DIHK-Umfrage 2026
Ausbildungsmarkt unter Druck – auch in Aachen
- Bundesweiter Trend: Weniger Angebot, volle Besetzungsprobleme
- Aachener Auswertung: Region liegt teils über dem Bundesschnitt
- Ausbildungsreife bleibt die zentrale Herausforderung
- Bezahlbarer Wohnraum: Ein wichtiger Hebel für Ausbildungsmobilität
- Auszubildende aus Drittstaaten: Chance mit Hürden
- Übernahme und Weiterbildung: Gute Perspektiven nach dem Abschluss
- Angebote der IHK Aachen
Bundesweiter Trend: Weniger Angebot, volle Besetzungsprobleme
Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Ausbildungsmarkt 2026 zeigen bundesweit ein weiter angespanntes Bild: 29 Prozent der Betriebe bieten weniger Ausbildungsplätze an als im Vorjahr, nur 13 Prozent bauen ihr Angebot aus. Gleichzeitig konnten rund die Hälfte der Betriebe im Jahr 2025 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen – der Anteil der Betriebe mit Besetzungsproblemen liegt damit auf Rekordniveau.
Aachener Auswertung: Region liegt teils über dem Bundesschnitt
Auch im IHK-Bezirk Aachen ist die Lage angespannt – und in einigen Punkten noch deutlicher: In der Aachener Auswertung mit 249 teilnehmenden Unternehmen planen 33,9 Prozent weniger Ausbildungsplätze, 45,3 Prozent konnten nicht alle Plätze besetzen, und die durchschnittliche Nichtbesetzungsquote liegt bei 50,8 Prozent. Damit liegt die Region beim Rückgang des Ausbildungsangebots noch etwas über dem bundesweiten Wert, während die Besetzungsprobleme auf ähnlichem Niveau liegen.
Ausbildungsreife bleibt die zentrale Herausforderung
Die Passungsproblematik ist für Ausbildungsbetriebe die zentrale Herausforderung. Bundesweit berichten etwa 94 Prozent der Unternehmen von mangelnder Ausbildungsreife; häufig genannt werden vor allem Defizite bei Belastbarkeit, mentaler Leistungsfähigkeit und Disziplin. Im Aachener Bezirk liegt der Anteil der Betriebe, die Mängel bei der Ausbildungsreife feststellen, bei 92,7 Prozent – auch hier stehen Belastbarkeit, mentale Leistungsfähigkeit und Disziplin an der Spitze.
Der Befund ist damit sowohl bundesweit als auch regional klar: Die größten Probleme liegen weniger im Fachlichen als bei den persönlichen und schulischen Grundkompetenzen.
Bezahlbarer Wohnraum: Ein wichtiger Hebel für Ausbildungsmobilität
Beim Thema Wohnraum sehen bundesweit fast zwei Drittel der Betriebe Handlungsbedarf. Im Aachener Bezirk nennen 60,4 Prozent der Betriebe bezahlbaren Wohnraum als relevantes Thema; besonders gewünscht werden Vermittlungsangebote und ein vereinfachter Zugang zu finanziellen Hilfen. Für die regionale Ausbildungsmobilität bleibt das ein wichtiger Hebel – gerade für junge Menschen, die nicht vor Ort wohnen können.
Auszubildende aus Drittstaaten: Chance mit Hürden
Auch die Einstellung von Auszubildenden aus Drittstaaten gewinnt an Bedeutung. Bundesweit sehen mehr als die Hälfte der Betriebe darin eine Chance für die Fachkräftesicherung. In Aachen haben 32,8 Prozent der Betriebe bereits Auszubildende aus Drittstaaten beschäftigt. Als größte Hürden nennen die Betriebe vor allem Bürokratie (61,9 Prozent) und fehlende Deutschkenntnisse zu Beginn der Ausbildung (59,5 Prozent).
Das zeigt: Internationale Ausbildung ist ein realistischer Baustein der Fachkräftesicherung, braucht aber deutlich weniger Verfahren und mehr sprachliche Unterstützung.
Übernahme und Weiterbildung: Gute Perspektiven nach dem Abschluss
Positiv ist bundesweit wie regional die hohe Übernahmebereitschaft nach der Ausbildung. Bundesweit übernehmen rund zwei Drittel der Betriebe alle Auszubildenden, und 84 Prozent unterstützen ihre Absolventinnen und Absolventen bei weiteren Qualifizierungen. In Aachen liegt die Übernahmequote bei 56,4 Prozent; zugleich bieten 60,9 Prozent der Betriebe weitere Weiterbildungen und 58,9 Prozent betriebsinterne Qualifizierungen an. Das spricht für gute Perspektiven nach der Ausbildung – wenn Matching und Begleitung besser gelingen.
Hier finden Sie die vollständige DIHK-Ausbildungsumfrage 2026.
Angebote der IHK Aachen
Die IHK Aachen berät und betreut Auszubildende und Unternehmen in allen Fragen der beruflichen Bildung, zu Prüfungen der höheren Berufsbildung sowie zu Ausbildungsmöglichkeiten im Ausland. Mit Speed-Datings, dem Berufsorientierungsprojekt “Ready4Job – Anfassbar gut vorbereitet” und ihrer Präsenz auf regionalen Ausbildungsmessen trägt die IHK Aachen aktiv dazu bei, Unternehmen und Bewerber effizienter zusammenzubringen. Bei Fragen, sprechen Sie uns gerne an.