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Vielfalt als Stärke der Wirtschaft
Unter dem Motto „Demokratie verteidigen! ‚Nie wieder‘ ist jetzt!“ haben in den vergangenen Wochen tausende Menschen deutschlandweit gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung protestiert, auch in Wiesbaden. IHK-Wirtschaftsexperte Fabian Lauer betont die Bedeutung einer klaren Haltung der Wirtschaft in diesen Zeiten.
In meiner Wahrnehmung brodelt es schon lange und immer stärker in der Gesellschaft. Die Rhetorik im politischen Diskurs und auch die Parteienlandschaft haben sich spürbar und mutmaßlich nachhaltig verändert. Doch die Veränderungen beschränken sich nicht nur auf Rhetorik. Die Zahl politisch motivierter
Straf- und Gewalttaten mit rechtsextremen Hintergrund ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen. Wieder ist jüdisches Leben in Deutschland bedroht. Die sich vertiefende Spaltung der Gesellschaft und die erlebte Bedrohung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit lassen Parallelen zur Weimarer
Republik unausweichlich erscheinen.
Straf- und Gewalttaten mit rechtsextremen Hintergrund ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen. Wieder ist jüdisches Leben in Deutschland bedroht. Die sich vertiefende Spaltung der Gesellschaft und die erlebte Bedrohung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit lassen Parallelen zur Weimarer
Republik unausweichlich erscheinen.
Die Gründe scheinen vielfältig zu sein: Politische Grabenkämpfe, wirtschaftliche Ungleichheit, die Flüchtlingskrise seit 2015, die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, Inflation und Energiekrise sowie der Terrorangriff der Hamas mit allen Folgen haben gewiss nicht zum gesellschaftlichen Schulterschluss beigetragen. Die Enthüllungen von Correctiv zu rechtsextremen „Remigrations“-Fantasien sind nun weit mehr als der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Zum Glück formt sich Widerstand: Allein in zwei Januarwochen haben deutschlandweit 400 Demonstrationen gegen Rechtsextremismus
mit über 2 Mio. Teilnehmenden stattgefunden. Auch aus Wirtschaftskreisen gibt es inzwischen klaren Widerspruch: Mehr als 50 namhafte Unternehmen haben einen Brandbrief an die Politik verfasst, in dem sie ihre Sorge um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zum Ausdruck bringen. Beim
Neujahrsempfang der IHK Wiesbaden am 23. Januar wählte IHK-Präsident Dr. Christian Gastl deutliche Worte, die viel Beifall gefunden haben.
mit über 2 Mio. Teilnehmenden stattgefunden. Auch aus Wirtschaftskreisen gibt es inzwischen klaren Widerspruch: Mehr als 50 namhafte Unternehmen haben einen Brandbrief an die Politik verfasst, in dem sie ihre Sorge um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zum Ausdruck bringen. Beim
Neujahrsempfang der IHK Wiesbaden am 23. Januar wählte IHK-Präsident Dr. Christian Gastl deutliche Worte, die viel Beifall gefunden haben.
Eine klare Haltung der Wirtschaft ist nicht nur wichtig, weil auch Unternehmer Bürger sind und als ehrbare Kaufleute eine Vorbildfunktion innerhalb und außerhalb des eigenen Unternehmens haben. Kaum ein anderes Land lebt so stark von Export und grenzüberschreitendem Handel wie Deutschland. Das gilt auch für den europäischen Binnenmarkt. Ein „Dexit“ würde Deutschland nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft 400 bis 500 Milliarden Euro an Wertschöpfung und 2,2 Mio. Arbeitsplätze kosten.
Apropos Arbeitsplätze: Dass in Deutschland schon heute eine Personal- und Fachkräftelücke klafft, die sich mit dem demografischen Wandel noch deutlich verschärfen wird, dürfte bekannt sein. Ohne Zuwanderung würden in Deutschland bis 2060 ein Drittel der Erwerbspersonen – rund 16 Mio. Menschen – wegfallen. Wirtschaftspolitisch braucht es daher qualifizierte Zuwanderung, verbunden mit Bleibeperspektiven und einer gesellschaftlichen Willkommenskultur. Fremdenfeindlichkeit kann eben auch ein Standortnachteil sein. Dabei haben wir schon genügend andere, um die wir uns kümmern müssen.
Fabian Lauer berichtet in seiner Kolumne regelmäßig über aktuelle Themen aus der Wirtschaftsregion Wiesbaden. Der Leiter Wirtschaftspolitik freut sich, auf der Wiesbadener Kundgebung gegen Rechtsextremismus am 25. Januar auch viele bekannte Gesichter aus der Wiesbadener Wirtschaft entdeckt zu haben.
Kontakt: f.lauer@wiesbaden.ihk.de
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Fabian Lauer
