkurt (MdA Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Benjamin Seibel (Leiter City Lab), Heike Birkhölzer (Vorstandsvorsitzende Technologie-Netzwerk Berlin e.V.) und Thomas Krause (Abteilungsleiter Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe) ihre Sichtweisen auf Berlin als Impact Metropole. Weitere Diskussionspunkte waren aktuelle Herausforderungen, Best-Practices und Visionen für die Zukunft Berlins als Impact Hauptstadt.
In der Ausschusssitzung sammelten die Teilnehmenden zudem konkrete Beispiele für Bürokratiehemmnisse aus der unternehmerischen Praxis, die im weiteren Prozess als Grundlage für die politische Arbeit der IHK genutzt werden sollen.

Biodiversität als Standortfaktor

Rückblick auf die Ausschusssitzung vom 17. Juni 2025: Biodiversität als Standortfaktor und strategisches Zukunftsthema
Am 17. Juni 2025 kam der Ausschuss „Vernetzte und ökologische Stadt“ der IHK Berlin im Lichtenstein Salon des Berliner Zoos zusammen, um sich dem Thema Biodiversität zu befassen. Die Sitzung fand am selben Tag statt, an dem der Berliner Senat die neue Biodiversitätsstrategie 2030+ verabschiedete – ein starkes Signal für den Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung urbaner Artenvielfalt.

Nach einer informativen Führung durch den Zoo eröffnete Ausschussvorsitzender Lutz Wedegärtner gemeinsam mit dem Berliner Direktor des Zoo- und Tierparks Dr. Andreas Knieriem und IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner die Sitzung. In ihren Begrüßungen betonten sie die zentrale Rolle intakter Ökosysteme für die wirtschaftliche Resilienz – insbesondere für mittelständische Unternehmen, die auf stabile Rohstoffverfügbarkeit, Klimaregulation und Bestäubungsleistungen angewiesen sind.
Zwei Impulsvorträge bildeten das inhaltliche Herzstück der Sitzung: Dr. Jesko Hirschfeld vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) stellte das Projekt „Stadtgrün wertschätzen III“ vor und zeigte eindrucksvoll auf, welchen ökonomischen Nutzen urbane Begrünung für Städte wie Berlin entfalten kann – von Klimaschutz über Gesundheit bis hin zur Standortattraktivität. Das IÖW unterstrich damit die Bedeutung von Stadtgrün als Investition in die Zukunftsfähigkeit urbaner Räume. Im Anschluss präsentierte Dr. Ingo Bräuer von DAUCUM – Werkstatt für Biodiversität unter dem Titel „Firmengelände aufleben lassen – Berliner Unternehmen fördern Biodiversität“ praxisnahe Ansätze zur ökologischen Aufwertung betrieblicher Flächen. DAUCUM unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Biodiversitätsstrategien, bei der naturnahen Gestaltung von Außenflächen und bei der Integration ökologischer Kennzahlen in CSR-Berichte.
Im anschließenden Workshop wurde über Herausforderungen und Lösungsansätze für die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen in Unternehmen diskutiert. Die Ergebnisse fließen in die Überarbeitung des IHK-Positionspapiers zur biologischen Vielfalt. Die Sitzung endete mit einem Ausblick auf die nächste gemeinsame Sitzung mit den Brandenburger Ausschüssen am 16. September in Strausberg.

Finanzierung nachhaltiger Lösung für Klimaresilienz und Energieversorgung

Der Ausschuss Nachhaltige Metropole führte am 16. Juni seine zweite Sitzung im neuen, offenen Ausschussformat durch. Die Sitzung widmete sich dem Thema „Finanzierung nachhaltiger Lösungen für Klimaresilienz und Energieversorgung – Wie können öffentliche und private Investitionen Berlins grüne Infrastruktur fördern?" und fand als Fishbowl-Diskussion statt.
Als Podiumsgäste waren Katharina Kaul (Referatsleiterin Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Christian Pech (Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung Investitionsbank Berlin), Christian Vöhl (Vice President Deutsche Bank) und Nils Wauer (Projektreferent Agora Energiewende) geladen. Nach einem Impulsvortrag durch Claus Pretzell (Investitionsbank Berlin) diskutierten die Teilnehmenden unter anderem Praxisbeispiele für die Finanzierung der nachhaltigen Transformation und neue Finanzierungsmodelle wie öffentlich-öffentliche Partnerschaften (ÖÖP).
Im Rahmen der Ausschusssitzung übergab Manja Schreiner zudem eine Urkunde an die Berliner Volksbank, als neues Mitglied und erste Bank im Berliner Bündnis für Biodiversität.

