Donnerstag, 24. November 2022

Fachkräfte-Angel

Sie brauchen gutes Personal? John Henry Mee, Geschäftsführer der DELPHI digital GmbH, verrät Ihnen bei einer Weiterbildung der IHK Aachen, wie Sie es bekommen.
Home-Office, flexible Arbeitszeiten, Obstkorb, gratis Wasser: Alles kalter Kaffee, sagt John Henry Mee. Weil längst Standard. Oder präziser: Standard in Unternehmen, die den Anspruch haben, die für sie besten Mitarbeiter zu rekrutieren. Wer dabei erfolgreich sein will, muss über solche Annehmlichkeiten weit hinausgehen – daran lässt Mee keinen Zweifel. Zugegeben: Es wäre erstaunlich, würde er etwas anderes sagen. Denn das ist, was er verkauft: Beratung für Unternehmen, die ihnen helfen soll, die Mitarbeitenden zu gewinnen, die sie wirklich haben wollen. Also, Herr Mee, Sie unterstützen bei der Gestaltung möglichst formschöner Stellenausschreibungen? Da muss er ein bisschen lachen, bevor er sagt: “Wir helfen Unternehmen dabei, möglichst passgenaue Rekrutierungs-Kampagnen zu entwickeln.” Kampagnen – das klingt nach Zeitenwende im HR-Bereich. Und Mee würde das wohl unterschreiben. Ja, es hat sich längst etwas verändert im Arbeitgeber-Bewerber-Verhältnis. Darüber spricht er auch als Dozent am Donnerstag, 24. November, in einem Weiterbildungsseminar der IHK Aachen (siehe grüne Infobox).
Mee, 27, war einer der Gründer und ist heute einer der Geschäftsführer der DELPHI digital GmbH mit Sitz in Aachen. Gestartet mit dem Plan, die Hälfte der Kunden im Bereich Vertrieb zu beraten und die andere im Bereich Mitarbeitenden-Rekrutierung, schuf die Nachfrage am Markt schnell andere Fakten. “Wir beraten mittlerweile in rund 90 Prozent der Fälle im Recruiting-Bereich”, sagt Mee. Ungefähr jeder sucht Personal. Demografischer Wandel, Akademisierung und branchenabhängig sicher auch ein Corona-Effekt. Ja, Mee bestätigt all diese Faktoren, die zusammen dazu führen, dass es deutlich schwieriger geworden ist, geeignetes Personal zu finden. Er möchte die Liste noch um einen Punkt, Digitalisierung, erweitern und veranschaulicht das an einem Beispiel, das ganz gut erklärt, warum sie einen gewaltigen Effekt auf den Bewerbungsmarkt hat. Mee sagt: “Nehmen wir einen Programmierer. Der kann in München pro Jahr vielleicht 30.000, 40.000 Euro mehr verdienen als in Aachen. Früher wäre das für ihn vielleicht trotzdem keine Option gewesen, weil er gerne in der Region bleiben möchte. Heute kann er in Aachen bleiben und remote für ein Unternehmen in München arbeiten.” Die Digitalisierung bringt für den Recruiting-Bereich neue Herausforderungen. Aber – und das ist die Überzeugung, auf der das Geschäftsmodell von DELPHI digital fußt – sie bringt gleichzeitig die Instrumente, sie erfolgreich zu bewältigen. Und die werden im Unternehmen natürlich auch für die eigenen Zwecke genutzt. 
Zwei bis drei Werkstudenten suchten sie im Moment, sagte Mee, und seien gerade dabei, dafür eine entsprechende Kampagne zu entwickeln. “Wir werden sie über TikTok machen, weil das für diese Zielgruppe der beste Kanal ist.” Das übrigens ist auch ein großer Teil der Leistung, die das Unternehmen den Kunden anbietet, die Unterstützung bei der Mitarbeitergewinnung brauchen: zunächst die Zielgruppe definieren und dann den Kanal, der die höchste Wahrscheinlichkeit bietet, sie zu erreichen. Mee sagt: “Wenn wir uns heute entscheiden, heißt das nicht, dass wir uns morgen wieder dafür entscheiden.” Erstens, weil sich der Bereich der Sozialen Netzwerke beständig weiterentwickele. Zweitens,  weil eine ganz entscheidende Frage sei, auf welchem Kanal es wie viel Reichweite fürs Geld gibt. Natürlich arbeite man mit Paid Content: Inhalten also, bei denen man dafür bezahlt, dass sehr viel mehr Menschen als gewöhnlich sie in ihre Feeds bekommen.
Ob Instagram, Twitter, Facebook, LinkedIn, Xing oder eben TikTok: Möglichkeiten für Unternehmen, präsent zu sein, gibt es mehr denn je. Mee sagt, es habe auch schon Kunden gegeben, denen man explizit geraten habe, ganz klassisch und analog eine Stellenausschreibung in einer Zeitung zu platzieren. Alles eine Frage, welche Stelle es konkret zu besetzen gilt. Die Zielgruppe eben. 
Print statt online: Bei DELPHI digital wird natürlich nur sehr selten in diese Richtung beraten. Viel häufiger muss tatsächlich noch in die andere Richtung argumentiert, Überzeugungsarbeit pro digital geleistet werden. Mee erklärt das so: In den vergangenen Jahrzehnten habe Rekrutierung beständig an Relevanz gewonnen, so dass sie bei DELPHI mittlerweile meist Personalleiterinnen und -leiter oder direkt die Geschäftsführung als Gesprächspartner begrüßen. Das Thema ist ganz oben angekommen, auf einer Hierarchieebene, deren Altersschnitt eher hoch als niedrig ist – und die Affinität zu Sozialen Medien weniger ausgeprägt.  “Aber wenn wir dann sagen, wie viele Menschen wir über diese Kanäle erreichen können, ist das meist schon ausreichen, um zu überzeugen”, sagt Mee. Am Digitalen führt kein Weg vorbei, selbst nicht für Unternehmen, die sich selbst verordnet haben, in diesem Bereich gar nicht aktiv zu sein. Denn auch sie können bewertet werden, es gibt Online-Portale, bei denen aktive und ehemalige Mitarbeitende für jeden einsehbar die Attraktivität ihres Arbeitgebers einschätzen. “Haben wir einen Kunden, der bemerkenswert negative Resonanz auf so einem Portal hat, würden wir auch davon abraten, eine Social-Media-Kampagne zu fahren, die alles in den schönsten Farben malt. Das funktioniert nicht”, sagt Mee. Dann müsse man tiefer ansetzen. Die neue Transparenz kann schonungslos sein.
Im besten Fall ist ein Unternehmen nicht nur attraktiv für externe Wechselwillige, sondern auch für Mitarbeitende, die bereits lange dort sind. DELPHI berät auch in Sachen Mitarbeitenden-Bindung. Mee mag an dieser Stelle nur einen sehr grundsätzlichen Einblick geben: “Jedes Unternehmen sollte versuchen, eine gute Marke aufzubauen, die nicht nur nach außen, sondern auch nach innen wirkt. Alle Mitarbeitenden sollten ihre Marke lieben!” Mehr zum Thema gebe es dann beim IHK Seminar am 24. November. Dabei belässt er es. Auch, um dort keinen kalten Kaffee servieren zu müssen.

