Wirtschaft und Verteidigung

Aktuelles, Veranstaltungen und Messen

Bleiben Sie informiert über aktuelle Entwicklungen im Bereich Wirtschaft und Verteidigung. Hier finden Sie Sicherheitswarnungen, Hinweise unserer Partner sowie Positions- und Impulspapiere, Analysen und vergleichbare Einschätzungen – außerdem einen Überblick über Veranstaltungen, Messen im In- und Ausland, Foren und Umfragen der IHK Aachen.

News & Hinweise

Sicherheitsbehörden warnen Logistiker vor russischem Geheimdienst

Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Sicherheit und weitere Verfassungsschutzbehörden warnen Logistik- und Technologieunternehmen vor den Aktivitäten des russischen Geheimdienstes: Bundesamt für Verfassungsschutz - Cyberabwehr - Gemeinsamer Sicherheitshinweis zu Cyberaktivitäten der russischen GRU-Einheit 26165

Gemeinsam verteidigungsfähig: IHK NRW legt Impulspapier zur Gesamtverteidigung vor

Mit der Veröffentlichung des neuen Impulspapiers "Wirtschaft und Gesamtverteidigung – Aktuelle Lage, Herausforderungen und Wirtschaftspotentiale", fordert IHK NRW eine stärkere Verankerung sicherheits- und verteidigungswirtschaftlicher Themen in der Landespolitik. Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen und der sicherheitspolitischen Zeitenwende, müsse Nordrhein-Westfalen seine industrielle Stärke gezielt als Pfeiler der gesamtstaatlichen Verteidigungsfähigkeit nutzen.
"Nordrhein-Westfalen ist das industrielle Herz Deutschlands und diese Stärke ist eine zentrale Voraussetzung für die Gesamtverteidigung", betont Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW. "Gesamtverteidigung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Politik und Wirtschaft nur gemeinsam schultern können. Jetzt kommt es darauf an, in NRW konkrete Strukturen zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen und die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gezielt zu organisieren." Die sicherheitspolitischen Herausforderungen lassen sich nur mit einer starken Wirtschaft bewältigen, die miteinbezogen, verlässlich planen und investieren kann.
Nach Schätzungen von IHK NRW beläuft sich der Produktionswert der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in NRW auf bis zu 22 Milliarden Euro – rund 2,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Rund 200.000 Beschäftigte arbeiten direkt oder indirekt in Unternehmen, die sicherheits- und verteidigungsrelevante Güter produzieren oder zuliefern.
IHK NRW fordert daher eine klare industriestrategische Ausrichtung im Bereich Sicherheit und Verteidigung. Dazu gehören ein Ertüchtigungsplan für kritische Infrastrukturen, der Aufbau eines Innovationshubs für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien sowie die Öffnung bestehender Förder- und Finanzierungsprogramme für sicherheitsrelevante Forschung und Entwicklung. Kleine und mittelständische Betriebe sollen gezielt einbezogen werden, um ihre technologischen Kompetenzen auszubauen und von der wachsenden staatlichen Nachfrage zu profitieren.
"Die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands darf kein abstrakter Begriff bleiben. Sie muss sich auch wirtschaftlich abbilden", erklärt Dr. Ulrich Biedendorf, Fachpolitischer Sprecher für Wirtschaft und Verteidigung von IHK NRW. "NRW braucht eine starke industrielle Basis, moderne Forschungsstrukturen und eine klare politische Koordination zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden."
Mit dem neuen Impulspapier verdeutlichen die Industrie- und Handelskammern ihre zentrale Rolle als Ansprechpartner für staatliche Stellen und Unternehmen vor Ort und auf Landesebene in allen wirtschaftsrelevanten Fragen der Gesamtverteidigung. Gemeinsames Ziel muss sein, die sicherheits- und verteidigungsrelevante Industrie besser zu vernetzen, Innovationspotenziale zu heben und die Rolle Nordrhein-Westfalens als starken, verlässlichen Standort für die Sicherheitsvorsorge Deutschlands zu festigen.

Wehrdienst-Modernisierungsgesetz beschlossen

Am 5. Dezember hat der Deutsche Bundestag das "Wehrdienst-Modernisierungsgesetz" (WDModG) in der Beschlussfassung des Verteidigungsausschusses in 2./3. Lesung beschlossen.
Die DIHK hat sich in das Gesetzgebungsverfahren unter anderem über eine Stellungnahme an den Verteidigungsausschuss eingebracht und dabei zwei Beratungserfolge erzielt:
  • Zum einen hat der Bundestag den Führerscheinzuschuss auch auf Führerscheine für Lastkraftwagen der Klassen C und C1 erweitert. Hierfür hat der Bundestag mit 5.000 Euro einen höheren Zuschuss als für den Führerschein der Klasse B (3.500 Euro) angesetzt
  • Zudem erweitert der Bundestag die unentgeltliche Teilnahme an Maßnahmen der schulischen und beruflichen Bildung der Berufsförderungsdienste der Bundeswehr auch auf freiwillig Wehrdienstleistende gemäß § 58b Soldatengesetz (SG).
Weitere zentrale Änderungen der Beschlussfassung:
  • Verordnungsermächtigung gestrichen; Bedarfswehrpflicht nur per Gesetz. Grundlage: sicherheits- und personalpolitische Lage; Einberufung bedarfsorientiert unter Beachtung der §§ 9-13b.
  • Bei Bedarfswehrpflicht mögliches Losverfahren als letztes Mittel; Ausgestaltung folgt per Gesetz.
  • Aufwuchspfad gesetzlich festgelegt (§ 91 SG): bis 2035 460.000 (260.000 aktiv/200.000 Reserve);
  • Pflichtmusterung (Jahrgänge ab 2008) beginnt mit Inkrafttreten und wird kapazitätsabhängig ausgeweitet.
  • Wehrsold-Grundbetrag für Freiwillige: mind. 2.600 Euro brutto.
  • Im Übrigen werden für die Zwecke der Durchführung des Arbeitssicherstellungsgesetzes (ASG) die notwendigen Grundlagen für die Übermittlung der Daten von Wehrpflichtigen an die Bundesagentur für Arbeit geschaffen.
  • Der Bundestag berücksichtigt zudem, dass die verpflichtenden Anteile des WDModG auch den Wehrersatzdienst berühren und es einer entsprechenden gesetzlichen Regelung bedarf.
Der Bundesrat stimmt voraussichtlich am 19. Dezember, der letzten Plenarsitzung in diesem Jahr, über das Gesetz ab.

Veranstaltungen

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungen:
Termin Art Titel
seit 1. Dezember 2025 Webinarreihe IHK Initiative Rheinland startet Webinarreihe zur Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft
10. September 2026 Veranstaltung
Die IHK weist auf das kostenfreie Netzwerkevent der Finnisch-Deutschen Handelsgilde NRW in Köln-Hürth hin. Die Veranstaltung findet in den ehemaligen Hans-Meiser-Studios im AI Village statt.
Mit dabei sind unter anderem der finnische Botschafter sowie hochkarätige Speaker und Entscheidungsträger bis hin zur CEO-Ebene von Rheinmetall, Nokia, Summa Defence, Vaisala und Iceye. Auch Staatssekretär Höller wird das Land Nordrhein-Westfalen vertreten.
22. bis 25. September 2026 Messe EUDEX Match & Meet 2026: Internationale Kooperationsbörse im September in Essen
10. November 2026 Workshop Ethik Compliance und im Verteidigungs- und Dual-Use-Umfeld

Messen im In- und Ausland

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Übersicht einzelner Messen