HESSISCHE WIRTSCHAFT
Nr. 6840914
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Gesundheit!

Gesundheit! Wer heute niest, tut dies nicht mehr zwangsläufig gegen die Innenwand seiner Corona-Schutzmaske. Die Maskenpflicht ist an den meisten Orten Geschichte. Wie sich das auf die Region auswirkt und wie es sonst um den Gesundheitsstandort Wiesbaden steht, weiß IHK-Wirtschaftsexperte Fabian Lauer.
Ob das Niesen in den „freien Raum“ nun besser ist, sei einmal dahingestellt. Was das Ende der Maskenpflicht angeht, hat eine IHK-Blitzbefragung bei Einzelhandel und Gastronomie jedoch interessante Erkenntnisse geliefert. Für die eine Hälfte der Befragten ist es ein längst überfälliger Schritt, für die andere kommt er verfrüht. Das heißt im Umkehrschluss: So richtig gut gewählt findet den Zeitpunkt kaum jemand. Außerdem sagte die Hälfte der Befragten,
für sie sei der Wegfall der Masken eine sehr große Erleichterung – für 42 Prozent ist es dagegen eher keine oder sogar kontraproduktiv!
Die Maske ist und bleibt also ein Reizthema. War der 2. April denn nun ein „Freedom Day“? Dieser Eindruck drängt sich mir nicht auf, insbesondere weil man nach wie vor die meisten Menschen in Innenräumen mit Gesichtstextil sieht. Das mag zum Teil am neu entstandenen Flickenteppich liegen, denn – auch ein Ergebnis der Befragung – über ein Drittel der Betriebe wollen an einer Maskenpflicht für ihr Ladenlokal vorerst festhalten. Um sich nicht erst orientieren zu müssen, tragen manche Kunden die Maske vielleicht lieber einfach weiter – neben dem Schutz der Gesundheit natürlich. Und wer weiß, ob es nicht zum Start der kalten Jahreszeit ohnehin wieder heißt: alles bleibt anders...
Von Stofffetzen im Gesicht abgesehen, steht es um den Gesundheitsstandort Wiesbaden und Region auf den ersten Blick ziemlich gut: Renommierte Fachkliniken, eine hohe Facharztdichte und auch unsere industrielle Gesundheitswirtschaft lässt sich mehr als sehen. Dazu die Tradition der Kurorte mit ihren Heilquellen und Bädern, die ein Magnet für den Gesundheitstourismus sind. Der allerdings krankt seit Corona. 2019 war noch jeder Fünfte in der Region in der Gesundheitswirtschaft angestellt. Das sieht nun anders aus: Die Übernachtungszahlen sind noch lange nicht wieder auf Vor-Pandemie-
Niveau, dennoch fehlt es an Fachkräften. „Arzt heile dich selbst“ kann hier wohl nicht die Lösung sein.
Derzeit wird für Wiesbaden ein Masterplan Gesundheitswirtschaft aufgestellt, der das Profil als Gesundheitsstandort weiter stärken und die Zusammenarbeit der Akteure verbessern soll. Ich meine: Richtig so! Die Gesundheitsbranche bietet gerade auch Gründer:innen, Startups & jungen Unternehmen Chancen. Und außerdem: Stärken soll man stärken, um die Schwächen zu schwächen. Und was die Schwächen des Wirtschaftsstandorts angeht… ach, darüber sprechen wir ein andermal.
Nach seinem ersten Dreivierteljahr bei der IHK Wiesbaden erfreut sich Fabian Lauer nach wie vor bester Gesundheit. „Wipo“ ist weder eine Diagnose
noch Markenname eines Arzneimittels, sondern steht für den Bereich Wirtschaftspolitik, den der gebürtige Franke leitet.
Kontakt: f.lauer@wiesbaden.ihk.de