Schnelle Umsetzung statt endloser Planungsprozesse: IHKs in Berlin und Brandenburg fordern Taten bei Schienen-Infrastrukturprogramm i2030

Die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg reagieren mit Ernüchterung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion zum Infrastrukturprogramm i2030. Die Antwort macht deutlich, dass die weitere Finanzierung zentraler Schienenprojekte, darunter der Wiederaufbau der Potsdamer Stammbahn sowie die Verlängerung mehrerer S-Bahn-Trassen, nicht gesichert ist.
Für die Berliner IHK erklärt Manja Schreiner:
„Es ist alarmierend, dass zahlreiche dringend benötigte Ausbauprojekte auf unbestimmte Zeit in der Planungsphase verharren werden, weil notwendige Mittel fehlen und die Planungen nicht konsequent vorangetrieben werden. Die Projekte des Programms i2030 sind zwingend erforderlich, um den Bahnknoten Berlin spürbar zu entlasten und damit von zentraler Bedeutung für die gesamte Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg. Die politischen Verantwortlichen müssen jetzt gemeinsam mit dem Bund gegensteuern, um das Schienennetz endlich zukunftsfest zu machen.“
Die Antwort der Bundesregierung legt die strukturellen Schwächen der bisherigen Umsetzung von i2030 offen. Die etappenweise Finanzierung von Infrastrukturvorhaben führt dazu, dass Projekte regelmäßig an der Schwelle zur nächsten Planungsphase stehen bleiben. Notwendige Mittel für weiterführende Planungen sind vielfach nicht eingeplant, wodurch sich die Projekte um Jahre verzögern. Der Ausbau wird damit faktisch auf unbestimmte Zeit verschoben, während sich die angespannte Lage im Schienenverkehr weiter verfestigt. Verstärkt wird dies durch langwierige Abstimmungsprozesse zwischen den Projektpartnern sowie durch komplexe und zeitintensive Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Die IHKs fordern daher eine vollständige und durchgängige Finanzierung der Planungen, um die Projekte ohne erneute Unterbrechungen voranzubringen. Erforderlich sind zudem eine zentrale Steuerungseinheit mit klarer Entscheidungsbefugnis sowie eine verbindliche Priorisierung der Vorhaben, um die größten Engpässe gezielt zu beseitigen. Darüber hinaus muss i2030 in den anstehenden Koalitionsgesprächen in Brandenburg als zentraler Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstrategie verankert werden.
Mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Brandenburg erklärt für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger IHKs Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg, abschließend:
„Die künftige Landesregierung muss i2030 als Schlüsselfaktor für wirtschaftliches Wachstum und die Erreichung der Klimaziele begreifen. Verantwortung muss jetzt übernommen und die notwendigen Ressourcen müssen bereitgestellt werden. Die Politik muss endlich mit klaren Entscheidungen und der erforderlichen Geschwindigkeit handeln, statt den Schienenausbau weiter im Planungsmodus festzuhalten.“
Hintergrund:
Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gemeinsam den Ausbau der Schieneninfrastruktur in acht Ausbaukorridoren und einem Maßnahmenpaket für das S-Bahnnetz in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.

IHK-Präsident Stietzel zu 1. Lesung Vergesellschaftungsrahmengesetz morgen im AGH: Allein die Lesung setzt bereits hochriskantes wirtschaftspolitisches Signal

Morgen beraten die Berliner Abgeordneten in erster Lesung über das Vergesellschaftungsrahmengesetz. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Allein die Tatsache, dass im Abgeordnetenhaus über ein Vergesellschaftungsrahmengesetzt beraten wird, setzt wirtschaftspolitisch ein höchst riskantes Signal. Darüber sollten sich alle Beteiligten im Klaren sein. Das Gesetz selbst mag keine unmittelbaren Eingriffe vorsehen, aber es schafft den rechtlichen und politischen Rahmen für nichts weniger als einen Systemwechsel in zentralen Wirtschaftsbereichen.
Es stellt die Stabilität von Eigentum, Planungssicherheit und die Verlässlichkeit wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen infrage. Für einen Standort, der dringend Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur, Klimaschutz und Digitalisierung benötigt, wird das verheerende Folgen für Investitionsbereitschaft, Neubautätigkeit, Versorgungssicherheit und öffentliche Haushalte haben. Denn es wird alle abschrecken, die sich in Berlin wirtschaftlich engagieren wollen!“

IHK-Präsident Sebastian Stietzel zum Mercosur-Abkommen

Zur EU-Abstimmung zum Mercosur-Handelsabkommen sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
"Das EU-Mercosur-Abkommen wird auch Berliner Unternehmen bedeutende Chancen eröffnen. Schließlich schafft das Abkommen einen gemeinsamen Markt von rund 715 Millionen Menschen und baut Zölle auf etwa 90 Prozent der gehandelten Waren ab. Das senkt Kosten spürbar und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert das Abkommen den Marktzugang zusätzlich durch Informations- und Förderangebote. Gerade für viele Berliner Betriebe, die international noch wachsen wollen, wird der Einstieg in die Region einfacher. Bisher liegen Mercosur-Staaten wie Brasilien und Argentinien nicht unter den Top-Handelspartnern Berlins. Das Abkommen bietet daher erhebliches Potenzial, den Handel in bislang wenig erschlossenen Märkten zu steigern und die Lieferketten weiter zu diversifizieren. Gerade in Zeiten zunehmender Handelshemmnisse und geopolitischer Spannungen ist es gut, wenn Barrieren abgebaut werden. Als nächstes sollte deshalb mit Hochdruck das Abkommen mit Indien vorangetrieben werden.“
Informationen zum Handelsvolumen Berlins mit den Mercosur-Staaten finden Sie im Anhang.