30.04.2026
Stadt und Landkreis Hof: Industrie schwächelt spürbar
Abwärtstrend durch andere Branchen kompensiert
Zwischen 2019 und 2025 gingen in der Stadt und im Landkreis Hof 2.457 Industrie-Arbeitsplätze verloren. Trotzdem zeigt die Beschäftigtenentwicklung als Ganzes einen leicht positiven Trend, so das Ergebnis einer regionalisierten Analyse der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Die IHK für Oberfranken Bayreuth beleuchtet anhand der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, was es mit diesen Entwicklungen auf sich hat. Während seit 2019, dem Jahr vor Corona, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der kreisfreien Stadt Hof um 742 auf 23.997 Beschäftigte zurückgegangen ist, verzeichnet der Landkreis Hof ein Plus von 846 auf 39.117. In Summe haben sich die beiden Entwicklungen somit annährend ausgeglichen und die Region geht sogar mit einem kleinen Plus aus der Rechnung hervor. 2025 verzeichneten Stadt und Landkreis insgesamt 63.114 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Industrie enorm unter Druck
Michael Bitzinger, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof verweist auf die besorgniserregende Entwicklung in der Industrie: In der Stadt Hof sind 1.193 Beschäftigte im Verarbeitende Gewerbe seit 2019 verloren gegangen. Das ist ein Rückgang von über einem Viertel in nur sechs Jahren! Ebenfalls deutlich negativ ist die Entwicklung der Sonstigen wirtschaftliche Dienstleistungen (-565), Unternehmen, deren wichtigsten Kunden im Industriesektor beheimatet sind. Auch im Landkreis Hof befindet sich das Verarbeitende Gewerbe mit einem Minus von 1.264 spürbar im Rückgang (-8,3%).
Problematisch ist, dass ein anhaltender Beschäftigungsabbau langfristig die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition unseres Standortes nachhaltig schwächt, so Bitzinger. "Mit den geopolitischen Unsicherheiten haben unsere Wettbewerber genauso zu kämpfen. In Deutschland kommt aber eine Vielzahl hausgemachter Probleme dazu. Das Spektrum reicht von der überbordenden Bürokratie über die veraltete Infrastruktur bis hin zu nicht wettbewerbsfähigen Standortkosten." Schnelle Reformen seien deshalb unabdingbar. "Und zwar, solange wir noch eine Industrie haben", macht Bitzinger deutlich. "Die Zeit der Ankündigungen muss endlich ein Ende haben. Wir brauchen endlich eine Umsetzung von Reformen."
Dienstleistungen und Sozialwesen als Wachstumstreiber
Diesen negativen Trends stehen positive Entwicklungen in anderen Branchen entgegen. Den größten Beschäftigtenaufbau in der Stadt Hof verzeichnen das Gesundheits- und Sozialwesen (+456) sowie der Wirtschaftsabschnitt "Erziehung und Unterricht" (+371). Im Landkreis befinden sich die "Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen" (z.B. Zeitarbeit, Vermietungen, Wachdienste, Reisebüros oder Callcenter) im Aufwärtstrend (+795) gefolgt vom Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+500). Dank der positiven Entwicklungen bleibt die Beschäftigtenzahl für die Region Hof im Saldo zwischen 2019 und 2025 stabil (+104).
Ganz anders die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr: Gegenüber 2025 ging die Beschäftigtenzahl in Stadt und Landkreis um 1.466 zurück. Der Rückgang in der Stadt betrug 931 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der Rückgang im Landkreis 535. In der Stadt waren vor allem Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen betroffen. Im Landkreis bauten vor allem das Verarbeitende Gewerbe und der Handel Beschäftigte ab.
Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).
Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524).
Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.06 des jeweiligen Jahres.
Zwischen 2019 und 2025 gingen in der Stadt und im Landkreis Hof 2.457 Industrie-Arbeitsplätze verloren. Trotzdem zeigt die Beschäftigtenentwicklung als Ganzes einen leicht positiven Trend, so das Ergebnis einer regionalisierten Analyse der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Die IHK für Oberfranken Bayreuth beleuchtet anhand der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, was es mit diesen Entwicklungen auf sich hat. Während seit 2019, dem Jahr vor Corona, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der kreisfreien Stadt Hof um 742 auf 23.997 Beschäftigte zurückgegangen ist, verzeichnet der Landkreis Hof ein Plus von 846 auf 39.117. In Summe haben sich die beiden Entwicklungen somit annährend ausgeglichen und die Region geht sogar mit einem kleinen Plus aus der Rechnung hervor. 2025 verzeichneten Stadt und Landkreis insgesamt 63.114 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Industrie enorm unter Druck
Michael Bitzinger, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof verweist auf die besorgniserregende Entwicklung in der Industrie: In der Stadt Hof sind 1.193 Beschäftigte im Verarbeitende Gewerbe seit 2019 verloren gegangen. Das ist ein Rückgang von über einem Viertel in nur sechs Jahren! Ebenfalls deutlich negativ ist die Entwicklung der Sonstigen wirtschaftliche Dienstleistungen (-565), Unternehmen, deren wichtigsten Kunden im Industriesektor beheimatet sind. Auch im Landkreis Hof befindet sich das Verarbeitende Gewerbe mit einem Minus von 1.264 spürbar im Rückgang (-8,3%).
Problematisch ist, dass ein anhaltender Beschäftigungsabbau langfristig die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition unseres Standortes nachhaltig schwächt, so Bitzinger. "Mit den geopolitischen Unsicherheiten haben unsere Wettbewerber genauso zu kämpfen. In Deutschland kommt aber eine Vielzahl hausgemachter Probleme dazu. Das Spektrum reicht von der überbordenden Bürokratie über die veraltete Infrastruktur bis hin zu nicht wettbewerbsfähigen Standortkosten." Schnelle Reformen seien deshalb unabdingbar. "Und zwar, solange wir noch eine Industrie haben", macht Bitzinger deutlich. "Die Zeit der Ankündigungen muss endlich ein Ende haben. Wir brauchen endlich eine Umsetzung von Reformen."
Dienstleistungen und Sozialwesen als Wachstumstreiber
Diesen negativen Trends stehen positive Entwicklungen in anderen Branchen entgegen. Den größten Beschäftigtenaufbau in der Stadt Hof verzeichnen das Gesundheits- und Sozialwesen (+456) sowie der Wirtschaftsabschnitt "Erziehung und Unterricht" (+371). Im Landkreis befinden sich die "Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen" (z.B. Zeitarbeit, Vermietungen, Wachdienste, Reisebüros oder Callcenter) im Aufwärtstrend (+795) gefolgt vom Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (+500). Dank der positiven Entwicklungen bleibt die Beschäftigtenzahl für die Region Hof im Saldo zwischen 2019 und 2025 stabil (+104).
Ganz anders die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr: Gegenüber 2025 ging die Beschäftigtenzahl in Stadt und Landkreis um 1.466 zurück. Der Rückgang in der Stadt betrug 931 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der Rückgang im Landkreis 535. In der Stadt waren vor allem Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen betroffen. Im Landkreis bauten vor allem das Verarbeitende Gewerbe und der Handel Beschäftigte ab.
Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).
Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524).
Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.06 des jeweiligen Jahres.