Kostenfreies Webinar und Weiterbildungsangebot zum Thema Mitarbeitenden-Rekrutierung.

Einen ersten Eindruck in das Thema moderne Mitarbeitergewinnung gewähren John Henry Mee und Jan Prickartz, beide Gründer und Geschäftsführer der DELPHI digital GmbH mit Sitz in Aachen, im Rahmen eines kostenfreien, einstündigen Webinars am Mittwoch, 26. Oktober, 15:00 bis 16:30 Uhr. Für Donnerstag, 24. November, 09:00 bis 16:30 Uhr, lädt die IHK Aachen dann daran anschließend zu einem Weiterbildungsseminar ein, das die Teilnehmer dazu befähigen soll, sich auch auf einem zunehmend umkämpften Fachkräftemarkt zu behaupten und für ihre Unternehmen die Mitarbeitenden zu rekrutieren, die sie brauchen. Die Veranstaltung läuft unter dem Titel “Moderne Mitarbeitergewinnung – Arbeitgeberattraktivität steigern und digital sichtbar werden” und findet in den Räumen der RWTH International Akademie GmbH, Campus-Boulevard 30, in Aachen statt. Dozenten sind John Henry Mee und Jan Prickartz, deren Unternehmen sich auf die Rekrutierungsberatung von Unternehmen spezialisiert hat. Die Teilnahme an der Weiterbildung kostet 450 Euro. Interessierte melden sich gerne telefonisch oder per Mail unter wb@aachen.ihk.de. Detailinformationen und die Möglichkeit zur Anmeldung – auch zum Gratis-Webinar – gibt es dann per Mail.