IHK-Handelsausschuss
Ladendiebstahl im Einzelhandel
ASCHAFFENBURG. Am 9. Juni trafen sich die Mitglieder des IHK-Handelsausschusses zu ihrer Sitzung in der IHK-Geschäftsstelle. Im Fokus stand das Thema Ladendiebstahl.
Karsten Feegers von der Kriminalpolizei Aschaffenburg gab den Teilnehmenden hierzu verschiedene Handlungs- und Sicherungsempfehlungen. Ladendiebstahl sei ein Massendelikt mit hoher Dunkelziffer, so Feegers. Er ging in seinem Vortrag auf die wesentlichen Erkenntnisse zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und unterschiedlichen Tätergruppen ein. Außerdem verwies er auf die begrenzte Wirkung bestehender Strafmaßnahmen, die die Täter nur bedingt abschrecken. Feegers stellte die in vier Komponenten aufgeteilten Maßnahmen zur Prävention bei Ladendiebstahl für Händler vor: die technische Komponente - insbesondere der Einsatz von Videoüberwachung zur Beweissicherung; die elektronische Warensicherung mit Hilfe von Detektoren und durch Sicherungen an der Ware (Tags); die bauliche Komponente durch Gestaltung des Ladenlayouts mit klaren Sichtachsen und Einbahnstraßensystemen als eine wirksame Schutzmaßnahme und, für besonders hochwertige Waren, die Verwendung von abschließbaren Vitrinen oder die Unterbringung in Kassennähe; die organisatorische Komponente, insbesondere durch gezielte Mitarbeiterschulungen und Steuerung von Informationsflüssen, beispielsweise durch Hausverbote. Eine sinnvolle Ergänzung dieser Schutzmaßnahmen stelle der Einsatz von Ladendetektiven oder Sicherheitspersonal dar, erläuterte Feegers. Thematisiert wurden auch KI-basierte Schutzmaßnahmen und die damit verbundenen rechtlichen Vorgaben.
Im weiteren Verlauf der Sitzung fand ein Austausch der Mitglieder zur aktuellen Lage im Handel statt. Die wirtschaftliche Situation sei angespannt bei gleichzeitig stabilem Umsatzniveau. Steigende Kosten und verändertes Kundenverhalten würden die Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Jedoch zeigte man sich auch verhalten optimistisch, dass mit entsprechendem Engagement die aktuell schwierige Lage gemeistert werden könne.
Abschließend wurde die aktuelle Kampagne „Wir unternehmen das“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vorgestellt. Ziel der Kampagne ist es, Vorbehalte gegenüber der deutschen Wirtschaft abzubauen, die Sichtbarkeit für unternehmerische Verantwortung zu erhöhen und neues Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu schaffen. Dazu können über eine zentrale Plattform kurze Videos und Bilder personalisiert und dann auf diversen Social-Media-Kanälen verwendet werden.
