2 min
Lesezeit
Stefan, bitte melde dich
„Alles außer Wiesbaden“ lautet der Titel dieser Ausgabe der Hessischen Wirtschaft. Fabian Lauer meint: „Alles – und Wiesbaden“ trifft es noch besser. Der IHK-Wirtschaftsexperte hat sich zu einer Art „Herumtreiber“ in der Region entwickelt und weiß, wovon er spricht.
Von Lorchhausen bis Niedernhausen, von Hochheim bis Hohenstein – unsere Region ist vielfältig und hat unheimlich viel – wenn nicht gar alles – zu bieten. „Kultur, Wein, Lebensqualität“, das ist die Motto gewordene Trinität des Rheingau-Taunus-Kreises. Und mit der bin ich mittlerweile schon recht gut vertraut.
Nach etwas über einem Jahr hier ist auf meiner Bucketlist bereits einiges abgehakt: Zwei Wisper-Trails und den Rheingauer Klostersteig abgewandert, einige
Radtouren gemacht, alle Rheingau-Gemeinden besucht, Germania-Denkmal und Hinterwald, Kloster Eberbach inklusive Kerzenschein- und Wein-Führung,
Weinfest in Idstein und zuletzt Rheingau Musik Festival in Martinsthal. Ich habe schattige Wälder, sonnengeflutete Weinberge, Burgen, Klöster, Fachwerkhäuser gesehen. Wer mir bei meinen Streifzügen durch die Region aber leider bislang nicht begegnet ist, sind Nicole & Stefan.
Radtouren gemacht, alle Rheingau-Gemeinden besucht, Germania-Denkmal und Hinterwald, Kloster Eberbach inklusive Kerzenschein- und Wein-Führung,
Weinfest in Idstein und zuletzt Rheingau Musik Festival in Martinsthal. Ich habe schattige Wälder, sonnengeflutete Weinberge, Burgen, Klöster, Fachwerkhäuser gesehen. Wer mir bei meinen Streifzügen durch die Region aber leider bislang nicht begegnet ist, sind Nicole & Stefan.
Gut, so einfach geht das auch nicht, denn die beiden sind ja „nur“ die neuen Prototyp-Touristen unserer Region. Ihre „Biografien“ finden sich in der Tourismusstrategie 2026+. Nicole (42), Psychotherapeutin und Stefan (46), freiberuflicher Architekt sind verheiratet, haben zwei Teenie-Kinder und
legen Wert auf Work-Life-Balance, Regionalität und Nachhaltigkeit, fahren aber zum Yoga-Unterricht trotzdem häufig mit dem SUV. Die beiden sind das Fleisch gewordene Abbild des postmateriellen Milieus, das als touristische Zielgruppe in den Fokus gesetzt wurde, wobei andere Zielgruppen dadurch natürlich nicht ausgeschlossen werden sollen.
legen Wert auf Work-Life-Balance, Regionalität und Nachhaltigkeit, fahren aber zum Yoga-Unterricht trotzdem häufig mit dem SUV. Die beiden sind das Fleisch gewordene Abbild des postmateriellen Milieus, das als touristische Zielgruppe in den Fokus gesetzt wurde, wobei andere Zielgruppen dadurch natürlich nicht ausgeschlossen werden sollen.
Trotzdem! Wo stecken die Beiden nun? Auch bei „Marina & the Kats“ beim Rheingau Musik Festival wähnte ich Chancen auf eine Begegnung. Doch musste ich leider feststellen, dass meine Frau und ich in unseren 30ern den Altersschnitt deutlich nach unten zogen, trotz des pulsierenden Indie-Swings aus Wien. Meine „Zufallsuntersuchung“ zeigt, bis sich „Nicole & Stefan“ bei uns überall breit machen, braucht es wohl noch viel Überzeugungsarbeit.
Der Grundstein ist mit der Vermarktung der gemeinsamen Tourismus-Destination Wiesbaden Rheingau, inklusivev schickem Imagefilm, aber zumindest gelegt. Was unsere Region braucht, ist noch mehr Zusammenarbeit - weg vom Kirchturmdenken. Beim Thema Tourismus merkt man: Land und Stadt sind untrennbar miteinander verbunden. „Alles außer Wiesbaden“ ist ein guter Fingerzeig, aber das Gemeinsame ist mir noch lieber. Und wenn man es jetzt noch schafft, den Untertaunusmitzunehmen…
Fabian Lauer hat fränkischen Silvaner gegen Rheingauer Riesling getauscht. Nach einem Jahr des Wurzelschlagens und Erkundens freut sich der Leiter Wirtschaftspolitik der IHK darauf, von Niedernhausen aus noch viel von der neuen Heimat kennenzulernen.
Kontakt: f.lauer@wiesbaden.ihk.de
Kontakt: f.lauer@wiesbaden.ihk.de
Kontakt
Fabian Lauer
