Energiewende-Barometer der IHK-Organisation 2026 - Auswertung

DIHK-Umfrage zeigt: Energiekosten werden zum Standortproblem

Industriebetriebe verlagern ihre Produktion ins Ausland, Investitionen in Kernprozesse werden verschoben: Das aktuelle Energiewende-Barometer der IHK-Organisation verdeutlicht, welch große Herausforderungen die hohen Energiekosten für die Unternehmen bedeuten.
Aus der Umfrage, an der sich im Juni rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beteiligt haben, ergibt sich ein klares Stimmungsbild zur Energiewende: Die Unternehmen wünschen sich eine Klimapolitik, die Dekarbonisierung einerseits und Wettbewerbsfähigkeit andererseits ermöglicht. Gleichzeitig wird deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist: Vor allem für zahlreiche energieintensive Betriebe, aber auch im Handel haben sich die Wettbewerbsbedingungen erheblich verschlechtert.
Viele Unternehmen sehen sich inzwischen an ihrer Belastungsgrenze. Globale Krisen treffen auf weiterhin ungelöste strukturelle Herausforderungen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei entwickeln sich die Energiekosten zunehmend zu einem der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich Strom für 49 Prozent der Unternehmen weiter verteuert, Wärme (Gas, Fernwärme, Heizöl) sogar für 67 Prozent der Betriebe. Entsprechend verschlechtert sich auch der Wert des Energiewende-Barometers, das die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beschreibt: Der Saldo negativer und positiver Auswirkungen, der sich nach dem Tiefstand von 2023 wieder etwas erholt hatte, erreicht 2026 auf einer Skala von minus 100 ("sehr negativ") bis plus 100 ("sehr positiv") nur noch minus 11,48 Punkte.
Vor allem Industrie und Handel äußern sich mit einem Barometerwert von jeweils minus 22 negativ zur Energiewende: Industrieunternehmen sind aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs von energiepolitischen Rahmenbedingungen unmittelbar betroffen. Im Handel steigern die hohen Energiepreise Material-, Transport- und Logistikkosten, während die sinkende Kaufkraft vieler Verbraucherinnen und Verbraucher die Nachfrage schwächt. Gleichzeitig kommen industriepolitische Entlastungsmaßnahmen dem Handel kaum zugute.
Die vollständige Publikation finden Sie unter: Energiewende-Barometer 2026: Energiekosten als Standort-Risiko